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Der Konkurrenzdruck für Juristen wird wieder größer.
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Rechtsexperten unter Druck

Die Konkurrenz schläft nicht

JU | karriere.de
Mit Beginn des 4. Quartals ziehen die Stellenangebote im Berufsfeld Jura nach einer leichten Konsolidierungsphase wieder an. Doch auch der Wettbewerb auf der Suche nach dem idealen Job wird härter. Karriere.de beleuchtet die Chancen und Risiken in fünf juristischen Berufsbereichen.
Juristen auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz können sich die Hände reiben, das Job-Angebot in ihrem relativ kleinen Berufsfeld steigt wieder. Zwar fiel der Anstieg seit Januar mit einem Plus von 23,81 Prozent geringer aus als am gesamten Arbeitsmarkt (+ 26,76 Prozent) und der im Juli gemessene historische Höchststand wurde nicht erreicht, trotzdem haben gut ausgebildete und berufserfahrene Rechtsexperten weiterhin sehr gute bis beste Job-Chancen. Einziger Wermutstropfen: Während die Nachfrage gegenüber Januar mit 0,14 Prozent nur noch leicht rückläufig ist (gesamter Arbeitsmarkt: – 2,78 Prozent), stiegen die Bewerberzahlen seit dem Jahrestiefstwert im September um satte 24,31 Prozent. Folge: Der Konkurrenzdruck wird wieder größer.
Grafik Jura          Nach dem historischen Höchststand im Juli sank das Job-Angebot bis Ende September, befindet sich nun aber wieder im Aufwärtstrend.
Die Bewerberzahlen gingen seit dem von karriere.de ermittelten Jahreshöchststand im März deutlich zurück, seit September ist aber ein starker Anstieg der Bewerber-nachfragen zu verzeichnen.
Jura-Experten haben aber nach wie vor sehr gute bis beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Juristen aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Hohe Angebotszuwächse sind keine Garantie für größere Job-Chancen


Goldener Oktober am Arbeitsmarkt. Das Job-Angebot erreichte mit insgesamt 5.616.554 Stellenanzeigen einen neuen historischen Rekord. Unternehmen suchen in allen Berufsfeldern nach Fachkräften. Zwar stieg auch die Nachfrage seit dem Jahrestiefststand im September um 5,58 Prozent, aber nach wie vor können sich wechselwillige Experten ihre neuen Arbeitsplätze beinahe aussuchen. Dass allerdings auch hohe Angebotszuwächse nicht immer automatisch mit allerbesten Chancen auf der Suche nach dem idealen Job verbunden sind, zeigt die Untersuchung der fünf Berufssegmente im Berufsfeld Jura.


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Arbeitsrecht: + 76,93 Prozent

Bank- und Kapitalmarktrecht: + 75,41 Prozent

Handels- und Gesellschaftsrecht: + 66,41 Prozent

Steuerrecht: + 62,10 Prozent

Den höchsten Angebots-Zuwachs verzeichnete das größte Segment Arbeitsrecht. Nach 1.392 Annoncen wurden im Oktober 2.463 Stellenanzeigen geschaltet. Das ist nicht nur ein neuer Jahreshöchstwert, sondern auch der beste Wert seit November 2011. Allerdings stieg die Nachfrage gleichzeitig um noch höhere 80,4 Prozent und übertrifft nun wieder das Angebot. So haben lediglich berufserfahrene Bewerber noch gute Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

Deutlicher günstiger verlief die Entwicklung im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht. Dem Anstieg der ausgeschriebenen Stellen (Jan.: 545; Okt. 956) steht ein nur geringer Zuwachs der Bewerbernachfragen um 1,75 Prozent gegenüber. Der Angebotsüberschuss sorgt so weiterhin für beste bis allerbeste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

Die allerbesten Karriere-Chancen haben Handels- und Gesellschaftsrechts-Experten. In diesem Bereich wurde im Oktober mit 1.769 Job-Angeboten (Jan.: 1.063) der höchste jemals von karriere.de gemessene Wert erreicht. Der gleichzeitige Bewerberrückgang um 14,27 Prozent und der extreme Angebotsüberhang bieten deshalb selbst Berufseinsteigern gute Job-Chancen.

Ebenfalls stark gestiegen ist die Zahl der Stellenangebote im Segment Steuerrecht. Im Oktober wurde mit 1.206 Annoncen (Jan.: 744) ein neues Allzeit-Hoch erreicht. Doch das große Bewerberplus von 22,18 Prozent und der gewaltige Nachfrage-Überhang sind die Ursachen für harten Konkurrenzdruck, der die Bewerber-Chancen auf der Suche nach dem idealen Job deutlich verschlechtert.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Versicherungsrecht: – 29,03 Prozent

Weiterhin rückläufig ist das Job-Angebot im kleinsten von karriere.de untersuchten Bereich Versicherungsrecht. Nach 310 angebotenen Stellen im Januar wurden im Oktober nur noch 220 Annoncen gezählt, allerdings sank auch die Nachfrage um überdurchschnittliche 31,75 Prozent. Bei wieder leichtem Bewerber-Überschuss bieten sich so lediglich berufserfahrenen Versicherungsrechts-Experten neue Job-Chancen.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Über 45.700 Angebote für Juristen wurden im Oktober 2016 in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Jura
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.11.2016

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