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Chef zu gewinnen

Merck | Kai Beckmann

Katja Stricker
"Auch in Zeiten von virtuellen Teams und Digitalisierung ist ein direkter Kontakt hin und wieder unverzichtbar."




Kai Beckmann   
     ALTER: 51
JOB: Mitglied der Geschäftsleitung bei Merck KGaA
KARRIERE: Studium der Informatik an der Technischen Universität Darmstadt, berufsbegleitende Promotion im Bereich Wirtschaftswissenschaften. 1989 Einstieg bei Merck als IT-Systemberater. Danach verschiedene Führungspositionen, unter anderem als Geschäftsführer der Merck-Gesellschaften in Singapur und Malaysia und Leiter der IT-Abteilung. Seit 2011 ist Beckmann Mitglied der Geschäftsführung.
BRANCHE: Chemie- und Pharmaindustrie
MITARBEITER: 50.000 weltweit, davon 10.000 in Deutschland
BERUFSEINSTIEG: diverse Ausbildungsberufe, u.a. Biologie-, Physik- und Chemie-Laboranten, Chemikant, Pharmakant sowie Industriemechaniker und Mechatroniker; vier duale Studiengänge: BWL Industrie und International Business, Wirtschaftsinformatik und Elektrotechnik. Schülerpraktika.
KONTAKT: www.come2merck.de


MERCK:


Wenn Kai Beckmann von seinem ersten Computer erzählt, muss er schmunzeln: "Das war ein Sinclair zx80, den ich Anfang der 1980er-Jahre als Oberstufenschüler aus einem Bausatz zusammengebastelt habe." Der Computer, der optisch eher an eine kleine Schreibmaschine erinnerte, hat bei dem heute 51-Jährigen die Lust auf mehr geweckt – und so studierte Beckmann nach dem Abitur Informatik. Noch heute kommt ihm dieses Wissen zugute, denn in seinem Alltag als Mitglied der Geschäftsführung beim Wissenschafts- und Technologiekonzern Merck spielen IT und Digitalisierung eine wichtige Rolle. "Unsere Arbeitswelt hat und wird sich auch weiterhin durch Digitalisierung und Globalisierung radikal verändern", sagt Beckmann, der in der Geschäftsleitung auch für Personalthemen verantwortlich ist.

"Als ich 1989 ins Unternehmen kam, waren E-Mails und Videokonferenzen noch Fremdwörter. Heute arbeiten und kommunizieren unsere Teams elektronisch weltweit miteinander, ohne Rücksicht auf Entfernungen oder Zeitzonen", sagt der Vater eines 18-jährigen Sohns, der vor einem Jahr sein Abitur gemacht hat. Das Geschäft des Konzerns Merck mit Hauptsitz in Darmstadt ist vielfältig: Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten – etwa zur Behandlung von Krebs, Multipler Sklerose oder Diabetes – und rezeptfreien Mitteln gegen diverse Schmerzarten und Erkältungskrankheiten kommen Merck-Produkte auch in vielen Forschungs-und Anwendungslabors zum Einsatz. Zudem gehören Flüssigkristalle und OLEDs für Bildschirme, LED-Materialien für Beleuchtung und Effektpigmente zu den Produkten des Konzerns.

Mehr als drei Viertel der Merck-Mitarbeiter arbeiten außerhalb Deutschlands in fast 70 Ländern. Auch Beckmann selbst war drei Jahre lang in Malaysia und Singapur. "Ich bin sehr froh, dass ich diese Erfahrung gemeinsam mit meiner Familie machen konnte", sagt der 51-Jährige. Und auch heute noch gehört mindestens eine Fernreise pro Monat, beispielsweise in die USA oder nach Asien, zum Alltag des Topmanagers. Denn "auch in Zeiten von virtuellen Teams und Digitalisierung ist ein direkter Kontakt hin und wieder unverzichtbar", ist der Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler überzeugt.

Foto: Catrin Moritz
Dieser Artikel ist erschienen am 06.04.2017

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