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Für Ingenieure und Techniker wird die Luft am Job-Markt zunehmend dünner.
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Arbeitsmarkt-Perspektiven

Härterer Konkurrenzkampf unter Ingenieuren

JU | karriere.de
Das Job-Angebot bricht ein, im Januar sank die Zahl der Stellenanzeigen im Berufsfeld Ingenieure und Techniker erstmals seit Juni 2016 wieder unter die Bewerbernachfragen. Der Konkurrenzdruck wird damit deutlich höher. Sehr unterschiedlich präsentieren sich die von karriere.de untersuchten Berufssegmente, Wirtschaftsingenieure können sich über eine Sonderentwicklung freuen.
Dem allgemeinen Abwärtstrend am gesamten Arbeitsmarkt gegenüber dem Rekordmonat Dezember konnte sich auch das Berufsfeld Ingenieure und Technik nicht entziehen. Im Vergleich zum sehr schwachen Januar 2016 ist zwar eine Erhöhung der ausgeschriebenen Stellen um 4,74 Prozent (gesamter Arbeitsmarkt; + 16,04 Prozent) messbar, doch im Vergleich zum Jahreshöchststand 2016 (Juli: 1.115.674) sanken die Job-Annoncen um 16,38 Prozent auf 932.878 (Jan. 2017). Da nützt es nicht viel, dass die Bewerberzahlen im Jahresvergleich um 16,09 Prozent (gesamter Arbeitsmarkt: – 2,64 Prozent) zurückgingen, sie liegen nun erstmals seit Juni 2016 wieder über der Zahl der Arbeitsangebote. Dieser Umstand schmälert selbst für ausgewiesene Experten die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.
Grafik Ingenieure          Der deutliche Rückgang der Stellenanzeigen im Januar 2017 hat zur Folge, dass die Bewerberzahlen erstmals seit Juni 2016 wieder höher sind als das Jobangebot. Dies führt zu einer Verschärfung des Konkurrenzkampfes unter wechselwilligen Fachkräften.

Einziger Lichtstreif am Horizont: die Bewerbernachfragen stagnieren auf niedrigem Niveau. Trotzdem sind die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job gesunken.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Ingenieure & Techniker aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Job-Markt für Wirtschaftsingenieure trotzt dem allgemeinen Abwärtstrend

Trotz des Rückgangs des Job-Angebots am gesamten Arbeitsmarkt (Dez. 2016: 5.775.668; Jan. 2017: 5.141.471) sind die Karriere-Chancen immer noch sehr hoch. Denn auch im Januar konnten viele vakante Positionen nicht besetzt werden, da das benötige Fachpersonal fehlt. So etwa in den Berufsfeldern Gesundheit, Wissenschaft & Forschung oder im Büro-Bereich. Für Ingenieure und Techniker wird die Luft am Job-Markt durch den Rückgang seit Dezember hingegen zunehmend dünner. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: gegen den Trend wuchs das Job-Angebot für Wirtschaftsingenieure selbst gegenüber Dezember 2016, Bauingenieure profitieren von dem soliden Angebots-Überhang in ihrem Segment.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Wirtschaftsingenieure: + 112,08 Prozent
Vertriebsingenieur, Sales Engineer, Verkaufsingenieur

Bauingenieure: + 37,79 Prozent
Straßenbau, Versorgungstechnik, Städtebau, Hochbau/Tiefbau

Elektrotechnik: + 22,36 Prozent
Automatisierungstechnik, Energietechnik, Nachrichtentechnik

Verfahrenstechnik: + 10,45 Prozent
Chemieingenieur, Lebensmitteltechnik

Maschinenbau: + 6,96 Prozent
Kunststofftechnik, Mechatronik, Anlagenbau, Fahrzeugtechnik

Das Job-Angebot für Wirtschaftsingenieure zieht weiter an: 2.318 ausgelobte Stellen (Jan. 2016: 1.093; Dez.: 2.279) bieten bei minimal erhöhten Bewerbernachfragen (+ 0,65 Prozent) – seit Dezember 2016 ist zudem ein Angebots-Überschuss zu beobachten – beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Berufsanfänger sollten jetzt die Gunst der Stunde zum Einstieg in die Arbeitswelt nutzen.

Das historische Hoch im Bereich Bauingenieure von Dezember 2016 (17.746 Annoncen) wurde nicht mehr erreicht, doch 16.167 angebotene Posten (Jan. 2016: 11.733) sind ein starker Wert. Da die Bewerbernachfragen lediglich um 10,24 Prozent zunahmen, haben Experten aufgrund des sehr soliden Angebots-Überschusses beste Job-Chancen, Neu-Einsteiger sollten sich ebenfalls bewerben.

Der Höhenflug im Segment Elektrotechnik, der im Dezember in dem Allzeit-Hoch von 34.305 freien Stellen gipfelte, ist zu Ende. Im Januar 2017 waren es noch 27.703 (Jan. 2016: 22.641) zu besetzende Positionen. Da die Bewerbernachfragen (– 2,18 Prozent; seit Novemberhoch: – 29,06 Prozent) und die Zahl der Stellenausschreibungen gleichmäßig gesunken sind, bleibt ein leichter Angebots-Überhang bestehen, der Spezialisten sehr gute bis beste Aufstiegs-Möglichkeiten beschert.

Auf einen härteren Konkurrenzkampf müssen sich Profis in Sachen Verfahrenstechnik einstellen. Im Jahresvergleich erhöhte sich das Job-Angebot von 4.029 Stellenanzeigen (Jan. 2016; Dez.: 4.465) auf 4.450. Sehr bedenklich ist der sprunghafte Anstieg der Bewerberzahlen um 65,41 Prozent seit Dezember 2016 (im Jahresvergleich: – 19,43 Prozent), der erneut zu einem extremen Bewerber-Überschuss führt. Folge: die Chancen auf der Suche nach dem Traumjob sinken erheblich.

Gegenüber Januar 2016 (11.579) entwickelte sich das Job-Angebot im Segment Maschinenbau mit 12.385 vakanten Stellen positiv, seit Dezember (14.431) ist ein Rückgang um 14,18 Prozent zu verzeichnen. Im Jahresmittel verringerte sich die Bewerberzahl um 2,08 Prozent, seit Dezember hingegen wurde ein Zuwachs von 13 Prozent gemessen. Die Schere zwischen Bewerbernachfragen und Arbeitsangeboten wird damit immer größer, selbst für Experten wird die Suche nach dem idealen Job bei starkem Bewerberüberschuss und hohem Konkurrenzdruck immer schwerer.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Keine Verlierer!


Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 30.590 Angebote im Berufsfeld Ingenieure & Technik wurden im Januar 2017 täglich in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Ingenieur & Technik
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Dieser Artikel ist erschienen am 08.03.2017

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