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Unesco

Arbeiten am Weltkulturerbe

Britta Domke
Von diesen Jobs träumen Kulturfans: Parks und Schlösser erhalten, dem Erdboden seine Geschichte entlocken - daran arbeiten Akademiker rund um die Welterbestätten.
Der Kölner Dom war 2005 als Weltkuturerbe umstrittenFoto: © Thorsten Gruber - aboutpixel.de
Welterbestätten - das klingt ein bisschen nach Skulpturen-Friedhof und verstaubten Büchersälen. Schade eigentlich. Denn was sich hinter dem drögen Begriff verbirgt, ist das Exquisiteste, was Deutschland kulturell zu bieten hat: Kirchen, Parks und Schlösser, ja ganze Altstädte, Inseln und Täler stehen unter dem Schutz der Unesco.Neben den 30 Weltkulturerbestätten beherbergt Deutschland mit der Grube Messel auch ein Weltnaturerbe. Schlagzeilen machen die Denkmäler meist nur, wenn eines von ihnen - wie 2005 der Kölner Dom - auf der Roten Liste der bedrohten Stätten landet.
Dabei sind Deutschlands Welterbestätten nicht nur Anziehungspunkte für Touristen, sondern auch Arbeitsplatz für Kulturexperten.

Die besten Jobs von allen

Hier kümmern sich Denkmalschützer und Tourismus-Manager, Architekten und Museumsleiter darum, dass die Denkmäler für Besucher und zukünftige Generationen erhalten bleiben. Auf den nächsten Seiten stellen wir vier spannende Jobs rund um deutsche Welterbestätten vor - von der Landschaftsarchitektin über die Restauratorin bis hin zum Archäologen. Sogar studieren kann man das Unesco- Welterbe: Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus bietet seit 1999 den weltweit einzigartigen Masterstudiengang "World Heritage Studies" an. In vier Semestern machen sich Geografen, Architekten oder Denkmalpfleger aus derzeit 29 Ländern fit für eine Führungsaufgabe.Übrigens: Wer sich jetzt schon in Startposition für Welterbejobs bringen möchte, dem sei Regensburg empfohlen. Im Juli trifft sich das Welterbekomitee der Unesco, um über die Aufnahmekandidaten zu entscheiden. Regensburg ist einziger deutscher Bewerber. Wenn's klappt, bringt das jede Menge Touristen in die Stadt - und neue Jobs für Kulturbegeisterte.Zeche Zollverein und Muskauer ParkZeche Zollverein Eine Zeche, so unfertig wie der Kölner Dom: Er war ganz mutig gewesen und hatte einfach seine Bewerbungsunterlagen vorbeigebracht. Bei Rem Koolhaas, dem Rotterdamer Star-Architekten, hätte Wojciech Trompeta zu gerne gearbeitet. Doch der Spontanbesuch im Architekturbüro blieb erfolglos - Trompeta hörte nie wieder etwas von seiner Bewerbung. Dass er heute auf der Essener Zeche Zollverein trotzdem mit Koolhaas zusammenarbeitet, ist einer der wunderbaren Zufälle seines Arbeitslebens. Das begann 1994 - mit dem Gewinn eines Wettbewerbs für Architekturstudenten."Wir sollten ein Zechengelände in Dortmund umgestalten", erinnert sich Trompeta, der damals noch im polnischen Gleiwitz studierte. Die Preisträger durften sechs Monate in Deutschland arbeiten, unter anderem im Essener Architekturbüro Heinrich Böll, das sich auf die Umnutzung der Zeche Zollverein spezialisiert hat. Wieder nahm Trompeta seinen Mut zusammen, fragte, ob er auch nach dem Praktikum bleiben dürfe. Er durfte. Und baut seitdem die "schönste Zeche der Welt" für moderne Zwecke um.

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