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Der Rückgang der Stellenausschreibungen, der im Januar den deutschen Arbeitsmarkt prägte, setzte sich im Februar nicht fort, der Abwärtstrend ist gestoppt.
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Berufsfelder-Ranking

Frühlingsgefühle auf dem Arbeitsmarkt

JU | karriere.de
Der Rückgang der Stellenausschreibungen, der zum Jahresstart den deutschen Arbeitsmarkt prägte, setzte sich nicht fort, der Abwärtstrend ist gestoppt. Karriere.de hat die Entwicklung in den 18 wichtigsten Berufsfeldern im Jahresvergleich analysiert und bewertet Chancen und Risiken für Bewerber.
5.775.668 Arbeitsplatz-Annoncen im Dezember – ein absolutes Hoch – waren nicht zu überbieten, schon im Januar folgte die Korrektur, "nur" noch 5.141.471 Stellen wurden angeboten – ein Verlust von knapp elf Prozent. Im Februar hingegen zogen die Stellenausschreibungen wieder an, wenn auch nur um 0,05 Prozent auf 5.144.225. Dies sind im Jahresvergleich immer noch 9,76 Prozent mehr als im Februar 2016.

Die Bewerberzahlen hingegen ermäßigten sich im gleichen Zeitraum um 3,85 Prozent. So bleibt festzuhalten, dass sich der Arbeitsmarkt auf leicht ermäßigtem Niveau als widerstandsfähig und stabil erwiesen hat, die Bewerbernachfragen liegen weiterhin unter der Zahl der Stellenannoncen. So haben gut ausgebildete und berufserfahrene Fachkräfte weiterhin sehr gute Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.
Grafik Arbeitsmarkt Gesamt          Der Abwärtstrend am deutschen Arbeitsmarkt, der im Dezember 2016 einsetzte, ist bereits wieder gestoppt. Im Februar blieb die Zahl der Stellen-Annoncen und der Bewerbernachfragen gegenüber Januar 2017 nahezu konstant.

Da die Zahl der Stellenangebote weiterhin über den Bewerbernach-fragen liegt, haben berufserfahrene Fachkräfte weiterhin sehr gute Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für den gesamten Arbeitsmarkt aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Konsolidierung auf hohem Niveau, aber im Jahresvergleich Jobverlust in drei Berufsfeldern


Bewerber sollten sich nicht entmutigen lassen. Trotz des Rückgangs der Stellenanzeigen seit dem Dezember-Höchstständen sind die Chancen am Gesamtmarkt weiter sehr gut, zumal in zehn von 18 untersuchten Berufsfeldern die Zuwachsraten zum Teil sehr viel deutlicher ausfielen. Allerdings hat sich das Job-Angebot für Ingenieure & Techniker, im Bauwesen & Immobilien sowie im Handwerk im Jahresvergleich reduziert. Das karriere.de-Ranking zeigt die prozentuale Zunahme des Job-Angebots von Februar 2016 bis Februar 2017, die Veränderung der Bewerbernachfragen im Berichtszeitraum, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie die Chancen und Risiken von Bewerbern.


Ranking: Die Berufsfelder mit dem höchsten Job-Zuwachs

GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Februar 2016)

1. Wissenschaft & Forschung: + 61,35 Prozent
Doktorand, Naturwissenschaftler, Projektleiter (Bewerber: + 35,09 Prozent; Job-Angebot knapp unter Bewerbernachfragen). Nach dem Allzeit-Hoch von Dezember (114.632 Stellenangebote) rutschte das Job-Angebot auf 95.553 im Januar ab und erholte sich im Februar auf 95.803, der Abwärtstrend setzte sich also nicht fort.
Allerdings ist der Konkurrenzdruck spürbar, Spezialisten haben dennoch gute bis sehr gute Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 1 mit + 98,81 Prozent.

2. Medien: + 35,79 Prozent
Marketing-Manager, Social Media, Redakteur (Bewerber: + 36,96 Prozent; Job-Angebot stark über Nachfrage). Grundsolide präsentierte sich das Berufsfeld Medien: 70.598 vakante Stellen sind auch gegenüber dem Rekordmonat Dezember (73.582) ein toller Wert, der Abwärtstrend (Jan. 2017: 69.167) ist gebrochen.
Experten haben beste Karriere-Aussichten.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 3 mit + 56,35 Prozent.

3. Office: + 26,11 Prozent
Bilanzbuchhalter, Kaufmännische Berufe, Notariatsfachangestellte (Bewerber: – 11,60 Prozent; Job-Angebot sehr stark über Bewerbernachfragen). 353.619 Job-Angebote sind weit entfernt vom Bestwert im Dezember (378.964 Annoncen), doch auch im Berufsfeld Office gelang der Ausbruch aus dem Abwärtstrend (Jan. 2017: 345.982).
Office-Profis haben die besten Chancen auf der Suche nach dem Traumjob, auch Berufseinsteiger können sich mit guten Aussichten bewerben.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 4 mit + 51,64 Prozent.

4. Gesundheit: + 26,04 Prozent
Altenpfleger, Pflegedienstleiter, Arbeits- und Betriebsmediziner (Bewerber: + 21,65); Job-Angebot knapp über Bewerbernachfragen). 198.406 ausgeschriebene Arbeitsplätze (Dez. 2016: 236.092) bedeuten zwar auch gegenüber Januar 2017 (198.218) eine sehr leichte Erholung, doch eine klare Richtung nach oben oder nach unten ist nicht festzustellen.
Die Job-Möglichkeiten sind durch den Angebots-Überhang gut.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 2 mit + 67,26 Prozent. 

5. Marketing: + 23,14 Prozent
Marketing Manager, Produktmanager, Marketing Assistent (Bewerber: + 16,96 Prozent; Job-Angebot stabil über Bewerbernachfragen). Gegenüber dem Rekord-Dezember (196.071 vakante Jobs) ermäßigte sich die Zahl der Stellenausschreibungen auf 191.394, gegenüber Januar 2017 (188.091) ist ein Aufwärtstrend zu beobachten.
Job-Chancen: sehr gut bis bestens.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 10 mit + 34,07 Prozent.

6. Transport, Logistik & Warenwirtschaft: + 18,94 Prozent
Kraftfahrer, Disponent, Einkäufer (Bewerber: – 3,03 Prozent, Job-Angebot solide über Bewerbernachfragen). 198.997 Stellen waren im Februar annonciert (Dez. 2016: 223.779; Jan. 2017: 198.536). Sehr gute bis beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job, auch durch den Rückgang der Bewerberzahlen um 10,29 Prozent seit Januar 2017.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 5 mit + 46,65 Prozent.

7. Banking & Finance: + 18,78 Prozent
Real Estate, Versicherungen, Buchhaltung (Bewerber: - 3,07 Prozent; Bewerbernachfragen extrem über Job-Angebot). Keine Entspannung für B&F-Profis, die Arbeitsangebote zogen im Jahresvergleich an (Febr. 2017: 86.390, Febr. 2016: 72.331), doch die riesigen Bewerberzahlen sorgen für enormen Konkurrenzdruck.
Job-Möglichkeiten: nur die Allerbesten haben Karriere-Chancen.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 12 mit + 32,46 Prozent.

8. IT & Telekommunikation: + 17,48 Prozent
Fachinformatiker, IT-Sicherheitsmanager, Software-Entwickler (Bewerber: + 7,47 Prozent; Job-Angebot sehr solide über Bewerbernachfragen). Im Jahresvergleich ist die Entwicklung weiter positiv (Febr. 2017: 688.598; Febr. 2016: 586.120), seit dem Spitzenwert von Dezember (803.147; Jan. 2017: 707.920) ist die Zahl der Stellenangebote aber deutlich rückläufig.
Job-Chancen: bestens, gute Chancen auch nach wie vor für Berufsanfänger.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 6 mit + 41,60 Prozent.

9. Bildung und Sozialberufe: + 13,24 Prozent
Erzieher, Trainer, Lehrer (Bewerber: + 44,64 Prozent; Bewerbernachfragen solide über Job-Angebot). 41.126 vakante Positionen (gegenüber Dez. 2016: – 5,02 Prozent; gegenüber Jan. 2017: + 3,56 Prozent) eröffnen Bildungs- und Sozial-Spezialisten gute Job-Chancen, doch die Konkurrenz ist groß.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 11 mit + 36,63 Prozent.

10. Management & Leitung: + 11,90 Prozent
Abteilungsleiter, Business Analyst, Bereichsleiter (Bewerber: – 10,12 Prozent; Bewerbernachfragen höher als Job-Angebot). 284.825 Job-Angebote sind gegenüber dem Allzeit-Hoch von Dezember 2016 (292.964 Annoncen) ein Rückgang, gegenüber Januar 2017 (280.741) ging es wieder aufwärts.
Da der Bewerber-Überhang geringer wird, steigen die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 15 mit + 22,93 Prozent. 

11. Personalwesen: + 11,57 Prozent
Talentmanagement, Nachwuchsförderung, Teamleiter (Bewerber: - 3,82 Prozent; Job-Angebot höher als Bewerbernachfragen). Der Job-Markt für Personal-Experten präsentierte sich im Jahresvergleich zwar nicht mit einer überproportionalen Zuwachsrate, doch mit 18.309 Stellenanzeigen wurde der Dezemberwert (17.961) klar übertroffen – und sie steigen weiter.
Für Experten bedeutet dies: beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 14 mit + 23,76 Prozent.

12. Jura: + 9,11 Prozent
Handels- und Gesellschaftsrecht, Bau- und Kapitalmarktrecht (Bewerber: – 8,50 Prozent; Job-Angebot solide über Bewerbernachfragen). Sehr gute bis beste Job-Chancen bieten sich Juristen, denn die Bewerberzahlen sind im Jahresvergleich gesunken, nach dem Rückgang seit dem Hoch im Dezember 2016 (52.282, Jan. 2017: 43.574) zogen die Stellenanzeigen im Februar (44.534) wieder an.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 7 mit + 41,44 Prozent. 

13. Consulting: + 5,69 Prozent
Consultant, Berater, HR Consultant, Business Consultant (Bewerber: -16,75 Prozent; Job-Angebot höher als Bewerbernachfragen). Im 12-Monats-Vergleich nur noch knapp in den schwarzen Zahlen, sank das Job-Angebot seit Dezember 2016 (253.756; Jan. 2017: 233.348) kontinuierlich auf 221.429 freie Stellen im Februar. Noch größer war jedoch Rückgang der Bewerberzahlen, so dass seit Januar wieder ein Angebots-Überschuss besteht, was die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job verbessert.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 16 mit + 19,39 Prozent.

14. Gastronomie & Tourismus: + 2,97 Prozent
Servicemitarbeiter, Koch, Serviceleiter, Catering (Bewerber: + 22,04 Prozent; Job-Angebot sehr stark über Bewerbernachfragen). Rückläufig war nach den starken Januarzahlen (472.947; Dez. 2016: 470.449) im Februar das Job-Angebot für Gastronomie-&-Tourismus-Spezialisten, im Jahresvergleich besteht mit 458.923 Jobs aber weiterhin ein minimaler Zugewinn.
Der immer noch sehr starke Angebots-Überhang bietet sehr gute bis beste Karriere-Chancen.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 18 mit + 5,04 Prozent. 

15. Vertrieb: + 2,51 Prozent
Head of Sales, Sales Assistent, Sales Manager, Account Manager (Bewerber: – 10,59 Prozent; Job-Angebot höher als Nachfrage). 515.249 Arbeitsangebote wurden im Februar (Dez. 2016: 555.845) gezählt, gegenüber dem schwächeren Januar (502.911) kristallisiert sich ein leichter Aufwärtstrend heraus.
 So ergeben sich bei nachlassenden Bewerberzahlen wieder gute bis sehr gute Chancen bei der Job-Suche.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 17 mit 15,02 Prozent.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Februar 2016)

16. Ingenieure und Technik: – 2,07 Prozent
Ingenieure, Nachrichtentechnik, Maschinenbau (Bewerber: – 17,35 Prozent; Bewerbernachfragen knapp über Job-Angebot). Auf härtere Zeiten müssen sich Ingenieure und Techniker einstellen. 925.783 Stellen waren im Februar ausgeschrieben, im Dezember 2018 waren es 1.115.674 (Jan. 2017: 932.878).
Der Konkurrenzdruck steigt spürbar, aber Spezialisten können sich weiterhin Aufstiegs-Möglichkeiten ausrechnen.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 13 mit + 23,50 Prozent.

17. Bauwesen & Immobilien: – 5,35 Prozent
Immobilienkaufmann, Hochbau/Tiefbau, Bauingenieur, Straßenbau (Bewerber: + 6,07 Prozent; Job-Angebot über Bewerbernachfragen). Seit Dezember 2016 (180.228 Arbeitsangebote) gingen die Stellenausschreibungen auf 143.467 (Febr.; Jan. 2017: 139.558) zurück.
Der wieder etwas komfortablere Angebots-Überschuss ermöglicht gute bis sehr gute Karriere-Chancen.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 9 mit + 35,47 Prozent.

18. Handwerk: – 8,31 Prozent
Mechatroniker, Elektriker, Maler, Betriebsschlosser (Bewerber: + 28,62 Prozent; Bewerbernachfragen über Job-Angebot). Nach dem Allzeit-Hoch im Dezember (194.777 Annoncen) rauschte das Job-Angebot im Januar 2017 mit 137.844 vakanten Positionen in den Keller. Im Februar war zwar wieder ein Zuwachs von 5,77 Prozent auf 145.794 messbar, doch die Bewerberzahlen übertreffen die Zahl der Stellenausschreibungen.
Der Konkurrenzdruck wird größer, die Chancen auf der Suche nach dem Traumjob sind gesunken.
• Platzierung in der Dezember-Analyse (im Vergleich zu Januar 2016): Rang 8 mit + 39,47 Prozent.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Im Schnitt wurden im Dezember täglich rund 189.000 Job-Angebote in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: Die karriere.de-JobAgenten
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 13.03.2017

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