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Eine Million Gehalt im Investmentbanking
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Gehälter

"Im Investmentbanking kann das Gehalt auch die Million überschreiten"

Teil 3: Entwicklungsmöglichkeiten im Vordergrund

Was ist bei Gehaltsverhandlungen zu beachten? Ab wann wird Pokern gefährlich?

Bei einem freiwilligen Wechsel wird man in der Regel eine Verbesserung der persönlichen Situation anstreben. Zehn bis 15 Prozent mehr Gehalt sollten bei einem Wechsel drin sein – es sei denn, der Wechsel findet auf der gleichen Ebene statt. Dann sollten aber die besseren Entwicklungsmöglichkeiten im Vordergrund stehen. Manchmal ist es besser, mittelfristig zu denken und nicht den schnellen Gehaltszuschlag zu erwarten.

Ist ein Wechsel aus dem Bankenbereich ins Finanzwesen von Unternehmen angeraten? Mit welchen Gehaltsschwankungen muss gerechnet werden?

Ein Wechsel in die Industrie bedeutet, dass man keinen riesigen Gehaltssprung macht. Denn tendenziell zahlen Banken mehr. Viele Bankmitarbeiter haben auch noch Gehälter aus der "alten Welt", also aus Zeiten vor der Finanzkrise und aus teilweise noch sehr viel größeren Instituten. Vergütungen in dieser Höhe werden heute nicht mehr bezahlt. In solchen Fällen hätte ein Wechsel finanziell eher negative Folgen, da keine Sprünge zu erwarten sind, ermöglichen aber vielleicht neue Perspektiven.

In welchen Regionen und Branchen verdienen Banker am besten?

Erstens nach wie vor im Rhein-Main-Gebiet, dann im Raum München. Europäischer Finanzmagnet für deutsche Banker bleibt London.

Haben Sie einen Geheimtipp für die Gehaltsverhandlung?

Überzeugen heißt die Devise – mit Kompetenz und Leistung. Wichtig dabei ist, die bisher erbrachte, aber auch die künftige Leistung ins Gespräch einzubringen. Von Vorteil wäre es, dem Arbeitgeber mit Geschick das Gefühl zu vermitteln, wie attraktiv man auf dem Arbeitsmarkt ist. Das ist allerdings eine Gratwanderung, die nicht jeder beherrscht. Sicher ist: Mit Abwanderung zu drohen hilft in der Regel nicht, deshalb rate ich davon eher ab. Da gilt für viele Unternehmen der alte Satz: "Reisende soll man nicht aufhalten". Die absolute Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber muss deutlich werden. Dann bietet sich vielleicht die Chance zu sagen, dass man mit der Gehaltsentwicklung nicht so ganz glücklich ist.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.09.2015

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