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Was Medienleute verdienen
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Gehälter im Medienbereich

Buhlen um Aufträge und bessere Vergütung

Interview: Miriam Bax
Jobs in der Medienlandschaft sind begehrt und umkämpft. Bei Unternehmen besonders gefragt sind momentan Online-Profis. Doch die gute Ausbildung allein reicht nicht. Wer hier einsteigen und gutes Geld verdienen will, der sollte sich so früh wie möglich praktische Erfahrung aneignen und Kontakte knüpfen. Worauf es noch ankommt, erklärt HR Manager Andreas Burg vom Personaldienstleister media:personal.
Welche Qualifikationen und welche Fachkräfte sind in der Medienbranche derzeit besonders gefragt?

Hier ist momentan in der Tat ein immer schnellerer Wandel bemerkbar. Ein stark gewachsener Bereich ist z.B. das Gebiet Planung und Beratung in Mediaagenturen.
Andreas Burg, media:personal HR ManagerFoto: privat
Im Gegenzug beobachten wir vor allem in Bezug auf feste Positionen immer weniger Nachfrage für den Bereich Kreation. Dieser wird seit den letzten vier bis fünf Jahren hauptsächlich über Freelancer abgedeckt. Da diese Jobs primär projektbasiert vergeben werden, ist das Buhlen der Kreativen um die Aufträge groß. Gefragt sind eher Projektmanager und Kundenberater, die den Kunden langfristig betreuen.

Gute Chancen haben besonders Online Experten: Art Director Online, Account Manager Online/Interactive oder auch Digital Planning Manager sind derzeit stark gefragt. Besonders in Agenturen oder in Verlagen sind Online Kenntnisse also ein Muss. Dies ist besonders wichtig für die "klassischen" Jobs wie Grafiker, Berater, Redakteure.

Generell werden im Medienbereich immer mehr Spezialisten als Generalisten gesucht. Dies war bis vor wenigen Jahren noch anders. Da hatte der Bewerber die Nase vorn, der bereits in vielen Medienbereichen tätig war.

Welchen Stellenwert hat die Praxiserfahrung in Bezug auf das Gehalt?

Viele der gefragten Jobs im Bereich Medien sind relativ neu, so zum Beispiel der Online Marketing Manager oder Social Media Manager. Dafür gibt es teilweise noch keine einschlägigen (akademischen) Ausbildungen oder entsprechende Inhalte werden nur gestreift, daher fällt für viele Unternehmen die praktische Erfahrung der Bewerber stärker ins Gewicht als allein die Ausbildung. Gerade im Bereich Social Media Management ist der Run auf die freien Positionen groß. Da ist es besonders wichtig, auch im Studium schon in diesem Bereich für Unternehmen tätig gewesen zu sein. Auch für Quereinsteiger gilt hier: Weiterbildungen und Zertifikate sind gut – aktive Berufserfahrung ist noch besser im Hinblick der teilweise sehr überlaufenen Branchensegmente.

Können die vergleichsweise niedrigen Einstiegsgehälter im Medienumfeld durch steigende Berufserfahrung wieder ausgeglichen werden?

Grundsätzlich sind die Gehälter in der Medienbranche gar nicht so niedrig, sondern eher im Mittelfeld angesiedelt. Es gibt Branchen, in denen Einsteiger weniger verdienen, fasst man aber in der Industrie Fuß, dann gibt das Gehalt deutlich mehr her.

Ein Problem ist hier sicher auch, dass in der Medienbranche sehr häufig gewechselt wird. Das ist ein besonderes Phänomen der Branche. Kaum ein Mitarbeiter bleibt noch fünf bis zehn Jahre beim gleichen Unternehmen, vielmehr wird alle zwei bis drei Jahre gewechselt. Da sind auch viele Unternehmen nicht gewillt, große Einstiegsgehälter zu zahlen, sondern setzten eher niedriger an.

Dennoch steigt das Gehalt natürlich im Lauf der Karriere. Jemand der als Junior zum Beispiel 35.000 Euro verdient hat, der spielt nach sechs bis acht Jahren als Senior sicherlich in der Liga um 60.000 Euro – je nach Fachgebiet.

In welchen Segmenten werden die größten Gehälter gezahlt?

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Dieser Artikel ist erschienen am 21.06.2016