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Die Rekordhatz im Job-Angebot für Rechtsexperten geht weiter.
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Job-Aussichten für Juristen

Arbeitsrechtler mit besten Auf- und Einstiegschancen

JU | karriere.de
Für Juristen könnte es kaum besser laufen: ein erneutes Allzeithoch beflügelt die Aussichten am Stellenmarkt. Hinzu kommen zum Teil ausufernde Einstiegsgehälter von bis zu 140.000 Euro, wie sie erst kürzlich eine internationale Wirtschaftskanzlei aufrief. In Zeiten der Goldgräberstímmung hat karriere.de die aussichtsreichsten Berufssegmente untersucht – und zeigt auch Risiken, wie im Versicherungsrecht.
"Aufwärtstrend ohne Ende?" fragte karriere.de bereits gegen Ende des vergangenen Jahres. Tatsächlich, die Rekordhatz geht weiter: Im Dezember wurden die Höchstmarken, die seit Beginn des 4. Quartals registriert wurden, noch einmal getoppt. Sage und schreibe 52.282 Stellenangebote für Juristen wurden gezählt. Gegenüber Januar 2016 ist dies eine Steigerung von 41,44 Prozent (gesamter Arbeitsmarkt: 30,36 Prozent).

Zwar zog auch die Nachfrage mit einem Plus von 10,70 Prozent (gesamter Arbeitsmarkt: – 1,03 Prozent) auf ein Allzeithoch an, doch von der in den vergangenen Jahren so oft diagnostizierten "Juristenschwemme" ist am Job-Markt wenig zu spüren. Vielmehr klagen Arbeitgeber inzwischen über einen Mangel an Rechtsexperten. So verwundert es kaum, dass die Gehälter für hochqualifizierte Juristen steil ansteigen. 140.000 Euro für Einsteiger bot jüngst die internationale Wirtschaftskanzlei Milbank. So haben nicht nur berufserfahrende Fachkräfte beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job, sondern auch qualifizierten Berufsstartern bieten sich gute Einstiegsmöglichkeiten.
Grafik Jura          Die Rekordhatz im Job-Angebot für Rechtsexperten geht weiter. Im Dezember waren so viele Stellen ausgeschrieben wie nie zuvor seit Messung der Zahlen durch karriere.de. Das erst im November festgestellte Hoch wurde noch einmal um 10,44 Prozent übertroffen.

Zwar stiegen auch die Bewerberzahlen auf einen neuen historischen Höchstwert, doch der satte Angebots-Überschuss bietet Jura-Profis beste Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.

So werden die Daten erhoben:
Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für Rechtsspezialisten aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Nicht berücksichtigt sind dabei die Angebote, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Grafik: karriere.de
Der Blick auf den Gesamtmarkt
Nur für Steuerrechts-Profis wird die Jobsuche schwieriger

Das Jahr 2016 endete mit einem einzigartigen Job-Feuerwerk, 5.775.668 freie Stellen wurden zuvor nie gezählt. Die Wachstumsrate in einzelnen Berufsfeldern übertraf die Entwicklung am gesamten Arbeitsmarkt sogar deutlich, so etwa in Wissenschaft & Forschung, Gesundheit, Medien und Office. Im karriere.de-Top-18-Berufsfelder-Ranking gehören Juristen ebenfalls zu den überdurchschnittlichen Gewinnern, die Job-Chancen steigen prägnant, lediglich für Steuerrechts-Profis wird die Arbeitsplatzsuche schwieriger!


GEWINNER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Arbeitsrecht: + 133,98 Prozent

Handels- und Gesellschaftsrecht: + 73,94 Prozent

Bank- und Kapitalmarktrecht: + 70,64 Prozent

Steuerrecht: + 30,37 Prozent

Entspannt hat sich die Lage im Segment Arbeitsrecht. Mit 3.257 vakanten Stellen (Jan. 2016: 1.392; Nov.: 2.562) wurde ein zuvor nie gemessener Wert erreicht. Zwar stieg das Bewerberaufkommen seit Januar 2016 um satte 81,71 Prozent, doch der Rückgang seit November (– 30,25 Prozent) sorgt dafür, dass das Angebot wieder deutlich über der Nachfrage liegt. So haben Experten bei nachlassendem Konkurrenzdruck beste Job-Chancen, Berufsanfänger sollten die Gunst der Stunde nutzen.

Die Zahl der Stellenangebote im Bereich Handels- und Gesellschaftsrecht markierte ebenfalls ein neues Allzeithoch. Wurden im Januar 2016 1.063 Annoncen geschaltet, waren es im Dezember 1.849 (Top-Wert zuvor: 1.769 im Okt. 2016). Da sich gleichzeitig die Nachfrage gegen den Trend um 10,64 Prozent verringerte, bietet der extreme Angebots-Überschuss Fachkräften allerbeste Chancen auf der Suche nach dem Traumjob. Auch hier gilt: Berufseinsteiger jetzt bewerben!

Bank- und Kapitalmarktrechts-Spezialisten profitieren erneut vom grundsoliden Job-Angebot, das sich von 545 (Jan. 2016) auf 930 Stellen (Dez. 2016) erhöhte. Die Bewerbernachfragen zogen um durchschnittliche 10,98 Prozent an. So sorgt der Angebots-Überhang weiterhin für sehr gute bis beste Aufstiegs-Chancen.

Zeichnete sich im November noch eine Entspannung im Segment Steuerrecht ab, hat sich dieser Trend im Dezember gedreht. Das Job-Angebot entwickelte sich zwar weiter positiv (Jan. 2016: 744 Arbeitsplätze; Dez. 2016: 970), doch der extreme Bewerber-Überhang – allein seit November stieg die Nachfrage um 48,87 Prozent – erhöht den Konkurrenzdruck und vermindert die Chancen auf der Suche nach dem idealen Job.


VERLIERER (Stellenangebote im Vergleich zu Januar 2016)


Versicherungsrecht: – 8,38 Prozent

Der kleinste Bereich Versicherungsrecht bleibt der einzige Verlierer (Jan. 2016: 310 vakante Stellen; Dez. 2016: 284). Fachkräfte müssen aber nicht verzagen, denn der gleichzeitige Bewerberrückgang um überdurchschnittliche 46,71 Prozent führt dazu, dass das Angebot die Nachfrage stark übersteigt. So haben Versicherungsrechts-Experten wieder beste Karriere-Chancen.

Professionelle Unterstützung für Jobsuche nötig

Der Markt der Stellenbörsen wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher und ist für den Einzelnen kaum noch zu durchschauen. Rund 1.700 Angebote für Jura-Experten wurden im Dezember 2016 täglich in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche schnell zu einem Fulltime-Job.

Die Alternative: JobAgent Jura
Einen umfassenden Stellenmarktreport können Sie jetzt auch kostenlos für Ihr individuelles Suchprofil nutzen: Eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote erfolgt kostenlos aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird Ihnen einmal pro Woche per Mail zugesandt.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.01.2017

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