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Chef zu gewinnen

QSC | Jürgen Hermann

Ulrike Heitze
"Neugier treibt die Menschen an. Das bringt uns weiter."




Jürgen Hermann   
     ALTER: 53 Jahre
JOB: Vorstandsvorsitzender der QSC AG
KARRIERE: Ab 1983 BWL-Studium an der Universität der Bundeswehr in Hamburg und in Texas, danach bis 1995 Offizierslaufbahn (Elektronische Kampfführung und Fernmeldeeinheit). 1995 Stippvisite in der Strategieabteilung bei Thyssen Telecom, 1997 Wechsel als Senior Consultant zur QS Communication Service, der heutigen QSC AG. Ab 1999 zehn Jahre als Leiter Finanzen bei QSC. 2009 Aufstieg zum Finanzvorstand, seit 2013 Vorstandsvorsitzender.
BRANCHE: IT-Dienstleistung
MITARBEITER: Rund 1.300 Mitarbeiter an zwölf Standorten in Deutschland, davon 450 in der Kölner Zentrale.
EINSTIEG: Schülerpraktika und Ferienjobs ab zwei Monate. Ausbildungen für Fachinformatiker/ in für Systemintegration oder Anwendungsentwicklung, Informatikkaufleute, Kaufleute für Büromanagement oder für Marketingkommunikation, IT-Systemelektroniker/ in. Drei duale Studiengänge (BWL, angewandte Informatik und Wirtschaftsinformatik). Studenten: Praktika, Abschlussarbeiten, Ferienjobs, Werkstudententätigkeit. Absolventen steigen direkt oder im SAP-Juniorenprogramm ein.
KONTAKT: www.qsc.de/de/karriere und www.qsc-youngsters.de


QSC AG:

Es ist keine Seltenheit, dass Unternehmenschefs ihre berufliche Laufbahn bei der Bundeswehr begonnen haben. Auch Jürgen Hermann hat ab 1983 an der bundeswehreigenen Helmut Schmidt-Universität in Hamburg Wirtschaft studiert und bis 1995 als Hauptmann bei den Fernmeldetruppen des Heeres gearbeitet. "Das war fachlich und menschlich eine wertvolle Zeit, die mir in meiner beruflichen Entwicklung sehr geholfen hat", sagt der 53-Jährige. Vor allem habe er als Offizier gelernt, Entscheidungen strukturiert vorzubereiten und Menschen zu führen. "In allen Lebenslagen – in Ruhe, in Krisen, unter Druck." Gutes Rüstzeug für einen Manager.

Auch inhaltlich hat die Fernmeldeeinheit Hermanns weitere Laufbahn geprägt. Nach seiner Militärzeit und einem Engagement bei Thyssen Telecom stößt er 1997 als Berater zur frisch gegründeten Kölner QS Communication GmbH und berät die führenden Telekommunikationsunternehmen beim Entwickeln ihrer Geschäftsmodelle im noch jungen Markt, der sich durch den Wegfall des Netzmonopols der Telekom 1998 rasant entwickelt. Wenige Jahre später sorgt Hermann als Finanzchef für den Börsengang des Unternehmens, das künftig nur noch kurz QSC heißt, in Frankfurt und New York. "Ein gewaltiges Projekt, das plötzlich zu stemmen war", erinnert sich der Vater von zwei Teenagern. "An Schlaf war in dieser Zeit kaum zu denken." Seit 2013 ist Jürgen Hermann Vorstandsvorsitzender von QSC. Der IT-Dienstleister begleitet vor allem mittelständische Unternehmen in die Digitalisierung. Dafür bietet er ihnen Telefonanlagen, schnelle Datenverbindungen, Rechenzentren, Clouds oder – recht neu – das Internet der Dinge. "Beim Internet der Dinge entwickeln wir die gesamte Hard- und Software, damit zum Beispiel eine Heizung oder eine Alarmanlage übers Internet gesteuert werden können", erläutert Hermann.

Als Chef kümmert er sich mit seinem Team zwar immer auch um konkrete Lösungen für Kunden, noch mehr sorgt er allerdings für die Strategie des Unternehmens. "Es ist wichtig, nicht nur für die nächsten ein, zwei Jahre zu planen, sondern die richtigen Akzente für eine digitale Zukunft zu setzen. Die Kombination in meinem Job aus langfristiger Strategie und kurzfristiger Taktik finde ich extrem spannend." Vom Unternehmensnachwuchs wünscht sich Jürgen Hermann vor allem Neugier. "Wenn ich ein neues technisches Gerät habe, muss ich immer gleich schauen, wie es funktioniert und was es alles kann", erzählt er. "Neugier treibt die Menschen an. Das bringt uns weiter."    

Foto: QSC AG
Dieser Artikel ist erschienen am 07.04.2017

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