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Chef zu gewinnen

Xella | Jochen Fabritius

Ulrike Heitze
"Ich habe hier etwas gefunden, das mir zu 100 Prozent Spaß macht."




Jochen Fabritius   
     ALTER: 44 Jahre
JOB: Vorsitzender der Geschäftsführung der Xella Gruppe
KARRIERE: Jochen Fabritius studiert Wirtschaftsingenieurwesen (Schwerpunkt Bauingenieurwesen) in Berlin, den USA und Kanada. Nach dem Diplom steigt er 1999 als Berater bei der Strategieberatung McKinsey ein. Nach zwei Jahren pausiert er für zwölf Monate, um seinen Doktor an der TU Berlin zu machen, und kehrt anschließend zu McKinsey zurück. 2007 wird er Partner. 2014 Wechsel nach Duisburg in die Geschäftsführung von Xella als Chief Operating Officer (COO), zuständig für den Bereich Technik. Seit 2016 ist er zusätzlich Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO).
BRANCHE: Baustoffe
MITARBEITER: Rund 5.900 Mitarbeiter in 95 Werken in 20 Ländern sowie Vertriebsorganisationen in rund 30 Ländern. Davon rund 2.750 Mitarbeiter in Deutschland beziehungsweise 327 in der Firmenzentrale in Duisburg.
EINSTIEG: Bundesweit Ausbildungen in diversen kaufmännischen und technischen Fachrichtungen, duales kaufmännisches Studium. Für Studenten Praktika, Werkstudententätigkeit und Abschlussarbeiten. Absolventen steigen direkt oder als Trainee ein.
KONTAKT: www.xella.com/de/karriere.php


XELLA:

Porenbeton, Kalksandstein, Gipsfaser-Platten, Kalk und Kalkstein – die Produkte, die Jochen Fabritius' Alltag bei Xella bestimmen, klingen zunächst nicht sehr spannend. Wenn man aber weiß, dass ein Großteil der deutschen Häuslebauer genau diese Xella-Baustoffe in ihren vier Wänden verarbeiten und dass bekannte Gebäude wie das Konzerthaus in Kopenhagen nicht ohne sie auskommen, sieht die Sache schon anders aus. Seit 2014 sitzt Jochen Fabritius (44) in der Geschäftsführung des international tätigen Baustoff-Konzerns. Seit 2016 leitet er ihn. "Jede unserer drei Geschäftseinheiten – Baustoffe, Trockenbau und Kalk – hat zwar noch mal ihren eigenen Chef, ich bin die Klammer über alle Bereiche", erklärt er.

"Mein Tag ist sehr abwechslungsreich, ich weiß morgens oft nicht, was ich tagsüber mache. Irgendwas ist immer." Dass es lange Arbeitstage sind und dass seine fünf Kinder anschließend daheim auch noch etwas von ihm haben wollen, macht ihm nichts aus. "Natürlich wünsche ich mir schon mal, dass der Tag mehr Stunden hätte. Aber es ist keine Last. Denn ich habe hier etwas gefunden, das mir zu 100 Prozent Spaß macht." Aber auch sein vorheriger Job als Unternehmensberater bei McKinsey war spannend. In der Strategieberatung hatte er nach dem Studium angefangen. 15 Jahre lang beriet er Unternehmen aus der Baustoffbranche. 2014 kam dann das Jobangebot von Xella, das einen neuen Verantwortlichen für seine Werke suchte.

Solch eine Chance kann man nicht ausschlagen, findet Fabritius. Wie bei McKinsey arbeitet er auch bei Xella viel in Projekten. Allerdings mit einem ganz anderen Zeithorizont. "War ich als Berater in der Regel nach ein paar Monaten wieder raus, bin ich hier langfristig in der Verantwortung. Endlich kann ich ein Unternehmen mal selbst so gestalten, wie ich es meinen Klienten immer erzählt habe." Und die Themen seien vielseitiger als bei seinem vorherigen Arbeitgeber. Man habe mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Mitbewerbern zu tun, müsse von Strategie über Einkauf und Verkauf bis zu den Finanzen denken. "Mein Leben ist bunter geworden", freut sich der Xella-Chef.

Foto: Stephan Brendgen
Dieser Artikel ist erschienen am 07.04.2017

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