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Im Süden Deutschlands sind die Jobchancen am besten.
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Arbeitsmarkt in Deutschland

Ab in den Süden

Kerstin Dämon, wiwo.de
Der deutsche Arbeitsmarkt ist im Aufwind. Doch nicht überall sind die Chancen für Bewerber gleich gut. Während in manchen Ländern auf eine offene Stelle zwei Arbeitslose kommen, sind es anderswo mehr als elf Kandidaten.
Es sieht gut aus auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Allein im letzten Jahr haben deutsche Unternehmen mehr als drei Millionen Stellenangebote veröffentlicht. Das sind 15 Prozent mehr als noch im Jahr 2015, wie eine Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit zeigt. Besonders Unternehmen aus Norddeutschland hatten Bedarf: allein in Schleswig-Holstein ist die Zahl der Stellenanzeigen um 25 Prozent gestiegen.

Gesucht wurden nahezu alle Berufsgruppen, Spitzenreiter war jedoch das medizinische Pflegepersonal: Binnen eines Jahres hat sich der Untersuchung zufolge die Nachfrage nach Krankenschwestern beziehungsweise -pflegern hat sich fast verdoppelt.
 
Nicht überall sind die Chancen gleich gut

Und auch 2017 hält der Trend an, die Unternehmen suchen Fachkräfte aus nahezu jedem Bereich. Wer arbeitslos ist oder den Job wechseln möchte, hat also gute Chancen.

Doch nicht überall schlägt sich diese Entwicklung nieder, wie eine Arbeitsmarktstudie der Jobsuchmaschine Adzuna zeigt. Dafür hat das Unternehmen 785.000 aktuellen Stellenanzeigen mit den Januar-Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit verglichen, um die Wettbewerbssituation in jedem regionalen Arbeitsmarkt zu bestimmen.

Das Ergebnis: Im Süden Deutschlands sind die Jobchancen – verglichen mit den Schlusslichtern Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern – sechsmal höher.

Schon in den Vorjahren waren die Jobaussichten in Baden-Württemberg und Bayern deutlich besser als in den ostdeutschen Bundesländern – die Löhne übrigens auch. "Allen Bewerbern, die sich zu Jahresbeginn auf die Jobsuche machen empfehlen wir, auch einen Ortswechsel in Betracht zu ziehen", sagt Inja Schneider, Country Manager Deutschland bei Adzuna. "Durch die ungleiche Verteilung der Wettbewerbsintensität könnte dies Jobchancen drastisch erhöhen."


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 24.02.2017

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