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Job-Markt für B&F-Spezialisten bleibt schwierig
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Leichte Entspannung auf dem Job-Markt

B&F-Spezialisten orientieren sich neu

JU | karriere.de
Die Arbeitssuche im Banken- und Finanzsektor, der mit den Folgen der Niedrigzinsphase, Regulierung und Digitalisierung kämpft, ist nicht einfacher geworden. Allerdings bescherte der Nachfrage-Rückgang Bewerbern in einzelnen Berufs-Segmenten neue Job-Chancen.
Das Berufsfeld Banking & Finance war im gesamten Verlauf des Jahres 2016 einer äußerst schwierigen Arbeitsmarktsituation unterworfen. Drastische Sparmaßnahmen mit Massenentlassungen, Filialschließungen und Fusionen prägten das Bild der deutschen Finanzwirtschaft. Am Job-Markt setzte jedoch seit dem Nachfrage-Hoch im Mai ein deutlicher Rückgang der Bewerberzahlen ein, der sich mit Beginn des 4. Quartals noch einmal verstärkte, so dass im November ein neues Bewerber-Tief erreicht wurde. Das Job-Angebot hingegen erhöhte sich seit Januar um 25,99 Prozent und lag damit knapp über dem Zuwachs des gesamten Arbeitsmarktes (+ 24,33 Prozent). Die durch den Nachfrageverlust bedingte leichte Entspannung Im Berufsfeld B&F ist allerdings keine Garantie für bessere Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.
Grafik Banking          Nach dem Jahreshoch im August stagnierte das Job-Angebot für Banking-&-Finance-Profis, lag aber nach wie vor deutlich über dem Jahrestief im Januar.

Die Bewerberzahlen sanken seit dem Jahreshöchstwert im Mai deutlich und erreichten im November den niedrigsten Wert des Jahres. Trotzdem blieb die Suche nach dem idealen Job durch den starken Nachfrage-Überhang schwierig.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Banking-&-Finance-Experten aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Sonderbewegungen in einzelnen Segmenten des Berufsfeldes B&F


Während der gesamte Arbeitsmarkt auch im November brummte und mit 5.508.668 Stellenanzeigen der zweithöchste Wert des Jahres 2016 gemessen wurde, bewegten sich die Job-Angebote für Banking-&-Finance-Spezialisten seit dem Jahreshoch im August in nahezu unverändertem, leicht ermäßigtem Rahmen auf niedrigem Niveau. Wechselwillige B&F-Profis mussten in beinahe allen Berufsbereichen mit Konkurrenzdruck rechnen, da die Nachfrage das Angebot in neun von zehn untersuchten Segmenten zum Teil überaus deutlich übertraf. Auffällig: einige Job-Bereiche durchliefen im Berichtszeitraum Sonderbewegungen gegen den Trend. Mehr dazu in unseren Einzel-Analysen!


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Privatkundenbetreuer: + 78,03 Prozent
Cash Management, Kundenberater, Kontoführung

Real Estate: + 58,0 Prozent
Baufinanzierung, Immobilienmanager, Immobilienfonds

Asset-Management: + 48,27 Prozent
Asset Optimizer, Vermögensberater, Derivate

Leitungsfunktionen: + 34,42 Prozent
Leiter Finanzen, Direktor Finanzen, Head of Finance

Risk Management: + 25,84 Prozent
Risk-Manager

Buchhaltung: + 25,57 Prozent
Kontokorrentbuchhalter, Bilanzbuchhalter, Fondsbuchhalter

Versicherungen: + 11,24 Prozent
Schadenssachbearbeiter, Kundenbetreuer, Generalagent

Controlling: + 7,86 Prozent
Financial Analyst, Wirtschaftsprüfer, Controller

Firmenkundenbetreuer: + 3,46 Prozent
Unternehmensfinanzierung, Mergers Acquisitions

Der winzige Bereich Privatkundenbetreuer blieb auch im November der größte Gewinner. Nach 132 freien Stellen im Januar wurden im November 235 Annoncen gezählt, das sind allerdings 10,98 Prozent weniger als im Oktober (264). Da seit Januar die Bewerberzahlen um satte 75,84 Prozent stiegen und die Nachfrage über dem Angebot lag, hatten nur ausgewiesene Experten überhaupt Job-Chancen.

Weitgehend unverändert präsentierte sich das Segment Real Estate. Der Zuwachs im Stellenangebot war nach wie vor deutlich (Nov.: 1.643; Jan.: 1.043), noch deutlicher zog jedoch die Nachfrage (+ 64,78 Prozent) an. Der große Bewerber-Überschuss eröffnete auch hier nur Profis realistische Job-Möglichkeiten.

Gegen den Konsolidierungs-Trend entwickelte sich der Bereich Asset-Management, in dem nach 1.216 Stellenangeboten (Jan.; Okt.: 1.644) im November sogar 1.803 vakante Stellen gemeldet waren. Der Bewerberrückgang um 12,23 Prozent begünstigte zwar die Job-Suche, doch der große Nachfrage-Überhang bot lediglich berufserfahrenen Bewerbern neue Chancen auf der Suche nach dem idealen Job. Auch das Job-Angebot im Segment Leitungsfunktionen wuchs weiter (Jan.: 38.819 Stellen; Okt.: 51.935; Nov.: 52.182). Da die Zahl der Bewerber aber immer noch extrem über der der vakanten Stellen lag, waren selbst gut ausgebildete Spezialisten einem heftigen Konkurrenzdruck ausgesetzt.

Im Vergleich zu Januar wiesen die Segmente Risk-Management (Jan.: 1.796; Okt. 2.719; Nov.: 2.354), Buchhaltung (4.560; 6.122; 5.726), Versicherungen (6.149; 7.271: 6.840) und Controlling (15.865; 17.626; 17.112) im November zwar allesamt Zugewinne im Job-Angebot aus, doch die Oktoberwerte wurden nicht mehr erreicht. Nur im Bereich Buchhaltung war das Angebot größer als die Nachfrage (+ 15,64 Prozent), was Bewerbern sehr gute bis beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job ermöglichte. Für die übrigen galt: der starke Bewerber-Überschuss schmälerte die Karriere-Chancen. Für Experten in Sachen Risk-Management (Bewerber: – 9,29 Prozent) und Controlling (Bewerber: – 13,71 Prozent) eröffnete der Nachfrageverlust allerdings vereinzelt neue Job-Perspektiven.

Für Firmenkundenbetreuer, in unserer Oktober-Untersuchung noch einer der Verlierer (Jan.: 694 vakante Stellen; Okt. 505), verlief die Entwicklung im November mit 718 Stellenanzeigen wieder positiv. Da die Nachfrage trotz der um 37,78 ermäßigten Bewerberzahlen immer noch über der Zahl der ausgeschriebenen Stellen lag, boten sich nur berufserfahrenen Fachkräften neue Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Finanzierung: – 14,96 Prozent
Verbundgeschäft, Firmenkundenkredit, Finanzierungsberater

Einziger Verlierer blieb der Job-Markt für Finanzierungs-Profis, 341 Stellenanzeigen bedeuteten nicht nur einen Verlust gegenüber Januar (401), sondern auch gegenüber dem bereits schwachen Angebot im Oktober (382). Gleichzeitig verringerte sich die Nachfrage bei leichtem Bewerber-Überhang um 21,09 Prozent, so dass gut ausgebildete und berufserfahrene Kandidaten durchaus Chancen auf der Suche nach dem idealen Job hatten.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 89.000 Angebote in den untersuchten Banking- &-Finance-Segmenten wurden im November in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Banking & Finance
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 04.01.2017

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