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Bedenklich sind die überdurchschnittlich gestiegenen Bewerbernachfragen
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Job-Perspektiven Medien

Höhenflug mit Hindernissen

JU | karriere.de
Auf den bislang zweithöchsten gemessenen Wert zog das Job-Angebot für Medien-Profis an, nur im Rekordmonat Dezember 2016 wurden mehr offene Stellen gezählt. Die Bewerbernachfragen erreichten gleichzeitig einen neuen Höchstwert – eine Tatsache, die die Karriere-Chancen in einzelnen Berufssegmenten erheblich verschlechtert.
Nach der kurzen Konsolidierungsphase im Januar 2017 ging es auf dem Stellenmarkt für Medien-Experten wieder kräftig aufwärts, im Jahresvergleich betrug das Wachstum überdurchschnittliche 35,79 Prozent, am gesamten Arbeitsmarkt wurde lediglich ein Zuwachs von 9,76 Prozent gemessen.

Im karriere.de-Top-18-Berufsfelder-Ranking reichte dies für einen hervorragenden zweiten Platz, nur in Wissenschaft & Forschung wurde mehr Fachpersonal gesucht. Noch deutlicher als das Job-Angebot gingen die Bewerbernachfragen nach oben, gegenüber Februar 2016 erhöhten sie sich um satte 36,96 Prozent.

Wechselwillige Spezialisten müssen sich jedoch keine Sorgen machen, der Angebots-Überhang ist noch immer so groß, dass Bewerber beste Chancen auf der Suche nach dem Traumjob haben. Karriere.de hat fünf Medienbereiche untersucht – mit zum Teil überraschenden Resultaten.
Grafik Medien          Es geht wieder aufwärts: Nach dem Hoch im Dezember 2016 (73.582 Stellenanzeigen) und der Korrektur im Januar erreichte das Job-Angebot für Medien-Spezialisten im Februar mit 70.598 ausgelobten Stellen den bislang zweithöchsten gemessenen Wert.

Der sehr große Angebots-Überschuss bietet Fachkräften sehr gute Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Einziger Wermutstropfen: Nie waren die Bewerberzahlen höher als im Februar.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Medien-Profis aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Die Stellenausschreibungen für Redaktions-Experten sinken, Social Media boomt


Im Februar folgte auf die Konsolidierungsphase zu Jahresbeginn (Jan.: 5.141.471) eine leichte Erholung auf sehr hohem Niveau, 5.144.225 Annoncen wurden geschaltet. Überdurchschnittlich gesucht waren neben den oben bereits genannten Wissenschafts-&-Forschungs-Spezialisten Fachkräfte aus den Berufsfeldern Gesundheit, Markteting, Transport, Logistik und Warenwirtschaft.
 
Im Berufsfeld Medien hat sich die Zweiteilung des Job-Markts verstärkt, Fachkräfte aus der Printbranche sind weiterhin auf hohem Niveau gefragt, doch das Angebot geht zurück. Dagegen boomt der Markt für Experten aus dem Bereich digitale Medien, Social-Media-Profis sind gefragt wie nie. Bedenklich sind in einigen Bereichen die überdurchschnittlich gestiegenen Bewerbernachfragen, die den Konkurrenzdruck spürbar steigen lassen. Die Ergebnisse im Einzelnen.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Februar 2016)

Social Media: + 119,78 Prozent
Search Engine, SEO, SEA, Search Marketing

PR & Kommunikation: + 77,43 Prozent
Pressearbeit, Public Relations, Pressesprecher

Marketing: + 70,74 Prozent
Marketing-Manager, Customer Insights, Brand Manager

Das Job-Angebot im Segment Social Media hat sich innerhalb eines Jahres weit mehr als verdoppelt. Waren im Februar 2016 1.036 Stellen ausgeschrieben, wurde nun mit 2.277 Anzeigen erneut ein Allzeit-Hoch erreicht – das vierte seit Beginn der Rekordjagd im Oktober. Doch Achtung: im Jahresvergleich explodierten die Bewerbernachfragen um 159,20 Prozent, allein seit Januar wurde ein Plus von 56,11 Prozent registriert, nie wurden mehr Bewerber gezählt. Damit lag das Job-Angebot erstmals wieder unter den Bewerberzahlen, der Konkurrenzdruck nimmt zu, die Jobsuche wird deutlich schwieriger.

Auf stabilem Niveau präsentierte sich der Job-Markt für PR-&-Kommunikations-Spezialisten. 2.846 vakante Positionen (Feb. 2016: 2.320) sind nicht weit vom Hoch des letzten Jahres im Dezember (3.018) entfernt, doch auch in diesem Bereich erstaunt der außerordentliche Bewerbersprung um 98,66 Prozent im Jahresvergleich – der höchste jemals ermittelte Wert. So liegen die Bewerbernachfragen sehr stark über dem Job-Angebot, eine heftiger Konkurrenzkampf um offene Stellen hat eingesetzt, nur Top-Fachleute haben weiterhin gute Chancen auf der Suche nach dem Traumjob.

5.194 Stellen (Febr. 2016: 3042) waren Im Februar im Segment Marketing ausgeschrieben. Seit November 2016 (5.797; Dez.: 5.684; Jan. 2017: 5.646) hat ein Abwärtstrend eingesetzt, die Bewerbernachfragen hingegen stiegen um überproportionale 73,70 Prozent auf den zweithöchsten jemals gemessenen Wert. Der immer noch sehr solide Angebots-Überschuss bietet Marketings-Profis beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Aber auch in diesem Bereich wird der Konkurrenzdruck größer.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Februar 2016)

Mediengestaltung: – 5,68 Prozent
Art Director, Grafiker, Grafikdesigner, Mediengestalter

Der Abwärtstrend, der den Januar prägte, ist gebrochen. 4.733 Annoncen (Jan.: 4.030) wurden im Februar geschaltet, im Februar des letzten Jahres waren es noch 5.018. Da weiterhin ein starker Angebots-Überhang besteht und die Bewerbernachfragen nur um 3,10 Prozent stiegen, bieten Fachkräften wieder sehr gute Karriere-Möglichkeiten.

Redaktion: – 5,99 Prozent
Redakteur, Chefredakteur, Bildredakteur, Fachredakteur

Das Job-Angebot für Redaktions-Spezialisten geht zurück (Febr. 2016: 5.522; Febr. 2017: 5.191). Doch auch hier gilt, der Abwärtstrend von Januar (4.902) konnte gestoppt werden. Die Zahl der Stellenanzeigen übertrifft zudem weiterhin die Bewerberzahlen, die um 28,65 Prozent anzogen, sehr stark. Dies bietet Redaktionsexperten beste Job-Chancen.


Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 2.315 Angebote im Berufsfeld Medien wurden im Februar 2017 täglich in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Medien
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.03.2017

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