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Kein Aufschwung hält ewig, selbst am Arbeitsmarkt für Juristen nicht
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Arbeitsmarkt-Perspektiven

Job-Angebot für Rechts-Experten bricht ein

JU | karriere.de
Nach der Rekordhatz im Dezember 2016 ist die Zahl der Stellenanzeigen im Berufsfeld Jura zuletzt stark gesunken. Doch trotz alledem bietet der noch größere Rückgang der Bewerbernachfragen berufserfahrenen Fachkräften auf der Suche nach dem idealen Job sehr gute Job-Chancen. Karriere.de hat die unterschiedliche Entwicklung in fünf Jura-Bereichen analysiert.
Kein Aufschwung hält ewig, selbst am Arbeitsmarkt für Juristen nicht: Mündete die Rekordjagd vom letzten Jahr im Dezember in zuvor nie gemessene 52.282 ausgeschriebene Stellen, brach der Job-Markt im Januar auf 43.574 gezählte Annoncen ein. Das ist der tiefste Stand seit April 2016 (42.746), gegenüber dem noch schwächeren Januar 2016 (36.965) aber immer noch ein Zuwachs um 17,88 Prozent (gesamter Arbeitsmarkt: + 16,04 Prozent).

Wechselwillige Fachkräfte sollten sich davon nicht entmutigen lassen, denn auch die Nachfrage ermäßigte sich im Jahresvergleich um 6,85 Prozent (gesamter Arbeitsmarkt: – 2,64 Prozent), seit dem Bewerber-Hoch im Dezember sogar um 15,97 Prozent. So haben ausgewiesene Jura-Profis immer noch beste bis beste Chancen auf der Suche nach dem Traumjob.
Grafik Jura          Im Vergleich zu Januar 2016 weist das Job-Angebot im Berufsfeld Jura weiterhin einen soliden Angebots-Überschuss auf, seit Dezember setzte nach monatelanger Rekordhatz allerdings eine starke Korrekturbewegung ein.

Beinahe parallel verlief seit Dezember der Rückgang der Bewerbernachfragen. Entwarnung also für alle Spezialisten, ihnen bieten sich beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Jura-Profis aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Lediglich die Stellenangebote im Jura-Segment Arbeitsrecht entwickelten sich positiv


Die Korrektur am Job-Markt ist da, im Januar wurden nach dem Allzeit-Hoch von Dezember 2016 (5.775.668) nur noch 5.141.471 vakante Positionen gemessen. Dies entspricht einem Rückgang von 10,98 Prozent (Jura: – 16.65 Prozent), in vier von fünf analysierten Jura-Bereichen rutschte das Job-Angebot im Vergleich zu Januar 2016 in die Verlustzone, nur der Markt für Arbeitsrecht-Experten entwickelte sich erneut positiv. Noch auffälliger ist allerdings der überproportionale Bewerberverlust in allen Bereichen.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Arbeitsrecht: + 45,68 Prozent

Der einzige Gewinner der Januar-Analyse! Nach 1.392 offenen Stellen (Jan. 2016; Dez.: 3.257) wurden nun 2.028 Annoncen gezählt. Zwar zogen auch die Bewerbernachfragen um 32,76 Prozent an (Rückgang seit Hoch im Nov. 2016: – 49,18 Prozent), doch der solide Angebots-Überhang bietet Fachkräften in dem etwas engeren Job-Markt beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Für Berufsanfänger wird die Suche nach dem ersten Arbeitsplatz schwieriger.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Bank- und Kapitalmarktrecht: – 1,47 Prozent

Handels- und Gesellschaftsrecht: – 9,22 Prozent

Versicherungsrecht: – 17,10 Prozent

Steuerrecht: – 22,84 Prozent

In der Dezember-Analyse mit einem Plus von 70,64 Prozent noch der zweitgrößte Gewinner, verzeichnete das Segment Bank- und Kapitalmarkt im Januar 2017 einen Verlust, die Stellenanzeigen verringerten sich von 545 (Jan. 2016; Dez.: 930) auf 537. Der heftige Bewerber-Rückgang um 65,48 Prozent sorgt für einen starken Angebots-Überschuss. Der bietet Fachkräften beste Karriere-Chancen.

Noch größer war der Job-Angebots-Verlust für Handels- und Gesellschaftsrechts-Profis (Jan. 2016: 1.063; Jan. 2017: 965). Besonders gegenüber Dezember (1.849) ist der Rückgang der zu besetzenden Stellen mit einem Minus von 47,80 Prozent gewaltig, aber auch hier gilt: die Bewerbernachfragen ermäßigten sich um überproportionale 48,45 Prozent, der Angebots-Überhang bleibt solide. Bewerber haben beste Chancen auf der Suche nach dem Traumjob.

Weiter negativ bleibt die Entwicklung für Versicherungsrechtler, die schon im Dezember fallende Stellenangebotszahlen (Jan. 2016: 310; Dez.: 284; Jan. 2017: 257) akzeptieren mussten. In Jahresvergleich verringerten sich die Bewerbernachfragen um stattliche 28,42 Prozent, seit Dezember erhöhten sie sich jedoch spürbar um 34,12 Prozent. So gleichen sich Bewerberzahlen und Job-Annoncen bei knapperem Angebots-Überschuss allmählich an. Folge: der Konkurrenzdruck nimmt spürbar zu, die Suche nach dem idealen Job wird schwieriger.

Das Job-Angebot im Segment Steuerrecht rutschte im Januar 2017 mit 574 vakanten Posten (Jan. 2016: 744; Dez.: 970) deutlich in die Verlustzone. Selbst der starke Rückgang der Bewerbernachfragen (– 55,97 Prozent) – sie liegen immer noch leicht über der Zahl der Stellenangebote – können nicht verhindern, dass sich wechselwillige Fachkräfte auf der Suche nach dem idealen Job dem Kandidaten-Wettbewerb stellen müssen.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 1.430 Angebote für Jura-Experten wurden im Januar 2017 täglich in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Jura
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.02.2017

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