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Sportbranche
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Professionalisierung des Sports

Anpfiff für Business-Profis

Thomas Mersch, Stefan Merx
Die Kommerzialisierung des Sports schürt die Nachfrage nach Wirtschafts- und IT-Experten.
Hypo-Vereinsbank, UBS Deutschland, Bayern LB – nach drei prominenten Vorstandsposten im Kreditgewerbe wechselte Jan-Christian Dreesen im Jahr 2013 in den Mittelstand. Sein Arbeitgeber heißt seitdem FC Bayern München. Die Fußball-AG ist mit 524 Millionen Euro Umsatz der wirtschaftlich stärkste Sportklub im Land. Dreesen wacht beim Rekordmeister über die Finanzen: Er ist Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandschef. Als damaliger Verwaltungsratschef der Bayern LB klatschte selbst Markus Söder Beifall: "Der FC Bayern verpflichtet nur gute Leute", sagte der bayerische Staatsminister für Finanzen.

Eine solche Chance bekomme man nur einmal im Leben, kommentierte Dreesen selbst den Schritt. "Man kann diese Möglichkeit vorbeischwimmen lassen – oder zugreifen." Ein Top-Banker im Fußballgeschäft: Es ist ein deutliches Zeichen für die beschleunigte Professionalisierung, die der Sport in Deutschland in den vergangenen Jahren vielerorts erlebt hat.

Sportkarriere längst nicht mehr alleinige Eintrittskarte

"Die Sportbranche ist zuletzt stärker gewachsen als das Bruttoinlandsprodukt – und das wird auch weiterhin so sein", sagt Christoph Breuer, Leiter des Instituts für Sportökonomie und Sportmanagement an der Sporthochschule Köln. "Das hat zu einer Transformation beim Personal geführt. Profunde Business-Skills sind zunehmend wichtiger als eine Sportkarriere, die früher oft die Eintrittskarte war."

Ob bei Klubs und Verbänden, in Beratungs- und Vermarktungsagenturen oder den Sponsoringabteilungen der Werbepartner – "in allen Segmenten des Sportbusiness stieg zuletzt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften", sagt Oliver Michels, Geschäftsführer der Frankfurter Beratungsagentur Ajoint, die mit ihren rund 100 Mitarbeitern unter anderem das Sponsoring der Bank Unicredit in der Fußball-Champions-League steuert und Werbekampagnen für den russischen Energiekonzern Gazprom, Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, plant und umsetzt.

Außer für Sportökonomen sieht Michels vor allem für Wirtschaftswissenschaftler und Kommunikations- sowie Marketingspezialisten gute Chancen in der gesamten Branche. "Aber auch akademische Quereinsteiger können passen", sagt er. Besonders begehrt seien derzeit zudem Experten für digitale Fragen. "Hier herrscht ein starker Wettbewerb um die eher raren Ressourcen."

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