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Arbeitswelt

Achtung Fettnapf: Tipps zum sicheren Berufseinstieg

Teil 2

Die Kleiderfrage: Was ziehe ich bloß an?Foto: © Heide Hibbard - Fotolia.com
Fettnapf OutfitManch einer ist in Sachen Kleidung unsicher und kramt für den ersten Tag das Outfit vom Bewerbungsgespräch aus dem Schrank. Keine gute Idee. Der Anzug oder das Kostüm von damals ist den Gesprächspartnern noch in Erinnerung. Schließlich hat man lange und intensiv zusammen gesessen. "Grundsätzlich gilt: Lieber erstmal zu gut als zu leger angezogen sein. Später kann ich mich immer noch anpassen", empfiehlt Christina Tabernig. Sie ist die Gründerin der Königsteiner Agentur korrekt!, die Einzel-Coachings und Seminare zum Thema Business-Etikette veranstaltet.Nicht vergessen sollten Neueinsteiger, dass Kleidung immer auch ein Signal ist: "Sie zeigen damit, wo sie hin wollen und in welchen Positionen sie vorstellbar sind", erklärt Petra Begemann. "Neue Kollegen demonstrieren mit ihrem Business-Look aber auch, dass sie bei den übrigen Anzug- und Kostümträgern mitmachen wollen. Insofern haben es Paradiesvögel mit Vorliebe für Hawaihemden schwer, wenn sie nicht gerade in der Poststelle anheuern wollen."

Die besten Jobs von allen

Fettnapf DuzenWie sich Mitarbeiter anreden, hängt sehr von der Art des Unternehmens ab - von seinen Hierarchien, seinen Traditionen und der Branche selbst. In amerikanischen Firmen zum Beispiel dominiert das Du. In traditionsreichen deutschen Unternehmen mit ausgeprägten Hierarchien dagegen hält man sich ans Sie, genauso wie in klassischen Branchen - zum Beispiel der Automobilindustrie. Jüngere und kreative Branchen - IT, Medien und Mode etwa - haben das Du etabliert. "Ich empfehle dem Einsteiger immer das Sie, egal wo. Niemals darf ich als Fremder am ersten Tag mit dem Du vorpreschen, sondern es muss mir angeboten werden", erklärt Tabernig.Eines steht aber auch fest: Wenn sich alle duzen, muss ich mich anpassen. Alles andere wirkt unsympathisch. Laufen Sie und Du nebeneinander, sollte der Einsteiger sehr vorsichtig mit dem Du sein und es wie eine Auszeichnung behandeln. Begemann: "Oft ist es so, dass diejenigen, die einem schon am ersten Tag das Du anbieten, eher die Loser-Typen sind, die einen neuen Verbündeten suchen. Da darf man ruhig mal einen Satz wie "Ihr Angebot freut mich sehr, aber wissen Sie, im Job ist es mir erstmal lieber, wenn man beim Sie bleibt" anbringen. Sonst steckt man ganz schnell und unbeabsichtigt in der falschen Fraktion.Fettnapf VorstellenIm neuen Job hängt vom ersten Eindruck oft alles weitere ab. Schön ist, wenn der Chef den Neuzugang zum Beispiel in einem Meeting den Kollegen vorstellt. Doch dort müssen nicht zwangsläufig alle Abteilungsmitarbeiter versammelt sein. Um Unhöflichkeit etwa gegenüber Sekretärinnen zu vermeiden ruhig am ersten Tag bei allen Abteilungskollegen persönlich vorbeischauen, sich mit vollem Namen vorstellen und betonen, dass man sich freut, ab sofort mit im Team zu sein. Dabei lässt sich auch in Erfahrung bringen, ob ein Umtrunk zum Einstand angebracht ist - so lässt sich einer schwer wettzumachenden Unterlassungssünde vorbeugen.Fettnapf ArbeitszeitSchon vorab lässt sich klären, wie die Arbeitszeiten sind. Klar will man am ersten Tag nicht gleich zu spät kommen. Deshalb lieber eine Bahn früher nehmen und entspannt, gut gelaunt und unverschwitzt am neuen Arbeitsplatz eintrudeln. Einsteiger betreten ihr neues Unternehmen zwar am besten pünktlich, aber nicht mehr als zehn Minuten früher als gewünscht. Sonst kann es passieren, dass sie wie Falschgeld herumstehen, bis ihr Ansprechpartner eintrifft. Das ist peinlich für beide Seiten. Auf gar keinen Fall sollten Frischlinge gleich auf fixe Start- und Feierabendzeiten pochen, sondern sich variabel zeigen, wenn besondere Aufgaben zum Beispiel mal eine Extraschicht fordern.Fettnapf KuschelfaktorWen trotz aller Vorfreude auf die neue Stelle der Job-Blues erwischt, braucht den Kopf nicht hängen zu lassen. Auch das ist völlig normal. "Einsteiger haben einfach ungeheuren Stress. Sie merken nach und nach, dass ihr neuer Arbeitgeber nicht nur Schokoladenseiten hat. Sie vermissen die Nestwärme. Und die Autopilotfunktion, die mit zunehmender Sicherheit einsetzt, fehlt noch", erklärt Karriereberaterin Begemann.Die meisten Anfänger fühlen sich bei der Arbeit erst dann so richtig wohl, wenn die ersten privaten Kontakte geknüpft sind. "Gegen einen gemeinsamen Drink nach Feierabend ist auch überhaupt nichts einzuwenden", so Christina Tabernig, aber ein paar Spielregeln gibt es dafür schon: Wer als Mann mit einer Kollegin ausgehen will, sollte noch eine weitere Person dazu bitten, "sonst wirkt es schnell aufdringlich". Und in Sachen Small-Talk gilt, gerade für Jobneulinge: äußerste Zurückhaltung beim Lästern und Geheimnisse ausplaudern, auch wenn es noch so verlockend ist. Dabei haben sich schon viele den Mund verbrannt.Und zu guter Letzt: Um sich nicht nur datentechnisch mit Handy und Laptop für den neuen Job zu vernetzen, sondern sich auch ins soziale Gefüge ihres Arbeitgebers zu integrieren, sollten Berufseinsteiger wie Alexandra Lau und Philipp Benke ihren Capgemini-Kollegen ruhig ein wenig Privates und Persönliches über sich selbst erzählen. Vorbeugend sozusagen und wohldosiert. Denn Coach Christina Tabernig weiß: "Wenn ich mich als privater Geheimniskrämer stilisiere, bilden ganz fix die anderen mein Image."
Dieser Artikel ist erschienen am 01.11.2007

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