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Chef zu gewinnen

ZF Friedrichshafen | Jürgen Holeksa

Ulrike Heitze
"Die Entscheidung für einen Beruf ist nichts, was sich an einem Stichtag erledigen lässt."




Jürgen Holeksa   
     ALTER: 51 Jahre
JOB: Personalvorstand ZF Friedrichshafen AG
KARRIERE: Nach vier Jahren bei der Bundeswehr BWL-Studium in Duisburg mit den Schwerpunkten Personalwirtschaft und Unternehmensführung. 1996 Berufseinstieg in der Personalverwaltung bei Thyssen, 1997 Wechsel als Personalreferent zu British Steel. Nach drei Jahren Personalleiter Distribution beim Stahlkonzern Cours (ehemals British Steel), gleich darauf der Wechsel in die Autobranche als Konzernpersonalleiter bei SAS Autosystemtechnik. Ab 2007 Personalleiter und Mitglied der Geschäftsleitung beim Autozulieferer Behr. 2011 Wechsel zu ZF Friedrichshafen.
BRANCHE: Automobilzulieferer
MITARBEITER: Rund 137.000 Mitarbeiter an etwa 230 Standorten im In- und Ausland, davon rund 50.000 Mitarbeiter in Deutschland.
EINSTIEG: Schüler: Schülerpraktika und Ferienjobs. Diverse kaufmännische und technische Ausbildungen an bundesweit 24 Standorten. Acht duale Studiengänge in den Fachrichtungen Elektrotechnik, Informationstechnik, Mechatronik, Informatik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurswesen, Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaft. Studenten: Praktika im In- und Ausland, Abschlussarbeiten, Promotion, Stipendien, Ferienjobs, Werkstudententätigkeit. Absolventen steigen direkt oder im globalen Traineeprogramm ein.
KONTAKT: www.zf.com/careers


ZF FRIEDRICHSHAFEN AG: 

"Manchmal muss man auch einfach mal mutig die Hand heben und sich etwas zutrauen", antwortet Jürgen Holes auf die Frage, wie sich eine Karriere voranbringen lässt. Denn genau das hat der 51-Jährige getan, als er Personalleiter beim Autozulieferer Behr war und ZF Friedrichshafen nach einem neuen Personalvorstand suchte. "Der Wechsel zu ZF war ein ziemlich großer Sprung. Ich war plötzlich für fünfmal so viele Menschen verantwortlich wie zuvor. Aber ich habe es mir zugetraut – und glücklicherweise wurde dies auch von anderen so gesehen." Seit 2011 ist Jürgen Holeksa Personalvorstand eines der weltweit größten Unternehmen in der Antriebs- und Fahrwerktechnik und der aktiven und passiven Sicherheitstechnik.

ZF produziert an 230 Standorten rund um den Globus Getriebe für alles, was fährt, schwimmt oder fliegt. Zudem forscht und entwickelt man zum Beispiel auch in den Zukunftsfeldern E-Mobilität und automatisiertes Fahren. Als Personalvorstand empfängt Holeksa zwar nur selten selbst Kandidaten zum Bewerbungsgespräch, aber "als Botschafter meines Unternehmens treffe ich in Schulen und Hochschulen viele junge Leute und sehe, was sie beschäftigt und womit sie sich beschäftigen", sagt der Vater von drei Töchtern. Er schätzt die hervorragenden digitalen Fähigkeiten der jungen Generation und lässt sich auch daheim gerne belehren. Zum Beispiel darüber, "dass SMS uncool sind und dass ich bei WhatsApp sein muss". In Sachen Berufsfindung seien die Schüler und Studenten aber häufig ein bisschen zögerlich. "Viele haben nur eine vage Vorstellung davon, womit sie am liebsten ihren Arbeitstag füllen würden", stellt Holeksa fest.

Holeksa selbst ist seinem Interesse für Menschen gefolgt. "Ich war immer neugierig, was jemanden antreibt, eine bestimmte Leistung zu bringen oder sich zu verweigern. Und so hatte ich schließlich die Wahl, Psychologie oder BWL mit Personalschwerpunkt zu studieren." Es ist BWL geworden – hätte aber auch gut etwas ganz anderes werden können, gibt Holeksa zu. "Als Teenager wollte ich eine ganze Menge werden, vom Tierarzt bis zum evangelischen Pastor." Und so rät er Jugendlichen, die eigenen Talente zu erforschen – und auf gar keinen Fall in Panik zu geraten. "Die Entscheidung für einen Beruf ist nichts, was sich an einem Stichtag erledigen lässt." Und manchmal sei es auch nicht der erste Beruf, mit dem man glücklich werde. "Dann schwenkt man um und lernt noch einmal etwas ganz Neues. Auch das ist okay."

Foto: ZF Friedrichshafen
Dieser Artikel ist erschienen am 07.04.2017

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