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Redaktionsmitglieder müssen sich zu wahren Alleskönnern entwickelt haben
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Job-Perspektiven Medien

Journalismus: Ein aussterbender Beruf?

JU | karriere.de
Medien-Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt begehrt. Nur klassische Zeitungs-Redakteure ohne digitales Know-how haben kaum noch eine Chance.
Medien-Berufe gehören am Arbeitsmarkt weiterhin zu den größten Gewinnern. Im Februar 2016 wurden 51.989 Fachkräfte gesucht, ein Jahr später waren es 70.598, ein Zuwachs von rund 36 Prozent, der Experten beste Job-Chancen bietet. Doch bei der genaueren Analyse der Annoncen wird schnell klar, dass Redaktionsarbeit nicht mehr viel mit den Aufgaben zu tun hat, die noch vor der Jahrtausendwende den Arbeitsalltag von Redakteuren, Chefredakteuren, Bildredakteuren oder Fachredakteuren kennzeichnete.
Grafik Medien          Das Medien-Berufssegment Redaktion war bereits im vergangenen Jahr starken Schwankungen unterworfen. Nach dem Job-Angebots-Tiefpunkt im September 2016 bildete sich zuletzt wieder ein positiver Trend heraus.

Klassische Redaktionsarbeit reicht aber längst nicht mehr aus, um sich auf dem vom digitalen Wandel gekennzeichneten Arbeitsmarkt neue Jobchancen zu erschließen.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Medien-Profis aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Medienunternehmen suchen digitale Alleskönner – analog ist out

Längst müssen sich Redaktionsmitglieder zu wahren Alleskönnern entwickelt haben, nur noch wenige Arbeitgeber suchen berufserfahrene Zeitungs- oder Zeitschriften-Experten. Das Job-Angebot bleibt minimal, zumal der seit Jahren zu beobachtende Stellenabbau in den von zurückgehenden Auflagen und Einnahmeverlusten geplagten Verlagen noch lange nicht abgeschlossen ist. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch im Bereich Rundfunk und Fernsehen beobachten, auch dort geht das Job-Angebot tendenziell zurück.

So entwickelt sich das Berufsbild des Redakteurs immer mehr zu dem eines Digital-Experten. Der Online-Redakteur bespielt diverse Veröffentlichungskanäle – Print eingeschlossen. Für ihn sind SEO oder SEA keine Fremdwörter und er bringt seine Kompetenz in die sozialen Netzwerke ein. Der klassische Print-Redakteur alter Ausprägung hingegen wird zunehmend zur bedrohten Spezies, die Job-Chancen tendieren gen null, nur die Besten können sich überhaupt Job-Chancen ausrechnen. Ganz im Gegensatz zu den so genannten Technischen Redakteuren, die stark gesucht sind und deren Hauptaufgabe darin besteht, verständliche Produktbeschreibungen und Bedienungsanleitungen zu schreiben: Ihr Markt boomt.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Februar 2016)

Social Media: + 119,78 Prozent
Search Engine, SEO, SEA, Search Marketing

PR & Kommunikation: + 77,43 Prozent
Pressearbeit, Public Relations, Pressesprecher

Social-Media-Profis hingegen sind die großen Überflieger im Berufsfeld Medien, innerhalb eines Jahres haben sich die Stellenanzeigen von 1.036 auf 2.277 mehr als verdoppelt, Tendenz weiter steigend. In diesem Segment dürften Digital Natives mit einer soliden Ausbildung und Berufserfahrung in den Bereichen SEO, SEA oder Search Engine die größten Job-Chancen haben. Diese Fachbereiche werden in Zukunft von den Unternehmen im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung weiter ausgebaut werden, die Job-Chancen werden sehr gut bleiben.

Ebenfalls über steigende Nachfrage der Unternehmen können sich Profis in Sachen Pressearbeit, Pressesprecher und Public-Relation-Spezialisten freuen. Ihr Job-Angebot im Medien-Segment PR & Kommunikation stieg innerhalb eines Jahres von 2.320 vakanten Positionen auf zuletzt 2.846 Stellen.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Februar 2016)

Mediengestaltung: – 5,68 Prozent
Art Director, Grafiker, Grafikdesigner, Mediengestalter

Redaktion: – 5,99 Prozent
Redakteur, Chefredakteur, Bildredakteur, Fachredakteur

Im Segment Mediengestaltung ist eine ähnliche Tendenz wie im Bereich Redaktion feststellbar. Das Job-Angebot ist langfristig eher rückläufig, Mediengestalter Print haben es sehr schwer, eine neue Stelle zu finden, Mediengestalter online hingegen können sich ihren neuen Job fast aussuchen. Und auch für Art Directors, Grafiker und Grafikdesigner gilt: ohne digitales Know-how ist die Job-Suche beinahe aussichtslos, denn Grafiker, die wie einst den Satzspiegel kleben, gibt es nicht mehr.


Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 2.315 Angebote im Berufsfeld Medien wurden im Februar 2017 täglich in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job. Fazit: je höher die digitale Kompetenz, desto größer die Job-Chancen.

Die Alternative: JobAgent Medien
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.

Dieser Artikel ist erschienen am 29.03.2017

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