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Tarifverträge regeln meist Zusatzleistungen zum Gehalt wie das Urlaubsgeld
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Zusatzleistungen zum Gehalt

Urlaubsgeld dank Tarifvertrag

wiwo.de, rtr
Die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland erhält Urlaubsgeld. Entscheidend für die Zahlung ist, ob im Unternehmen ein Tarifvertrag gilt oder nicht. Die Höhe des Urlaubsgeldes ist je nach Branche sehr unterschiedlich.
Arbeitgeber zeigen sich in Sachen Urlaubsgeld in Deutschland spendabel: Denn die Hälfte aller Beschäftigten profitiert davon Die Chancen auf diese Zahlung seien aber sehr unterschiedlich verteilt, sagte der Leiter des Tarifarchivs des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), Thorsten Schulten, zu dem Ergebnis einer Online-Befragung von mehr als 28.000 Beschäftigten. "Der mit Abstand wichtigste Faktor ist die Frage, ob im Unternehmen ein Tarifvertrag gilt oder nicht."

71 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben kommen in den Genuss von Urlaubsgeld. Bei den Arbeitnehmern ohne Tarifvertrag sind es demnach nur 38 Prozent. "Die Chance auf ein Urlaubsgeld ist damit in tarifgebundenen Unternehmen fast doppelt so hoch", sagte Schulten.

"Außerdem machte es für die Beschäftigten einen Unterschied, ob sie einen tarifvertraglich gesicherten Anspruch haben oder ob das Urlaubsgeld lediglich als freiwillige Leistung des Unternehmens gezahlt wird."

Männer im Vorteil

Durchschnittlich erhalten Männer häufiger Urlaubsgeld als Frauen (54 zu 41 Prozent). Im Westen fällt der Anteil mit 52 Prozent höher aus als im Osten mit 36 Prozent. Auch die Betriebsgröße spielt eine Rolle: In kleinen Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern erhalten 38 Prozent Urlaubsgeld, in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sind es 65 Prozent.

Die Höhe des tarifvertraglich vereinbarten Urlaubsgeldes fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Sie liegt in diesem Jahr zwischen 155 und 2355 Euro in der mittleren Vergütungsgruppe. Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Steinkohlenbergbau sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Die höchsten Zahlungen erhalten etwa Arbeitnehmer in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, der Metallindustrie, der Papier verarbeitenden Industrie sowie in der Druckindustrie und im Versicherungsgewerbe.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 14.06.2018