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Mein schlimmster Job

Allergische Reaktion auf die Gartenarbeit

Claudia Obmann
In der Handelsblatt-Serie "Mein schlimmster Job" erzählen Prominente aus Wirtschaft, Politik und Kultur von ihren ersten skurillen Erfahrungen im Berufsleben. Diesmal: Walter Jochmann, Geschäftsführer der Kienbaum Managementberatung. Er versuchte sich als Landschaftsgärtner - und litt unter Heuschnupfen.
Kienbaum-Geschäftsführer Walter JochmannFoto: © PR
Als Oberstufenschüler wollte ich mir ein paar Mark nebenbei verdienen. Von Bekannten erhielt ich den Tipp, dass ein Landschaftsgärtner in meiner Heimatstadt Lüdenscheid Aushilfen suchte, um die Grünflächen rund um etliche große Wohnanlagen im Sauerland zu pflegen. Da bewarb ich mich natürlich sofort um einen Job. Ich dachte, das sei doch ein schöner Ausgleich zu dem vielen Rumsitzen in der Schule.Beim Bewerbungsgespräch war die Rede davon, Bäume und Hecken zu stutzen, Unkraut in den Blumenbeeten zu jäten und den Rasen mit einem fahrbaren Mäher zu schneiden. Ich habe zwar keinen grünen Daumen, aber das hörte sich für mich abwechslungsreich an, und ich freute mich so richtig darauf, in meinen Sommerferien den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein.

Die besten Jobs von allen

Was ich jedoch nicht bedacht hatte, war, dass es bei jeder Witterung hieß: alle Mann raus zum Objekt. Ganz gleich, ob es regnete, stürmte oder die Sonne vom Himmel brannte, morgens um sieben Uhr fuhr die Truppe los. Vor Ort teilte der Meister dann den Zweier- und Dreier-Teams ihre jeweilige Aufgabe für die nächsten acht bis neun Stunden zu.Zuerst wunderte ich mich nur, dass ich ständig niesen musste, dann kribbelte und tropfte meine Nase und meine Augen röteten sich und tränten. Bald sah ich aber kaum noch was. Das ist gar nicht gut, vor allem dann nicht, wenn man mit einer Heckenschere oder anderem scharfen Gerät zugange ist. Wie sich rausstellte, hatte ich starken Heuschnupfen. Die vielen frisch geschnittenen Gräser sowie die aufgewirbelten Blätter und Blüten um mich herum brachten meine Allergie so richtig zum Ausbruch.Zum Glück habe ich aber weder mich noch einen der Kollegen damals ernsthaft verletzt. Daran, den Job wegen meines Heuschnupfens hinzuschmeißen, dachte ich überhaupt nicht. Für sechs bis sieben Mark die Stunde, so fand ich, ließ sich das Ganze aushalten und dank ein paar Augentropfen schließlich auch recht gut in den Griff bekommen.Richtig zu schätzen lernte ich den zunächst von mir gefürchteten Regen, denn dann wirbelten nicht mehr ganz so viele Pollen durch die Luft, und die Gartenarbeit fiel mir daher manchmal sogar leichter als bei strahlendem Sonnenschein.Lesen Sie von anderen schlimmsten Jobs: 
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Dieser Artikel ist erschienen am 05.08.2010

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