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Nachhhaltigkeit
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Job-Trend Nachhaltigkeit

Alles bleibt im Kreislauf

Andreas Schulte
Nachhaltigkeit wird zum wichtigen Kaufkriterium. Viele Firmen suchen deshalb nach Spezialisten für verantwortungsvolles Wirtschaften.
Lothar Hartmann ist in seinem Geschäft ein alter Hase. Seit 15 Jahren arbeitet er als Nachhaltigkeitsmanager beim fränkischen Versandhändler Memo. "Ökologisch, günstig, fair": So bewirbt Memo seine rund 10 000 Produkte – vom Recycling-Aktenordner bis zum Gartenstuhl.

Betriebswirt Hartmann erstellt nicht nur die jährliche Ökobilanz für das Unternehmen. Er kümmert sich auch um das Gesundheitsmanagement für die 130 Mitarbeiter und legt fest, auf welche Waren man besser im Katalog verzichtet, etwa weil sie die Umwelt belasten.

Das ökologische Geschäftsmodell ist erfolgreich: Umweltbewusstsein wird für Verbraucher wichtiger bei der Kaufentscheidung – und so wächst auch Memo. Lothar Hartmann bekommt mehr zu tun: "In den letzten Jahren hat die Arbeit zugenommen", sagt er. 

Verordnete Verantwortung 

Eine weitere Kollegin unterstützt ihn – so kümmert sich das kleine Team auch um Ökobilanzen für Produkte, die im Firmenauftrag gefertigt werden. Ob es um Ökobilanzen geht, die Qualität von Arbeitsbedingungen oder soziales Engagement: "Der Bedarf an Nachhaltigkeitsmanagern wächst", sagt Ludger Heidbrink, Gastprofessor für Corporate Responsibility und Corporate Citizenship an der Uni Witten-Herdecke.

Das Thema dürfte in Zukunft noch mehr Relevanz bekommen: Die Europäische Union will Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern verpflichten, ihr gesellschaftliches Engagement zu dokumentieren. Wann die Berichtspflicht kommen und wie umfangreich sie sein wird, ist noch nicht klar. Nach Angaben des Netzwerks CSR Europe könnten rund 18 000 Unternehmen in Europa von der EU-Berichtspflicht betroffen sein. Bislang berichten nur 2 500 Unternehmen.

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