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Jobsicherheit

Arbeiten bei der Bundeswehr

Katina Treese
Die Bundeswehr wäre ohne ihre Verwaltung wirkungslos. Sie zählt zu den größten Arbeitgebern Deutschlands, sorgt im Hintergrund für die Streitkräfte und bietet Sicherheit: Nach drei Jahren werden die Mitarbeiter verbeamtet.
Die Bundeswehr ist ein attraktiver ArbeitgeberFoto: © Harald Soehngen - Fotolia.com
Wer regelmäßig zur Zeitung greift oder die TV-Nachrichten verfolgt, weiß viel über die Bundeswehr. Fast täglich wird über sie berichtet. Darf die Truppe im Inland eingesetzt werden? Müssen deutsche Soldaten auch im umkämpften Süden Afghanistans eingreifen? Und welche Befugnisse sollten sie bekommen, um Piraten vor der Küste Somalias zu jagen? Um diese Fragen ging es zuletzt.Um die Bundeswehrverwaltung geht es so gut wie nie. Sie ist weitgehend unbekannt. Dabei ist sie, neben dem Militär, das zweite Standbein der Bundeswehr. Ohne ihre Arbeit wären die Soldaten wirkungslos. Sie würden keinen personellen und materiellen Nachschub bekommen, der monatliche Sold bliebe aus, und auf die psychologische Betreuung müssten sie ebenfalls verzichten. Rund 100000 Mitarbeiter sind bei der Bundeswehrverwaltung beschäftigt. Sie ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands.

Die besten Jobs von allen

Als Lehrer und Dolmetscher bei der BundeswehrMarina Döring, 32, ist eher zufällig dort gelandet. Nach dem Abschluss ihres Studiums der Anglistik und Slawistik vor sechs Jahren suchte sie eine Stelle. Bei ihrer Recherche stieß sie auf die Homepage des Bundessprachenamts. "Die suchten Lehrer und Dolmetscher. Also habe ich eine Bewerbung losgeschickt." Mit Erfolg.Seit Mai 2004 unterrichtet sie Offiziersanwärter in Englisch. Und bei einem freiwilligen dreimonatigen Einsatz in Usbekistan dolmetschte sie Russisch für die Truppen. Momentan absolviert Döring einen Lehrgang über Recht und Verwaltung. Es soll der nächste Karriereschritt werden für die Regierungsrätin, die noch nicht verbeamtet ist und hinter ihrem Titel das Kürzel z.A. führt, "zur Anstellung". "Die Vielfalt meiner Arbeit begeistert mich", sagt sie und empfiehlt Absolventen, sich gegebenenfalls auch beim Bundessprachenamt zu bewerben.Die Chancen für Bewerber sind gutBewerbungen sind willkommen. "Wir haben permanenten Bedarf und brauchen junge Einsteiger", sagt Oberregierungsrat Markus Nurischad. Er ist zuständig für das Recruiting der Bundeswehrverwaltung. Vor allem Ingenieure und IT-Spezialisten hätten gute Chancen, außerdem Ärzte und eben Sprachwissenschaftler. Bei Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern schwankt die Nachfrage.Akademiker schlagen bei der Bundeswehr für gewöhnlich die Beamtenlaufbahn ein. Absolventen mit Diplom-, Magister- oder Masterabschluss steigen in den höheren Dienst, FH- und Bachelor-Absolventen in den gehobenen Dienst ein.