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Jobs im Finanzbereich
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Marktreport Banking & Finance 2016

Konkurrenzkampf unter Finanz-Profis geht weiter

JU | karriere.de
Das Berufsfeld B&F ist weiterhin im Umbruch. Das Job-Angebot stieg zwar in beinahe allen Bereichen überproportional, doch der nach wie vor hohe Bewerber-Überschuss vermindert die Chancen von wechselwilligen Bewerbern auf der Suche nach dem idealen Job.
Der deutsche Arbeitsmarkt präsentiert sich in seiner Gesamtheit mit Beginn des 2. Halbjahrs erneut von seiner starken Seite. Erstmals seit März liegt die Zahl der Stellenausschreibungen wieder über den Bewerberzahlen. Während das Job-Angebot seit Januar 2016 um 20,28 Prozent wuchs, gingen die Bewerbernachfragen um 2,54 Prozent zurück. Ideale Chancen bieten sich also für alle diejenigen, die auf der Suche nach einem neuen Job sind. Das Berufsfeld Banking & Finance nimmt allerdings eine Sonderstellung ein – und die gestaltet sich weniger gut: Das Job-Angebot nahm seit Januar zwar um starke 29,41 Prozent zu, gleichzeitig erhöhten sich die Bewerberzahlen nach einem Jahreshoch im Mai um hohe 12,45 Prozent.
 Job-Trends Banking and Finance         
Schwere Zeiten bleiben für Banking-&-Finance-Spezialisten bestehen. Im Juli 2016 ist zwar ein Angebotszuwachs zu verzeichnen, doch die Stellenangebote liegen weiterhin dramatisch unter den Bewerberzahlen. Die gingen im Juli deutlich unter das von karriere.de gemessene Jahreshoch von Mai zurück. Der riesige Bewerberüberhang sorgt aber nach wie vor für einen heftigen Konkurrenzkampf auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für das Berufsfeld Banking & Finance aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt:
Bei Privatkundenbetreuer, Buchhalter und Finanzierungs-Profis geht's aufwärts


Die Job-Angebote der Unternehmen übersteigen in vielen Tätigkeitsfeldern die Nachfrage von qualifizierten wie gut ausgebildeten Fachkräften, so etwa im Gesundheitsbereich, im Bauwesen, in den Berufsfeldern IT- , Medien und Office. Selbst im krisengeschüttelten Banking-&-Finance-Sektor sind hohe zweistellige Zuwachsraten zu verzeichnen, doch der teilweise extreme Bewerber-Überhang und die stark anziehenden Job-Nachfragen verschärfen den Wettbewerb um dem idealen Job deutlich – wenn auch mit Ausnahmen.

GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Privatkundenbetreuer: + 90,91 Prozent
Kontoführung, Kundenberater, Cash Management

Asset-Management: + 59,05 Prozent
Asset Optimizer, Derivate, Vermögensberater

Buchhaltung: + 40,78 Prozent
Kontokorrentbuchhalter, Fondsbuchhalter, Bilanzbuchhalter

Finanzierung: + 35,91 Prozent
Verbundgeschäft, Finanzierungsberater, Firmenkundenkredit

Leitungsfunktionen: + 34,34 Prozent
Head of Finance, Leiter Finanzen, Direktor Finanzen

Risk Management: + 28,06 Prozent
Risk-Manager

Real Estate: + 25,02 Prozent
Immobilienfonds, Baufinanzierung, Immobilienmanager

Controlling: + 18,36 Prozent
Financial Analyst, Controller, Wirtschaftsprüfer

Versicherungen: + 13,08 Prozent
Kundenbetreuer, Generalagent, Schadenssachbearbeiter

Privatkundenbetreuer können wieder hoffen, im kleinsten B&F-Segment erhöhte sich nicht nur das Job-Angebot (Januar 2016: 132 ausgeschriebene Stellen; Juli: 252) überproportional, gleichzeitig fiel die Nachfrage um 66,12 Prozent. In Anbetracht des Angebots-Überschusses haben Bewerber jetzt gute Chancen, einen passenden Job zu finden.

Sehr hohe Angebots-Zuwächse verzeichnen die Bereiche Asset-Management (Jan. 2016: 1.216; Juli: 1.934), Leitungsfunktionen (38.819; 51.148), Risk Management (1.796; 2.200), Real Estate (1.043; 1.304) und mit Abstrichen Controlling (15.865; 18.778). Da in diesen Segmenten die Nachfrage das Angebot jedoch zum Teil extrem übertrifft und die Bewerberzahlen um bis zu 53,49 Prozent (Real Estate) anstiegen, ist der Konkurrenzdruck enorm und die Suche nach dem idealen Job äußerst schwierig.

Positiver verlief die Entwicklung in den Bereichen Buchhaltung (4.560; 6.420) und Finanzierung (401; 545). Obwohl die Bewerbernachfragen (Buchhaltung: + 29,38 Prozent; Finanzierung: + 12,35 Prozent) anzogen, haben berufserfahrene Bewerber gute bis sehr gute Job-Chancen, da das Job-Angebot jeweils größer als die Nachfrage ist.

Der Verlierer unter den Gewinnern ist das Segment Versicherungen. Zwar erhöhte sich das Job-Angebot moderat (6.149; 6953), doch gleichzeitig wuchsen sich die Bewerberzahlen um spektakuläre 59,57 Prozent. Da die Nachfrage das Angebot übertrifft, ist der Konkurrenzkampf auf der Suche nach dem idealen Job heftiger geworden.

VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Firmenkundenbetreuer: – 10,23 Prozent
Mergers & Acquisitions, Unternehmensfinanzierung

Lediglich Firmenkundenbetreuer müssen sich mit einer Verminderung des Job-Angebots (Jan. 2016: 694; Juli: 623) abfinden. Allerdings sorgt der starke Bewerberrückgang um 32,29 Prozent dafür, dass gut ausgebildete und berufserfahrene Bewerber durchaus Job-Chancen haben können – obwohl die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Über 90.000 Angebote in den untersuchten Banking- &-Finance-Segmenten wurden im Juli in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Banking & Finance

Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.08.2016