Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Hohe Gehälter für ITler mit besonderen Skills
Foto: markd800/Fotolia.com
IT-Gehälter

Überdurchschnittlich hohe Vergütung für Experten mit besonderen Skills

Teil 2: Besondere Rolle der Freelancer

Sörge Drosten: Die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft fordert ständige Innovationen, zum Beispiel Industrie-4.0-Projekte oder Cloud-Anbindungen. Unternehmen können die zusätzlichen Aufgaben mit internem Personal kaum bewältigen. Der Bedarf an erfahrenen Spezialisten in modernen Methoden, etwa für agile Entwicklung und Projektmanagement, die kurzfristig und nur für bestimmte Projekte zur Verfügung stehen, ist daher groß.

Die Flexibilität, die Unternehmen im Einsatz von IT-Kapazitäten so gewinnen, geben sie in gewissem Rahmen an die Freiberufler weiter, die durch flexible Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnen. Zudem liegt das Einkommen von IT-Freiberuflern um circa 40 Prozent höher als das von IT-Fachkräften in Festanstellung und auf Managementeben um knapp 20 Prozent höher als bei angestellten IT-Projektleitern.

Hat Freelancing auch Nachteile?

Sörge Drosten: Obwohl IT-Freiberufler häufig längere Zeit in der Firma eines Kunden verbringen, sind sie bei Personalabteilung und Betriebsrat außen vor, profitieren also nicht von Mitbestimmungsrechten und bezahltem Urlaub. Sie kommen auch nicht in den Genuss einer Altersvorsorge und müssen die gesamten Sozialabgaben selber tragen. Hinzu kommt der Aspekt der Arbeitsplatzsicherheit, der für die meisten Arbeitnehmer aufgrund familiärer und finanzieller Verpflichtungen eine hohe Qualität hat, aber für Freiberufler keine Rolle spielt.

In welchen Branchen sehen Sie zurzeit die besten Entwicklungsmöglichkeiten – auch unter gehaltstechnischen Vor-zeichen?

Sörge Drosten: Grundsätzlich lassen sich in den meisten Branchen interessante Gehaltsentwicklungen realisieren. Die Branchen Auto-mobil, Maschinenbau, Chemie, Pharma, IT, Beratung bieten auf alle Fälle gute Chancen. Julia Zmítko: Am besten sieht es gehaltstechnisch in der Chemiebranche, bei Banken und Finanzdienstleistern, in der Pharmaindustrie, der Automobilbranche und bei Beratungsunternehmen aus. Deutlich schlechtere Aussichten haben IT-Fachkräfte in Branchen wie Werbung, Medien, Öffentliche Verwaltung, Behörden, dem Gesundheitswesen oder dem Großhandel. IT-Security, Netzwerkadministration, Datenbankmanagement und IT-Entwicklung haben bei den Stellenangeboten Hochkonjunktur.

Sind das generell Gebiete, in denen Bewerber viel verdienen – und verlangen können?

Julia Zmítko: IT-Security Manager gehören mit 87.000 Euro zu den Top-Verdienern bei IT-Spezialisten. Netzwerk- und Datenbankmanager bzw. -administratoren sowie Anwendungsentwickler liegen mit ca. 60.000 Euro im Mittelfeld.

»»» Erfahren Sie mehr im IT-Gehaltsreport von karriere.de
Dieser Artikel ist erschienen am 06.07.2016

VORTEILE SICHERN