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Schwierige Jobsuche für Banker
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Stellenangebote Banking & Finance

Ausverkauf: Wo jetzt noch Jobs zu haben sind

JU | karriere.de
Die Bankenkrise wirkt sich bis heute auf den Stellenmarkt aus. Banking- und Finance-Fachkräfte werden so wenig gesucht wie selten zuvor. Und die stark gestiegenen Bewerberzahlen verschärfen den Wettbewerb um den idealen Job zusätzlich.
Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich seit Monaten von seiner starken Seite, schon lange können nicht mehr alle ausgeschriebenen Stellen besetzt werden, häufig übertreffen die Stellenangebote die Bewerbernachfragen. Für Banking- und Finance-Experten trifft dies allerdings nicht zu. Zwar stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen von April 2015 bis April 2016 um 3,47 Prozent (gegenüber 5,24 Prozent im Gesamtmarkt), doch gleichzeitig erhöhte sich die Nachfrage um satte 31 Prozent. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage ist noch größer geworden und die Suche nach den idealen Job extrem schwierig.
 Stellenangebote Finanzdienstleistungen         
Die Stellenangebote für Banking- und Finance-Experten sind weiter auf Talfahrt und stagnieren derzeit auf extrem niedrigem Niveau.

Verschärft wird die Situation in diesem Segment durch die seit 2012 kontinuierlich steigenden Bewerberzahlen, die die Stellenangebote inzwischen um ein Vielfaches übertreffen.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für den Banking & Finance-Bereich aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt:
Banking- und Finance-Spezialisten profitieren kaum vom boomenden Arbeitsmarkt


Viele Unternehmen können ihren Bedarf an gut ausgebildeten und berufserfahrenen Fachkräften nicht decken, so etwa im IT-Bereich, im Personal- oder im Office-Sektor. Der Bereich Banking & Finance hingegen ist von einer negativen Entwicklung betroffen. Zwar stiegen in einigen wenigen ausgesuchten Segmenten die Stellenangebote deutlich, doch die Verlierer überwiegen – und dies bei anhaltend stark zunehmenden Bewerbernachfragen. Echte Chancen zur beruflichen Neuorientierung eröffnen sich qualifizierten Fachkräften lediglich im Bereich Buchhaltung: Hier steigen seit Anfang des Jahres die Angebote ungewöhnlich stark und können von den Bewerbernachfragen nicht gedeckt werden.

GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zum April 2015)

Real Estate: + 48,23 Prozent
Baufinanzierung, Immobilienmanager, Immobilienfonds

Versicherungen: + 44,0 Prozent
Schadenssachbearbeiter, Kundenbetreuer, Generalagent

Buchhaltung: + 19,54 Prozent
Fondsbuchhalter, Bilanzbuchhalter, Kontokorrentbuchhalter

Banking- und Finance-Experten haben nichts zu lachen. Zwar stiegen in den drei Bereichen Real Estate, Versicherungen und Buchhaltung die Stellenangebote deutlich, doch der positive Trend relativiert sich durch die Tatsache, dass die Bewerbernachfragen zum Teil extrem nach oben geschossen sind.

Im Segment Real Estate nahm die Zahl der offenen Jobs von 1.155 (April 2015) auf jetzt 1.712 zu, gleichzeitig erhöhte sich die Nachfrage jedoch um sage und schreibe 131,81 Prozent. Diese Entwicklung ist auch im Bereich Versicherungen zu beobachten, der Zunahme der Jobangebote (April 2015: 5.776; April 2016: 8.320) steht die erhöhte Nachfrage von 112,32 Prozent Zuwachs gegenüber. In beiden Segmenten übersteigt die Nachfrage das Angebot.

Lediglich im Bereich Buchhaltung ist eine positivere Entwicklung zu verzeichnen. Hier erhöhte sich die Zahl der angebotenen Jobs von 6.152 (April 2015) auf 7.354. Sie übertreffen damit noch immer die Nachfrage – trotz 32,93 Prozent Anstieg bei den Bewerbern.

VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zum April 2015)

Asset-Management: – 30,49 Prozent
Vermögensberater, Asset Optimizer, Derivate

Firmenkundenbetreuer: – 28,44 Prozent
Unternehmensfinanzierung, Mergers Acquisitions

Finanzierung: – 23,55 Prozent
Finanzierungsberater, Firmenkundenkredit, Verbundgeschäft

Risk Management: – 19,88 Prozent
Risk-Manager

Privatkundenbetreuer: – 2,45 Prozent
Cash Management, Kontoführung, Kundenberater

Leitungsfunktionen: – 2,03 Prozent
Direktor Finanzen, Leiter Finanzen, Head of Finance

Controlling: – 0,51 Prozent
Controller, Financial Analyst, Wirtschaftsprüfer

Die Verlierer müssen nicht nur zum Teil hohe zweistellige Verluste bei den Stellenangeboten verkraften, sondern auch extreme Nachfrage-Steigerungen. Das führt dazu, dass in allen Segmenten die Bewerbernachfragen die Stellenangebote zum Teil drastisch übertreffen. Das trifft besonders auf die Bereiche Asset-Management, Leitungsfunktionen und Controlling zu.

Besonders ungünstig verlief die Entwicklung in dem recht kleinen Segment Finanzierung. Hier verringerten sich die Job-Angebote von 484 (April 2015) auf 370, während die Bewerbernachfragen um extreme 248,67 Prozent zunahmen.

Für alle Segmente gilt: Nie war die Suche nach dem Traumjob schwieriger!

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Etwa 2.800 Angebote für Banking- und Finance-Experten werden täglich in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörden und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative:
JobAgent Banking und Finance


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Dieser Artikel ist erschienen am 10.06.2016

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