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Chef zu gewinnen

Porsche | Andreas Haffner

Katja Stricker
"Mein beruflicher Einstieg zeigt, dass durchaus eine Portion Glück und manchmal auch der Zufall eine Karriere bestimmen."




Andreas Haffner   
     ALTER: 51
JOB: Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei der Porsche AG
KARRIERE: Studium Rechtswissenschaften an der Uni Konstanz, Master of Law in den USA. Im Jahr 1994 Einstieg bei Porsche, zunächst als Leiter Arbeits- und Tarifrecht, später in verschiedenen Führungspositionen im Personalwesen. 2011 bis 2015 Konzern-Personalleiter fürs Top-Management bei Volkswagen. 2015 trat er seine heutige Stelle an.
BRANCHE: Automobilindustrie
MITARBEITER: 27.500
BERUFSEINSTIEG: verschiedene Ausbildungsberufe, u.a. Kfz-Mechatroniker, Karosseriebautechniker, Elektroniker für Betriebstechnik sowie Industriekaufleute; acht duale Studiengänge, u.a. drei Fachrichtungen Maschinenbau, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformation . Vorpraktika für Schüler.
KONTAKT: www.porsche.de/karriere


PORSCHE:

Die Porsche-Geschichte von Andreas Haffner beginnt 1990 mitten auf dem Bodensee. Der Jura-Student verdiente sich damals als Segellehrer etwas nebenher und steuerte just die Jacht, auf der der damalige Porsche-Personalvorstand mit seinen engsten Mitarbeitern einen Teambildungs-Workshop machte. Als ein Gewitter aufkam, überzeugte der damals 24-jährige Haffner mit seiner Souveränität und segelte das Boot zurück in den sicheren Hafen. Der Kontakt zu den Managern blieb bestehen – und drei Jahre später absolvierte Andreas Haffner den letzten Teil seines Referendariats in der Personalabteilung des Stuttgarter Automobilbauers.

Mittlerweile ist der Volljurist seit Oktober 2015 selbst Personalvorstand bei Porsche – und damit für 27.500 Mitarbeiter zuständig. Alleine 2016 hat der Automobilhersteller mit Hauptsitz in Stuttgart-Zuffenhausen weltweit mehr als 237.000 Autos ausgeliefert. "Mein beruflicher Einstieg zeigt, dass neben Qualifikationen und fachlichem Können durchaus eine Portion Glück und manchmal auch der Zufall eine Karriere bestimmen", sagt Haffner. Trotzdem hat der 51-Jährige eine unternehmenstypische Karriere gemacht. Denn der Pkw-Produzent besetzt mehr als 80 Prozent der Führungspositionen aus den eigenen Reihen. Einmal Porsche, immer Porsche – das gilt für viele Mitarbeiter.

"Da Porsche eine Marke des VW Konzerns ist und mit Bentley und Bugatti mittlerweile die Premium Markengruppe im VW Konzern bildet, können wir unseren Nachwuchs auch mal für eine Weile ins Ausland schicken", sagt der Personalchef. Solch einen wichtigen Perspektivwechsel hat auch Haffner in seiner Karriere vollzogen, als er fünf Jahre lang bei Volkswagen in Wolfsburg arbeitete, bevor er den Vorstandsposten bei Porsche antrat. Trotz engem Terminkalender achtet der passionierte Bergsteiger auch auf Freiräume: "Zwei Abende halte ich mir bewusst ab 18 Uhr frei – für die Familie und fürs Laufen", sagt Haffner. Und hin und wieder gönnt er sich eine Auszeit auf dem Segelboot. Dort, wo seine Porsche-Geschichte begann.

Foto: Hiepler, Brunier, Berlin
Dieser Artikel ist erschienen am 06.04.2017

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