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Medienexperten: Zwischen Vorteil und Vorsicht
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Medienexperten im Job-Zwiespalt

Zwischen Vorsicht und Vorteil

JU | karriere.de
Fluch und Segen der Digitalisierung spüren Medienexperten besonders: Die Branche leidet und boomt zugleich. Während die Medienkrise besonders den traditionellen Journalismus zeichnet, gehören digitale Medien-Profis zu gesuchten Zeitgenossen. Das spiegelt sich in den Stellenausschreibungen: Die Zahl im Berufsfeld Medien geht derzeit leicht zurück und gleichzeitig gibt es nicht genug spezialisierte Fachkräften, die sich bewerben wollen. Diese Situation wiederum macht die Branche interessant für wechselwillige Interessenten – speziell in ausgesuchten Berufssegmenten wie Marketing, PR & Kommunikation sowie Social Media.
Nicht nur angesichts sinkender Bewerberkonkurrenz können sich Medien-Experten glücklich schätzen: Denn seit Jahresbeginn gab es für sie einen überdurchschnittlichen Zuwachs an Stellenangeboten von 44,19 Prozent, der nach dem Allzeithoch im Oktober nur durch eine leichte Abschwächung um 3,14 Prozent getrübt wurde. Am gesamten Arbeitsmarkt betrug die Steigerung der Stellenangebote im Berichtszeitraum deutlich geringere 24,33 Prozent.

Der große Angebots-Überhang sorgt dafür, dass nicht nur erfahrene Medien-Profis beste Karriere-Möglichkeiten haben. Auch Berufsanfängern eröffnet der feste Job-Markt gute Einstiegs-Chancen. Die Entwicklung im gesamten Berufsfeld Medien zeigt in drei von fünf analysierten Medien-Jobbereichen sogar weitere Steigerungen.
Grafik Medien          Im Juli 2016 setzte der auffällige Aufwärtstrend am Job-Markt für für Medien-Profis ein, der im Oktober in einem auffälligen Hoch gipfelte. Seitdem ging die Zahl der Stellen- anzeigen nur unerheblich zurück.
Auch die Bewerberzahlen stiegen seit August und erreichten im Oktober ein Jahreshoch. Der im November gemessene Nachfragerückgang auf Bewerberseite um 8,28 Prozent macht es wechselwilligen Experten jetzt leicht auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Medien-Experten aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Marketing-Fachkräfte waren im November 2016 gesucht wie nie zuvor


Medienkrise hin, Medienkrise her, der Arbeitsmarkt für Medien-Spezialisten präsentierte sich zuletzt von seiner festen Seite. Im karriere.de-Ranking belegt das Berufsfeld einen ausgezeichneten 3. Platz unter 18 analysierten, nur Bewerber aus Wissenschaft & Forschung (+ 87,98 Prozent) und Gesundheits-Experten (+ 52,13 Prozent) werden stärker gesucht.

Sehr erfreulich bleibt der mehr oder weniger deutliche Angebots-Überschuss in allen fünf untersuchten Bereichen, der die Suche nach dem idealen Job erleichtert.

GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Marketing: + 83,63 Prozent
Marketing-Manager, Customer Insights, Brand Manager

PR & Kommunikation: + 53,99 Prozent
Pressesprecher, Pressearbeit, Public Relations

Social Media: + 50,85 Prozent
Search Engine, SEO, SEA, Search Marketing

Redaktion: + 12,0 Prozent
Fachredakteur, Redakteur, Bildredakteur, Chefredakteur

Mediengestaltung: + 5,37 Prozent
Mediengestalter, Grafiker, Grafikdesigner, Art Director

Der Job-Markt für Marketing-Profis zeigte sich zuletzt von seiner besten Seite. Nach 3.157 freien Stellen (Januar) markierten 5.567 Arbeitsangebote im Oktober ein historisches Hoch, das mit 5.797 Anzeigen im November getoppt wurde. Trotz stark gestiegener Nachfrage (+ 30,87 Prozent) bietet der große Angebots-Überschuss exzellente Job-Chancen, selbst Berufseinsteiger können sich Aufstiegsmöglichkeiten ausrechnen. Und ein Ende der Hausse ist nicht in Sicht.

Überdurchschnittlich stieg auch die Zahl der Annoncen im Segment PR & Kommunikation. 2.279 vakante Jobs (Januar: 1.480; Oktober: 2.140) markierten ein neues Jahreshoch und den höchsten Stand seit März 2015. Die Bewerberzahlen verminderten sich dagegen um 10,60 Prozent, sodass wechselwillige Fachkräfte bei leichtem Angebots-Überhang über sehr gute Chancen auf der Suche nach dem Traumjob verfügen.

Der Bereich Social Media war der einzige, in dem die Oktoberzahlen nicht überboten werden konnten, die mit 1.730 offenen Stellen ein neues Hoch markierten. Doch im Vergleich zu Januar (1.005) waren 1.516 Arbeitsangebote im November immer noch ein herausragender Wert, zumal sich die Bewerber-Nachfrage um 24,73 Prozent reduzierte. Da das Job-Angebot größer als die Bewerberzahl ist, können sich Social-Media-Spezialisten beste Chancen auf der Suche nach dem passenden Job ausrechnen.

Die Zahl der Stellenausschreibungen im Segment Redaktion stieg von 4.583 im Januar auf 5.133 im November. Im Oktober lag er bei 4.832. Der Jahresbestwert von Mai (5.883) wurde erneut nicht erreicht, doch das nachlassende Bewerberinteresse um 4,29 Prozent gegenüber Januar und das Angebotsplus sorgen für beste Karriere-Chancen – auch für Berufsanfänger.

Mediengestaltung war erneut der Bereich mit dem geringsten Zuwachs, gegenüber Januar mit 4.134 Annoncen beziehungsweise Oktober mit 4.178 Annoncen hielt der Aufwärtstrend mit 4.356 Stellenvakanzen aber an. Bewerber profitierten im November vom überdurchschnittlichen Nachfragerückgang seit Oktober (– 25,56 Prozent), der dem Segment wieder einen leichten Angebots-Überschuss bescherte. So haben Spezialisten wieder gute bis sehr gute Chancen.

VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Keine Verlierer.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Durchschnittlich 2.225 Angebote im Berufsfeld Medien wurden im November 2016 täglich in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Medien
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 09.01.2017

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