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Nachfrageverlust beflügelt die Chancen von Experten
Foto: Leo Lintang / Fotolia.com
Job-Markt auf Konsolidierungskurs

Nachfrageverlust beflügelt die Chancen von Technik-Experten

JU | karriere.de
Die Zahl der Stellenanzeigen für Ingenieure und Techniker geht seit dem Jahreshoch im Juli zurück. Doch der Angebots-Überschuss bei zuletzt sinkenden Bewerberzahlen bot qualifizierten Kandidaten beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Karriere.de hat die Chancen und Risiken in fünf Berufsbereichen analysiert.
Der Job-Markt für Ingenieure und Techniker präsentierte sich seit Beginn des Jahres von seiner stärksten Seite, im Juli übertraf das Job-Angebot erstmals seit Oktober 2014 wieder die Bewerberzahlen. Dieser Trend setzte sich bis November fort. Zwar konnte der Zuwachs der Stellenausschreibungen für Technik-Experten (+ 17,36 Prozent seit Januar) nicht mit der des gesamten Arbeitsmarktes (+ 24,33 Prozent) konkurrieren, doch Fachkräfte profitierten vom überproportionalen Nachfrageverlust (– 18,96 Prozent; Gesamtmarkt: – 3,3 Prozent), der beste Karriere-Chancen ermöglichte. Allerdings fiel die Entwicklung in den fünf von karriere-de untersuchten Berufssegmenten sehr unterschiedlich aus.
Grafik Ingenieure          Seit dem von karriere.de gemessenen Jahreshoch im Juli hat das Job-Angebot für Ingenieure & Techniker zwar abgenommen, doch es liegt immer noch deutlich über dem Jahrestiefstwert von Januar.

Die Nachfrage hingegen verminderte sich seit dem Jahreshoch im Februar kontinuierlich und erreichte Im November den tiefsten Stand seit Februar 2013. Experten bieten sich dadurch beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Ingenieure & Techniker aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Berufsbereiche für Ingenieure & Techniker entwickeln sich weiter uneinheitlich


Der Arbeitsmarkt zeigte sich nach dem Allzeit-Hoch im Oktober auch im November in stärkster Verfassung. Elf der 18 von karriere.de analysierten Berufsfelder verzeichneten im Verhältnis zum gesamten Arbeitsmarkt überdurchschnittliche Zuwachsraten im Job-Angebot, für Ingenieure & Techniker reichte es lediglich für den 14. Platz. Denn gegenüber dem Jahreshöchstwert im Juli (1.115.674 Stellenausschreibungen) sank die Zahl der vakanten Positionen auf 1.045.304. Uneinheitlich gestaltete sich die Entwicklung in den fünf untersuchten Berufssegmenten. Das zeigen unsere Einzel-Untersuchungen.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Wirtschaftsingenieure: + 57,91 Prozent
Verkaufsingenieur, Vertriebsingenieur, Sales Engineer

Elektrotechnik: + 41,01 Prozent
Automatisierungstechnik, Nachrichtentechnik, Energietechnik

Bauingenieure: + 33,57 Prozent
Hochbau/Tiefbau, Städtebau, Versorgungstechnik, Straßenbau

Maschinenbau: + 10,90 Prozent
Kunststofftechnik, Fahrzeugtechnik, Mechatronik, Anlagenbau

Der Job-Markt für Wirtschaftsingenieure ist weiterhin der Top-Gewinner, auch wenn das Jahreshoch von Oktober (2.195 Anzeigen) nicht mehr erreicht werden konnte. Im November wurden 1.726 (Jan.: 1.093) Annoncen geschaltet, die Nachfrage übertraf das Angebot nur noch leicht. Der Grund: die Bewerberzahlen ermäßigten sich gegenüber Oktober um satte 41,50 Prozent (Jan.: – 16,48 Prozent). Folge: der Konkurrenzdruck nimmt ab, Bewerber haben gute bis sehr gute Möglichkeiten auf der Suche nach dem idealen Job, Berufsanfänger sollten jetzt ihre Einstiegs-Chancen nutzen!

Gegen den allgemeinen Konsolidierungstrend entwickelte sich die Zahl der Stellenanzeigen im Segment Elektrotechnik: mit 31.925 vakanten Stellen wurde das bisherige Allzeit-Hoch von Oktober 2014 (31.744) übertroffen. Dies ist aber keine Garantie für bessere Chancen bei der Jobsuche, denn auch die Bewerberzahlen erhöhten sich um überdurchschnittliche 37,60 Prozent. Der Nachfrage-Überschuss bewirkt, dass sich nur berufserfahrene Experten unter deutlich zunehmenden Konkurrenzdruck neue Job-Chancen ausrechnen können.

Allerbeste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job bieten sich Bewerbern im Bereich Bauingenieure. Die Stellenanzeigen lagen im November mit 15.672 unbesetzten Arbeitsplätzen (Jan.: 11.733) zwar unter dem Allzeit-Hoch von Oktober (16.747), doch der gleichzeitige Nachfrage-Rückgang (seit Jahreshoch im Okt.: – 21,49 Prozent; Jan.: – 3,43 Prozent) sorgte für einen extremen Angebots-Überschuss. Selbst Berufseinsteiger haben gute bis sehr gute Job-Chancen.

Im Segment Maschinenbau stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen von 11.579 (Jan.) auf 12.841. Dies ist weit entfernt von dem Jahresbestwert im August (15.219). Die fallende Nachfrage (seit Januar: – 17,88 Prozent) bei seit November 2014 bestehendem Bewerber-Überhang ermöglicht jedoch zumindest Maschinenbau-Spezialisten gute Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Verfahrenstechnik: – 7,42 Prozent
Chemieingenieur, Lebensmitteltechnik

Nahezu aussichtlos gestaltet sich die Jobsuche im Bereich Verfahrenstechnik. Nach 4.029 Stellenanzeigen im Januar wurde im Juli das Jahreshoch von 4.736 vakanten Stellen gezählt, doch im November waren es nur noch 3.730. Zwar ging auch die Nachfrage um 28,55 Prozent zurück, doch seit dem Jahrestief im September schnellte sie um 40,0 Prozent nach oben. Lediglich ausgewiesene Verfahrenstechnik-Profis haben bei extremen Bewerber-Überschuss und immer stärker werdenden Konkurrenzdruck überhaupt noch Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.


Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 34.300 Angebote im Berufsfeld Ingenieure & Technik wurden im November 2016 täglich in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Ingenieur & Technik
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 02.01.2017

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