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Die Luft am IT-Job-Markt wird durch den starken Nachfrage-Schub zunehmend dünner.
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IT-Experten spüren Konkurrenzdruck

Trotz Rekordhoch: Die Luft wird dünner

JU | karriere.de
Die Zahl der annoncierten Stellen erreichte zu Beginn des 4. Quartals ein nie zuvor gemessenes Hoch. Beste Chancen für alle Informationstechniker und Telekommunikations-Profis – sollte man meinen. Doch die Luft am IT-Job-Markt wird durch den starken Nachfrage-Schub zunehmend dünner. Das zeigen die von karriere.de analysierten Berufsbereiche.
Das Thema Digitalisierung treibt das Job-Angebot für IT- und Telekommunikations-Spezialisten wie kein anderes auf immer neue historische Höchststände. So stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen seit Januar um 36,63 Prozent und übertrifft die des Gesamt-Arbeitsmarktes (+ 26,76 Prozent) deutlich. Doch es nicht alles Gold, was glänzt, denn gleichzeitig zogen die Bewerbernachfragen um überproportionale 35,32 (gesamter Arbeitsmarkt: – 2,78 Prozent) an. Folge: der Konkurrenzdruck im Berufsfeld IT & Telekommunikation steigt, die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job verringern sich. Allerdings bieten einzelne IT-Berufssegmente durch den extremen Angebots-Überschuss immer noch hervorragende Job- und Karrierechancen.
Grafik IT          Im Berufsfeld IT-&-Telekommunikation purzeln die Rekorde! Die erst im Juli und August von karriere.de gemessenen historischen Höchstwerte im Job-Angebot wurden im Oktober deutlich übertroffen.

Doch der Konkurrenzdruck steigt, denn seit dem Jahrestief im Januar erhöhten sich auch die Bewerbernachfragen überproportional und erreichten im Oktober ebenfalls ein neues Allzeit-Hoch.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für IT-Spezialisten aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Dauerthema Digitalisierung befeuert den IT-Job-Boom


Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in Sachen Digitalisierung geklagt wird. Dementsprechend verstärken die Unternehmen ihre Bemühungen, den Anschluss an die USA und Asien nicht endgültig zu verlieren. Dafür werden gut ausgebildete und berufserfahrene IT- und Telekommunikations-Fachkräfte dringend benötigt, sie haben somit nach wie vor beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Doch der Wettbewerb hat sich weiter verschärft. Karriere.de zeigt die Chancen in fünf ausgesuchten Berufs-Segmenten.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zum Januar 2016)

Security: + 56,03 Prozent
IT-Security-Engineer, Security-Administrator, IT-Sicherheitsmanager

Software: + 20,57 Prozent
Fachinformatiker, Entwickler, Datenarchitekten

Administration: + 19,33 Prozent
IT-Systemkaufleute, Netzwerk- und Systemadministratoren

Consulting: + 14,73 Prozent
Inhouse-Berater, IT-Berater, Projektmanager

Hardware: + 12,96 Prozent
Entwickler, System-Engineer, Informationselektroniker

Die größte Zuwachsrate verzeichnete wie bereits in der August-Untersuchung der Bereich Security, in dem nach 10.034 (Jan.) nie zuvor erreichte 15.656 Jobs (Okt.) angeboten wurden. Zeitgleich stieg die Nachfrage um spektakuläre 124,76 Prozent ebenfalls auf ein Allzeit-Hoch. Da die Nachfrage das Angebot extrem übertrifft, sinken bei heftigem Konkurrenzdruck die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

Der Job-Markt für Software-Profis präsentierte sich weiter stark (Okt.: 89.301 Annoncen; Jan.: 74.065), obwohl das Allzeit-Hoch von August (90.044) nicht mehr erreicht wurde. Bei immer noch vorhandenem starken Angebots-Überhang und im Vergleich zum gesamten Berufsfeld unterdurchschnittlich anziehenden Bewerberzahlen (+ 20,98 Prozent) haben berufserfahrene Fachkräfte weiterhin beste bis allerbeste Job-Chancen.

Nach dem historischen Höchststand von August (26.306 Stellenangebote) verringerte sich das Angebot im Segment Administration im Oktober (23.832), weist gegenüber Januar (19.971) aber immer noch einen Anstieg auf. Das Bewerberplus betrug im Vergleich zu Januar 31,72 Prozent. Der extreme Angebots-Überschuss bietet Bewerbern jedoch weiterhin beste bis allerbeste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

Wieder positiv verlief die Entwicklung am Job-Markt für Consulting-Experten, der in den letzten Monaten von regelmäßigen Verlusten geprägt war. Nach 2.757 Stellen (Jan.) waren im Oktober 3.163 Jobs ausgeschrieben. Allerdings liegt die Nachfrage, die um 33,48 Prozent zulegte, noch immer extrem über der Zahl der Stellenanzeigen, so dass der Konkurrenzdruck groß bleibt und sich lediglich Spezialisten neue Job-Perspektiven eröffnen könnten.

Waren Hardware-Profis im August noch die großen Gewinner, mussten sie sich im Oktober mit dem geringsten Anstieg begnügen. Nach 7.717 (Jan.) wurden 8.716 (Okt.) Stellenanzeigen gezählt. Die Bewerberzahlen gingen zwar gegenüber Januar und gegen den Trend im gesamten Berufsfeld um 23,45 Prozent zurück, doch seit dem Tiefststand im September erhöhten sie sich um 112,01 Prozent. So liegt das Angebot nur noch knapp über der Nachfrage, erfahrenen Fachkräften bieten sich aber weiterhin gute bis sehr gute Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zum Januar 2016)

Keine Verlierer, doch ein Trend ist unverkennbar: der Konkurrenzdruck wird höher!


Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Über 780.000 Angebote im Berufsfeld IT & Telekommunikation wurden im Oktober 2016 in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent für IT-Profis
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 17.11.2016

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