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Der Job-Markt für Personal-Profis präsentiert sich uneinheitlich
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Gefragte HR-Profis

Starkes Interesse an Personal-Jobs

JU | karriere.de
Die Zahl der Stellenanzeigen im Berufsbereich HR ging im Januar leicht zurück, der Arbeitsmarkt präsentierte sich aber weiterhin fest. In einigen Segmenten sind überdurchschnittliche Zuwachsraten zu beobachten, andere fallen durch den hohen Anstieg der Bewerberzahlen auf.
Der Job-Markt für Personaler koppelt sich weiter vom gesamten Arbeitsmarkt ab. Der wuchs im Jahresvergleich um 16,04 Prozent (Bewerber: – 2,64 Prozent). Dagegen betrug der Anstieg im Berufsfeld Personalwesen 21,43 Prozent (Bewerber: + 3,38 Prozent). Es sind aber Gemeinsamkeiten festzustellen: die sich in den letzten Monaten immer weiter öffnende Schere zwischen Job-Angebot und -Nachfrage schloss sich im Januar deutlich. Dafür sorgte am gesamten Arbeitsmarkt der höhere Angebots-Verlust seit Dezember, am Job-Markt für H&R-Experten die steigende Bewerber-Zahl. Einzelne Personal-Segmente wie etwa Management, Marketing und Entwicklung folgten dem Berufsfeld-Trend aber nicht und erzielten gegenüber Dezember überdurchschnittliche Angebots-Steigerungen.
Grafik Personalwesen          Im Januar ermäßigte sich die Zahl der ausgeschriebenen Stellen für Personaler gegenüber Dezember leicht, im Jahresvergleich präsentiert sich der Job-Markt aber weiter stark.

Die Bewerbernachfragen erhöhten sich erneut, doch der solide Angebots-Überschuss eröffnet Personal-Spezialisten sehr gute bis beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Personal-Experten aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Job-Markt für Personal-Profis uneinheitlich, Bereich Assistenz Personalleitung rutscht ins Minus


Konsolidierung auf hohem Niveau: Dass die seit Juni 2016 zu beobachtende Job-Hausse am deutschen Arbeitsmarkt nicht ewig dauern würde, war abzusehen. So folgte nach dem Job-Rekord im Dezember die längst fällige Korrektur. Jetzt bleibt abzuwarten, ob dies lediglich eine kurze Phase ist, oder ob sich der Rückgang am Job-Markt im 1. Quartal 2017 verstärken wird. Wahrscheinlich ist es nicht, denn in Deutschland herrscht weiterhin großer Mangel an gut ausgebildeten und berufserfahrenen Arbeitskräften, die das Wachstum sichern sollen. Dass HR-Profis in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zukommt, versteht sich von selbst. Karriere.de hat neun Personal-Bereiche analysiert – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Personalbeschaffung: + 163,64 Prozent
Personaldisponent, Personalberater

Personalmarketing: + 57,60 Prozent
Recruiter, Headhunter

Personalmanagement: + 47,90 Prozent
Personalkaufmann, Personalsachbearbeiter

Personalreferent: + 24,16 Prozent
Referent Personalentwicklung

Lohn & Gehalt: + 22,16 Prozent
Assistent Lohn/Gehalt, Sachbearbeiter Lohn/Gehalt

Personalleitung: + 14,87 Prozent
Teamleiter, Direktor Human Resources

Personalcontrolling: + 10,74 Prozent
Assistent Personalcontroller, Personalcontroller

Personalentwicklung: + 9,16 Prozent
Nachwuchsförderung, Talentmanagement

Das kleinste Segment Personalbeschaffer blieb auch im Januar (58 freie Stellen; Jan. 2016: 22) der größte Gewinner. Die Bewerbernachfrage tendiert gen Null, so haben Fachkräfte allerbeste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

Gegen den leichten Abwärtstrend im Berufsfeld Personalwesen seit Dezember 2016 entwickelten sich die Bereiche Marketing (881 Annoncen; Jan. 2016: 559; Dez.: 723) und Management (849; Jan. 2016: 574; Dez.: 821). Doch Achtung, im Marketing zogen die Bewerberzahlen um überdurchschnittliche 35,60 Prozent an (seit dem Novembertief sogar um 126,43 Prozent), der geringfügige Angebots-Überschuss sorgt für steigenden Konkurrenzdruck. Gute Aufstiegs-Chancen bieten sich Management-Profis, die Bewerberzahlen erhöhten sich leicht (+ 4,32 Prozent) und liegen lediglich minimal über dem Job-Angebot.

Vom starken Angebots-Überschuss profitieren Personalreferenten, 10.925 vakante Stellen (Jan. 2016: 8.799; Dez.: 11.199) sind immer noch ein sehr guter Wert, die Bewerbernachfragen erhöhten sich um 11,51 Prozent. Gut ausgebildete und berufserfahrene Fachkräfte haben sehr gute bis beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

Deutlich legte der Bereich Lohn & Gehalt zu (463; Jan. 2016: 379; Dez.: 349), nachdem er im Dezember noch der einzige Verlierer war. Allerdings schmälert der explosionsartige Bewerber-Zuwachs von 93,73 Prozent die Karriere-Möglichkeiten, der Wettbewerb um den idealen Job wird immer härter.

Die Zahl der ausgeschriebenen Arbeitsplätze für Personalleiter stieg von 195 (Jan. 2016) auf 224 (Dez.: 243). Der bestehende Angebots-Überhang verringert sich geringfügig durch das Bewerberplus von 7,06 Prozent, Profis haben dennoch beste Aufstiegs-Chancen. Davon können Bewerber im Segment Controlling nur träumen, denn die Zahl der vakanten Stellen betrug nur noch 361 (Jan. 2016: 328). Seit Dezember (524) ist dies ein Einbruch von 33,39 Prozent. So liegt das Job-Angebot nur noch gering über den Bewerbernachfragen, der Konkurrenzdruck wird stärker.

Gegen den Abwärtstrend stemmte sich der Stellenmarkt für Personalentwickler, 2.895 freie Posten (Jan. 2016: 2.652, Dez.: 2.727) und der deutliche Bewerberrückgang (– 20,45 Prozent) eröffnen Experten – trotz minimalen Bewerberüberschusses – sehr gute bis beste Chancen auf der Suche nach dem Traumjob.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Assistenz Personalleitung: – 3,66 Prozent
Assistent der Personalleitung, Personalassistent

Nur der Bereich Assistenz Personalleitung musste mit 1.106 Stellenangeboten (Jan. 2016: 1.148; Dezember 1.293) einen Verlust hinnehmen. Der minimale Angebots-Überhang und die um 16,09 Prozent rückläufigen Bewerbernachfragen bieten aber durchaus neue Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.


Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 17.700 Angebote in den untersuchten HR-Segmenten wurden im Januar in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Personal
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.02.2017

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