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Karriere-Urteil

Arbeiten bei Schwäbisch Hall

Gero Brandenburg
Seit der Wirtschaftskrise wollen Anleger vor allem eines: Sicherheit. Gute Zeiten für Bausparkassen also. Marktführer Schwäbisch Hall investiert besonders in die Aus- und Fortbildung neuer Kräfte und sucht für 2010 neue Mitarbeiter.
Schwäbisch Hall ist die größte Bausparkasse DeutschlandsFoto: © Andy Ridder
Wenn man durch die Gassen der Altstadt schlendert, drängt sich ein Gedanke geradezu auf. Die Stadt und das Unternehmen, die passen zueinander. Auf der einen Seite die 36000-Einwohner-Stadt mit ihrer braven, gutbürgerlichen Fachwerkhauskulisse, auf der anderen Seite das Traditionsunternehmen, hinter dessen modernen Glasfassaden ein bodenständiges und konservatives Geschäftsmodell zu Hause ist: das Bausparen.Dass beide denselben Namen tragen, Schwäbisch Hall, ist natürlich kein Zufall. Mit ihren wenigen verbliebenen Mitarbeitern zog die 1931 gegründete Firma gegen Ende des Weltkrieges aus dem bombardierten Berlin in den vergleichsweise ruhigen Nordosten Baden-Württembergs um - und lieh sich gleich den Namen des Zufluchtsorts aus. Zuvor hieß sie Bausparkasse der Deutschen Volksbanken.

Die besten Jobs von allen

Mehr als 60 Jahre später ist die Marke Schwäbisch Hall weit über die Region hinaus bekannt, mehr als 90 Prozent aller Deutschen kennen das Backsteinlogo ("Auf diese Steine können Sie bauen") und auch den Werbeträger, den schlauen Fuchs. 6,6 Millionen Bundesbürger sind Kunden, was das Unternehmen mit einem Marktanteil von 30 Prozent zur Nummer eins in Deutschland macht. Um diese Position auszubauen, sollen 2010 mindestens 50 Hochschulabsolventen - bevorzugt Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker - für den Innendienst in der Zentrale eingestellt werden, wo bereits 3000 Mitarbeiter tätig sind. Im Außendienst sind es 4000 Kollegen.Gestiegenes Sicherheitsbedürfnis bei den AnlegernSie alle hatten im Rekordjahr 2008 viel Grund zur Freude: 1,1 Millionen neue Verträge mit einer Gesamtsumme von 32 Milliarden Euro schloss das Unternehmen ab - ein sattes Plus von 17 Prozent. Immobilienökonom Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft sieht die Einführung der neuen staatlichen Eigenheimrente - kurz Wohn-Riester - als einen Grund. "Die Bausparkassen haben sehr schnell reagiert und hatten entsprechende Produkte auf dem Markt." Zum anderen seien die Rekordergebnisse auf das "gestiegene Sicherheitsbedürfnis" der Anleger zurückzuführen. In der Wirtschaftskrise verloren Aktien an Zuspruch, das Bausparen hingegen, zuvor als renditeschwach und antiquiert belächelt, erlebt eine Renaissance.Die Grundidee dahinter ist einfach: Die Kunden zahlen über mehrere Jahre hinweg einen festen Betrag ein. Den Rest der Bausparsumme bekommen sie als Darlehen. Spar- und Darlehenszins stehen schon bei Vertragsabschluss fest. In der Altersvorsorge-Studie der Postbank nannte eine Mehrheit von 63 Prozent kürzlich Bausparen als sicherste Altersvorsorge.

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