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Die Zahl der Stellenausschreibungen für Office-Spezialisten erreichte im September im Gegensatz zum gesamten Markt ein neues Allzeit-Hoch.
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Marktreport Office Herbst 2016

Büro-Experten sind gesucht wie nie

JU | karriere.de
Die Zahl der Stellenausschreibungen für Office-Spezialisten erreichte im September im Gegensatz zum gesamten Markt ein neues Allzeit-Hoch. Karriere.de hat die Bewerber-Chancen in sechs Büro-Bereichen genauer unter die Lupe genommen.
Der deutsche Arbeitsmarkt präsentierte sich zum Ende des dritten Quartals in sehr starker Verfassung, obwohl die Zahl der annoncierten Stellen seit dem historischen Hoch von August leicht zurückgegangen ist. Gegenüber Januar beträgt der Zuwachs aber immer noch 17,59 Prozent, die Bewerberzahlen sanken um 7,42 Prozent. Deutlich stärker präsentierte sich das Berufsfeld Office: Von Januar bis September stieg das Job-Angebot um satte 32,65 Prozent und erreichte bei nachlassenden Bewerberzahlen (– 8,57 Prozent) ein neues Allzeit-Hoch. Trotzdem sind die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job nicht in allen untersuchten Bereichen besser geworden.
Grafik Office          Gegen den Trend am gesamten Arbeitsmarkt erreichte das Job-Angebot im Berufsfeld Office im September den höchsten jemals von karriere.de gemessenen Wert. Da die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage bei nachgebenden Bewerberzahlen immer größer wird, haben qualifizierte und berufserfahrene Büro-Fachkräfte die besten bis allerbesten Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Office-Profis aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Sprunghafter Anstieg des Job-Angebots für kaufmännische Berufe


Trotz der Konsolidierungsphase im September suchen deutsche Unternehmen weiterhin händeringend nach gut ausgebildeten und berufserfahrenen Fachkräften, so etwa in den Berufsfeldern Wissenschaft und Forschung, Gesundheit, Medien, Transport, Logistik & Warenwirtschaft sowie IT & Telekommunikation. Ebenfalls überdurchschnittlich nachgefragt sind Office-Profis, allerdings gilt dies nicht für alle Segmente. So haben sich für Steuerfachkräfte die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job verschlechtert.

GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Kaufmännische Berufe: + 50,98 Prozent
Kaufmann/-frau für Bürokommunikation, Industriekaufmann/-frau, Bürokaufmann/-frau

Buchhaltung: + 15,21 Prozent
Finanzbuchhalter/in, Bilanzbuchhalter/in, Lohn- & Gehaltsbuchhaltung

Sekretäre und Bürofachkräfte: + 7,39 Prozent
Chefsekretär/in, Büroleiter/in, Verwaltungsfachkraft

Personalsachbearbeiter: + 1,96 Prozent

Sachbearbeiter/in in Lohn & Gehalt

Waren die kaufmännischen Berufe in der Juli-Auswertung mit einem Rückgang des Job-Angebotes um 29,29 Prozent noch der größte Verlierer, hat sich diese Entwicklung bis Ende September gedreht. Nach 40.628 Stellenausschreibungen im Januar wurden im September 61.340 Job-Angebote gezählt. Gegenüber dem Tiefstwert aus Juli (28.727) ist dies ein explosionsartiger Anstieg von 113,53 Prozent. So haben bei extremem Angebotsüberhang und zurückgehender Nachfrage (– 11,88 Prozent) nicht nur berufserfahrene Bewerber allerbeste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job, sondern auch für Berufsanfänger können sich Aufstiegs-Möglichkeiten ergeben.

Im Segment Buchhaltung zog das Job-Angebot von 13.940 (Jan. 2016) auf 16.062 (Sept.) an, die Nachfrage erhöhte sich gegen den Trend um 9,99 Prozent. Da das Angebot die Nachfrage übertrifft, haben Fachkräfte jedoch weiterhin gute bis sehr gute Job-Chancen.

Gute Karriere-Chancen ergeben sich im Bereich Sekretäre und Bürofachkräfte, das Job-Angebot erhöhte sich von 8.359 (Jan.) auf 8.977 (Sept.) Stellen, die Nachfrage ermäßigte sich um 9,31 Prozent bei anhaltendem Angebots-Überhang. Das nur geringfügig gewachsene Angebot im Bereich Personalsachbearbeiter (Jan.: 6.730; Sept.: 6.862) ermöglicht aufgrund des starken Bewerberrückgangs (– 37,11 Prozent) möglicherweise neue Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Doch der Nachfrageüberschuss sorgt weiterhin für erheblichen Konkurrenzdruck.

VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)

Steuerfachkräfte: – 1,26 Prozent
Steuerassistent/in, Steuerfachangestellte/r, Steuerfachwirt/in

Rechtsanwalts- und Notariatsfachkräfte: – 0,71 Prozent
Anwaltssekretär/in, Patentanwaltsfachangestellte/r, Notariatsfachangestellte/r

Im Bereich Steuerfachkräfte sank die Zahl der ausgeschriebenen Jobs von 11.456 im Januar auf 11.312 im September. Noch im März war mit 17.681 Anzeigen der Jahreshöchstwert erzielt worden. Da die Bewerberzahlen bis September um 18,93 Prozent anzogen und die Nachfrage größer als das Angebot ist, gestaltet sich die Jobsuche in diesem Segment noch schwieriger.

Für Rechtsanwalts- und Notariatsfachkräfte ging das Angebot nur geringfügig zurück (Jan.: 4.926; September: 4.891). Da gleichzeitig die Nachfrage um überdurchschnittliche 30,45 Prozent fiel und ein Angebotsüberschuss besteht, haben Bewerber wieder gute bis sehr gute Job-Chancen.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Über 331.500 Angebote im Berufsfeld Office wurden im September 2016 in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Office
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.10.2016

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