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Menschen durchschauen
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Personalführung

Anleitung zum Menschenlesen

Tina Groll, zeit.de
Arbeitgeber könnten viel von Geheimagenten lernen, behauptet Leo Martin. In seinem Buch erklärt der Ex-Agent, wie man Mitarbeiter durchschauen kann.
Viele Missverständnisse und Konflikte entstehen, weil man glaubt, andere müssten die Dinge genauso sehen wie man selbst. Das ist nicht der Fall. Wer den anderen also durchschaut, ist ihm voraus.

Leo Martin ist jemand, der andere durchschaut. Wenigstens behauptet der ehemalige Geheimagent das von sich.

Jetzt schreibt er Sachbücher, arbeitet als Coach und Trainer und bringt Führungskräften bei, wie Denk- und Handlungsmuster unterbewusst ablaufen. Gelernt hat er das in seiner zehnjährigen Tätigkeit für den Inlandsnachrichtendienst.

Blitzschnelles Einsortieren

Als Experte für organisierte Kriminalität warb Martin V-Männer an. Bei diesem Job war seine Fähigkeit, Menschen blitzschnell einordnen zu können, entscheidend. Und diese Fähigkeit sei erlernbar, behauptet Martin in seinem neuen Buch "Ich durchschau Dich!".

Dabei greift er auf gängige, einfache Erkenntnisse aus der Psychologie sowie aus dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) zurück, einem Metaprogramm, das in der Psychologie, Therapie, beim Coaching, aber auch im Management angewendet wird.

Wilder Krimi mit vielen Tricks

Der Autor ergänzt diesen theoretischen Unterbau mit Erkenntnissen aus der Lügen-Forschung des amerikanischen Wissenschaftlers Paul Ekman – fertig ist der Ratgeber zum Menschenlesen, den Martin mit Kriminalanekdoten aus seiner Agententätigkeit anreichert.

Der Agent Martin trifft den V-Mann Tichow, der als Geldkurier für die Russenmafia gearbeitet hat und allerbeste Kontakte in die organisierte Kriminalität hat. Aus der Begegnung mit dem V-Mann entspinnt sich ein wilder Kriminalroman, der immer wieder aufgebrochen wird durch kurze Analysen, in denen der Autor seine Tricks erklärt.

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