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Google: Arbeiten wie in Disneyland
Foto: Scott Brinega/Disneyland
Google-Personalchef im Interview

Arbeiten wie in Disneyland

Tina Groll und Marcus Gatzke, zeit.de
Personalchef Frank Kohl-Boas erklärt im Interview, welche Kultur Google wirklich ausmacht und wie Bewerber ausgewählt werden.
Herr Kohl-Boas, Sie scheinen auf sozialen Netzwerken nicht sehr aktiv zu sein. Auf Facebook haben wir Sie gar nicht gefunden, auf Google+ haben Sie einen Account, aber der scheint verwaist zu sein. Warum?

Ich bin in meinen acht Stunden Arbeit täglich die meiste Zeit online. Außerdem habe ich auch noch einen XING-Account. Damit ist mein Informationsbedarf mehr als gesättigt.
Head of HR: Frank Kohl-Boas.Foto: Google
Sie bezweifeln den Mehrwert sozialer Netzwerke?

Nicht den Mehrwert, aber Aufwand und Ertrag für mich, wenn ich sie täglich intensiv nutzen würde. Ich nutze meine lediglich in einem wöchentlichen, manchmal auch nur zweiwöchentlichem Rhythmus.

Wenn Sie sich eine Bewerbung anschauen, suchen Sie dann auch in sozialen Netzwerken nach der betreffenden Person?

Hin und wieder tun wir das. Viele Bewerber verweisen ja auch auf ihre Profile, die eigene Homepage oder YouTube-Videos.

Wie würden Sie Bewerbern raten, mit ihren Daten im Netz umzugehen?

Verantwortlich.

Was heißt das?

Man sollte beispielsweise keine privaten Fotos veröffentlichen, auf denen noch Dritte zu sehen sind. Wenn man Bilder veröffentlicht, muss man sich fragen, ob wirklich alle Bekannten aus dem eigenen Netzwerk diese Bilder sehen sollten. Das ist eine Erziehungsfrage. 

Google war lange Zeit bekannt dafür, Bewerber mit Fangfragen zu quälen. Warum haben Sie die abgeschafft?

Das waren abstrakte Gedankenspiele. Wir haben festgestellt, dass die Antworten aber wenig über die analytischen Fähigkeiten eines Bewerbers aussagen. Jetzt stellen wir eher Fragen, die uns zeigen, ob jemand die Fähigkeit hat, eine Lösung für ein Problem zu finden. Und wir haben die Anzahl der Interviews reduziert und selektieren nun schon in den ersten Runden stärker.

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