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Upgrade für ausgefuchste HR-Profis
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Job-Perspektiven Personalwesen

Upgrade für ausgefuchste HR-Profis

JU | karriere.de
Schon Ende des vergangenen Jahres deutete es sich an: Die Talsohle im Job-Angebot für Personal-Spezialisten war überwunden, neue Höchststände blieben jedoch aus. Jetzt hat karriere.de die Chancen und Risiken bei der Jobsuche in neun ausgesuchten Berufssegmenten neu bewertet. Das Ergebnis: Viele Tops, wenige Flops – die Zeit für ein Upgrade ist gekommen..
Personalfachkräften kommt in Zeiten des boomenden Job-Markts und des anhaltenden Wirtschaftswachstums eine besondere Bedeutung zu: Sie sind nicht nur für die Verwaltung und Organisation vorhandener Arbeitskräfte zuständig, sondern auch für die Rekrutierung geeigneter Kandidaten für neu zu besetzende Jobs. Keine leichte Aufgabe angesichts des so genannten Fachkräftemangels. So überrascht es nicht, dass mit dem Job-Feuerwerk zum Jahresende 2016 (5.775.668 freie Stellen) Personaler wieder stärker gesucht wurden. Zwar stieg die Zahl der Stellenausschreibungen für HR-Profis von Januar bis Dezember 2016 mit einem Plus von 23,76 Prozent (Bewerber: + 1,36 Prozent) nicht so stark wie die Arbeitsangebote am Gesamtmarkt (+ 30,36 Prozent; Bewerber: – 1,03 Prozent), doch für wechselwillige Experten bieten sich beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.
Grafik Personal          Nach der Oktober-Talsohle im Job-Angebot ging es bis Ende des Jahres 2016 wieder deutlich aufwärts. Das Jahreshoch aus August wurde allerdings nicht ganz erreicht.

Beinahe identisch verlief die Entwicklung der Bewerberzahlen, auch diese zogen nach dem Oktobertief bis Jahresende an. Der Angebots-Überschuss bietet qualifizierten Bewerbern beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Personal-Profis aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Steigende Bewerberzahlen beeinträchtigen Job-Suche in einzelnen HR-Segmenten


Gut ausgebildete und berufserfahrende Fachkräfte sind in Deutschland gefragt wie nie, Unternehmen und Behörden haben jedoch immer größere Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten für ihre ausgeschriebenen Stellen zu finden. Profiteure dieser Entwicklung sind auch HR-Profis, die mit ihrem Know-How für die Besetzung vakanter Stellen sorgen. Doch nicht alle Personal-Spezialisten werden gleichermaßen stark gesucht, so ist etwa im Segment Lohn & Gehalt ein Rückgang der offenen Stellen zu diagnostizieren, in anderen Bereichen sorgt die Tatsache, dass die Nachfrage das Angebot übertrifft, für steigenden Konkurrenzdruck bei der Job-Suche.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Personalbeschaffung: + 190,91 Prozent
Personalberater, Personaldisponent

Personalcontrolling: + 66,26 Prozent
Personalcontroller, Assistent Personalcontroller

Personalmanagement: + 43,03 Prozent
Personalsachbearbeiter, Personalkaufmann

Personalmarketing: + 29,34 Prozent
Headhunter, Recruiter

Personalreferent: + 27,28 Prozent
Referent Personalentwicklung

Personalleitung: + 24,62 Prozent
Direktor Human Resources, Teamleiter

Assistenz Personalleitung: + 12,63 Prozent
Personalassistent, Assistent der Personalleitung

Personalentwicklung: + 2,83 Prozent
Talentmanagement, Nachwuchsförderung

Personalbeschaffer gehörten 2016 zu den gefragtesten Experten, doch der Job-Markt ist winzig. Die Zahl der Job-Angebote stieg von 22 (Jan. 2016) auf 64 (Dez. 2016). Da im Dezember keine Bewerber vorhanden waren, sind die Chancen für berufserfahrene Bewerber bestens.

Ein deutlicher Aufwärtstrend kennzeichnet den Bereich Controlling. Mit 524 Annoncen (Jan. 2016: 326) wurde im Dezember ein neuer Jahresbestwert erreicht, der höchste Stand seit März 2013 (555). Bewerber haben bei 8,41 Prozent erhöhter Nachfrage und starkem Angebots-Überschuss allerbeste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Das Segment Personalmanagement hingegen leidet unter dem Nachfrage-Überhang, der seit Anfang 2014 besteht. Die Bewerberzahlen zogen seit Januar 2016 um 27,44 Prozent an, die Zahl der ausgeschriebenen Stellen erhöhte sich von 574 (Jan. 2016) auf 821 (Dez.). Lediglich berufserfahrene Experten haben Karriere-Chancen.

Vom Angebots-Überschuss profitieren Spezialisten im Bereich Personalmarketing (Jan. 2016: 559; Dez.: 723; Nachfrage: + 0,28 Prozent) und besonders Personalreferenten, die sich im Dezember mit 11.199 vakanten Stellen (Jan. 2016: 8.799) bei leicht gestiegenen Bewerberzahlen (+ 7,96 Prozent) über ein neues Jahreshoch freuen konnten. In beiden Segmenten bestehen sehr gute bis beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

Beste Job-Chancen bieten sich Personalleitern. 243 freie Stellen (Jan. 2016: 195) im Dezember bedeuten zwar einen Rückgang gegenüber November (275), doch die seit Januar 2016 um 26,57 Prozent überdurchschnittlich gefallene Nachfrage bietet Bewerbern beim starkem Angebots-Überhang allerbeste Aufstiegs-Chancen. Schwieriger hingegen gestaltet sich die Jobsuche für den Bereich Assistenz Personalleitung. Ein Stellenangebots-Zuwachs (Jan. 2016: 1.148; Dez.: 1.293) ist vorhanden, aber die Nachfrage-Steigerung um 11,77 Prozent sorgt für einen leichten Bewerber-Überschuss, der Konkurrenzdruck auf der Suche nach dem idealen Job steigt wieder.

Beinahe unverändert präsentierte sich das Job-Angebot im Segment Personalentwicklung, Im Dezember wurden 2.727 (Jan. 2016: 2.652) offene Stellen gezählt. Der überdurchschnittliche Nachfrage-Rückgang (– 32,28 Prozent) bei leichtem Angebots-Überhang bietet jedoch beste Karriere-Möglichkeiten.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Lohn & Gehalt: – 7,92 Prozent
Sachbearbeiter Lohn/Gehalt, Assistent Lohn/Gehalt

In der November-Auswertung noch unter den Gewinnern, rutschte der Bereich Lohn & Gehalt zum Jahresende wieder in die Verlierer-Zone. Die freien Arbeitsplätze ermäßigten sich auf 349 (Jan. 2016: 379), die Nachfrage hingegen stieg um 24,57 Prozent. So haben nur Experten bei dem durch den Bewerber-Überschuss stärker werdenden Konkurrenzkampf überhaupt Job-Aussichten.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 17.900 Angebote in den untersuchten HR-Segmenten wurden im Dezember in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Personal
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 18.01.2017

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