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Goodies

Alles geschenkt: Alternativen zur Gehaltserhöhung

Steffi Sammet
Viele Firmen bessern das Gehalt ihrer Mitarbeiter indirekt durch steuerfreie Goodies auf. Was Dienstwagen, Personalrabatte oder Betriebsrenten in harten Euros wert sind und worauf beim Verhandeln zu achten ist.
Mit dem Laptop Steuern sparenFoto: © erwinova - Fotolia.com
Seit diesem Sommer können die Mitarbeiter des Landmaschinenbauers Grimme ihr Gehalt aufbessern: Wer kleine Kinder hat, erhält vom Unternehmen einen steuerfreien Kindergartenzuschuss von bis zu 600 Euro pro Jahr. Von einer vergleichbaren Gehaltserhöhung in bar würden die Mütter und Väter bei weitem nicht so profitieren: Nach Abzug von Steuern und Abgaben blieben von 600 Euro kaum mehr als 400 Euro übrig.Fast 40 Prozent der Firmen bessern die Gehälter ihrer Leute auf indirektem Wege auf, indem sie ihnen Laptops, Tankgutscheine oder Kindergartenzuschüsse spendieren, ermittelte die Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin in einer Studie. Für Beschäftigte wie Unternehmen zahlen sich die bargeldlosen Goodies gleichermaßen aus - schließlich sind sie größtenteils steuer- und sozialabgabenfrei und können als Ausgaben gewinnmindernd von der Steuer abgesetzt werden. Ein Argument, das in Zeiten knapper Kassen bei Chefs besonders gut zieht. "Schlaue Arbeitnehmer machen in Gehaltsverhandlungen auch auf diese Möglichkeiten aufmerksam", empfiehlt der Landshuter Steuerberater Thomas Küffner. Zwar kann solch ein Extra jederzeit wieder gestrichen werden, bringt aber unterm Strich oft mehr als eine Gehaltserhöhung in bar. Und warum soll man sich Ausgaben, die ohnehin für das tägliche Leben anfallen, nicht vom Unternehmen sponsern lassen?

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Clever kombinierenWer steuerfreie Extras ergattern will, sollte sich gut auf das Gespräch mit seinem Boss vorbereiten. "Wichtig ist, dass ein Mitarbeiter weiß, welche Extras ihm die größten Vorteile bringen", erklärt Gehaltscoach Martin Wehrle. Will er seine Karrierechancen verbessern, ist die Finanzierung von Weiterbildungsseminaren wertvoller als ein Kindergartenzuschuss, für Vielfahrer lohnen Tankgutscheine mehr als ein Diensthandy. Die Palette der abgabefreien Gratifikationen reicht von der betrieblichen Altersvorsorge über Dienstwagen, Laptop, Warengutscheine und Essensgeld bis zur Weiterbildung. Je nach Branche und Unternehmenskultur kommen weitere Extras hinzu: Beim Sportartikelproduzenten Adidas zum Beispiel kaufen die Mitarbeiter zu lukrativen Personalrabatten ein. Der Spielwarenhersteller Playmobil bezuschusst die Mitgliedschaft in einem Fitness-Center mit 25 Euro pro Jahr.Das klingt erst mal nicht berauschend, doch Kleinvieh macht auch Mist. "Wie beim Essensgeld sind es oft nur kleine Beträge, die Unternehmen drauflegen können - aber auf das ganze Jahr gesehen, summiert es sich ganz schön", weiß Lars Zipfel, Steuerberater bei Ernst & Young. Wer seine Goodies vielfältig kombiniert, kommt so auf mehrere tausend Euro zusätzlich - netto.Fiskus guckt mitEinigen sich Arbeitnehmer mit ihren Chefs auf die Zahlung solcher Extra-Bonbons, dürfen ihnen bei der Ausgestaltung keine Fehler unterlaufen. Denn sobald eifrige Finanzbeamte hinter den gewährten Zuschüssen ein "erhebliches Eigeninteresse" der Arbeitnehmer wittern, stufen sie sie als "geldwerte Vorteile" ein und behandeln sie wie Gehalt - mit den üblichen Abzügen, die dann nachzuzahlen sind.In diese Falle waren Mitglieder der Geschäftsleitung eines Herrenausstatters getappt: Sie hatten jedes Jahr Stücke aus der neuesten Kollektion zum Vorzugspreis erhalten. Obwohl die Kleiderordnung des Ausstatters die Manager verpflichtete, die hauseigene Marke zu tragen, kam der Bundesfinanzhof in seinem Urteil zu dem Schluss, dass der private Vorteil zu groß und die Einkäufe somit steuerpflichtig seien - schließlich überschritten die Einkäufe den zulässigen Personalrabatt von 1.080 Euro pro Jahr um ein Vielfaches (BFH VI R 60/02).Für nahezu jedes Extra gilt es, die Höchstgrenzen oder bestimmte Formvorschriften zu beachten. Wie die gängigen Goodies auszuhandeln sind, damit sie auch steuerfrei bleiben, und was sie übers Jahr bringen:Altersvorsorge: Weitsichtige Arbeitnehmer nützen die Steuerfreiräume aus, die der Arbeitgeber für eine Betriebsrente bietet. Pro Jahr kann das Unternehmen bis zu 2.520 Euro steuer- und sozialabgabenfrei für die Rente des Mitarbeiters zurücklegen. Je nach Vertrag sind sogar noch weitere 1.800 Euro steuerbegünstigt möglich. Im Alter sind für die Betriebsrente meist Steuern sowie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig. Goodie-Effekt: 2.520 bzw. 4.320 Euro/JahrDienstwagen: Den Dienstwagen gibt es zwar nicht komplett steuerfrei, dennoch spart er viel Geld: Das Unternehmen übernimmt die Anschaffungskosten, Versicherung, Benzin, Wartung und Reparaturen; der Mitarbeiter zahlt die Steuern und Sozialabgaben nur für den Teil, der für private Fahrten anfällt. Als Berechnungsgrundlage für den geldwerten Vorteil setzt das Finanzamt pauschal ein Prozent des Bruttolistenpreises an. Zusätzlich kommen 0,03 Prozent pro Kilometer zwischen Wohnung und Büro hinzu, welche aber wieder ganz beziehungsweise ab 2007 zumindest teilweise als Werbungskosten abgesetzt werden können. Alternativ zur Ein-Prozent-Pauschale kann die Privatnutzung auch per Fahrtenbuch nachgewiesen werden. Da die Finanzbeamten die Fahrtenbücher inzwischen mit Hilfe statistischer Methoden auswerten, kommen sie Mogeleien schnell auf die Schliche. Das Finanzgericht Münster überführte einen Dienstwageninhaber, der bei den erfundenen Kilometerangaben unbewusst immer wieder dieselben Zahlen benutzte (1 K 6384/03). Goodie-Effekt: bis zu 15.000 Euro/Jahr je nach Auto und PrivatanteilEssensgeld: Zuschüsse zur Verpflegung in Form von Restaurantschecks, Essensmärkchen oder Kantinenbereitstellung ist der Klassiker unter den Gehaltsextras. 2,64 Euro müssen Mitarbeiter dabei aus eigener Tasche begleichen, den Rest kann der Arbeitgeber abgabenfrei beisteuern, solange der Zuschuss 3,10 Euro nicht übersteigt. Goodie-Effekt: rund 800 Euro/Jahr

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