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Chef zu gewinnen

EnBW | Frank Mastiaux

Katja Stricker
"Hier gelten andere Spielregeln, ausgetrampelte Pfade sollen verlassen werden."




Frank Mastiaux   
     ALTER: 53
JOB: Vorstandsvorsitzender EnBW Energie Baden-Württemberg AG
KARRIERE: Studium und Promotion im Fach Chemie; 1993 Einstieg bei Veba Oel, danach Stationen als Geschäftsführer bei Aral und bei BP. Von 2007 bis 2012 bei Eon, unter anderem Aufbau und Führung des Geschäfts mit erneuerbaren Energien. Seit Oktober 2012 ist Mastiaux Vorstandsvorsitzender von EnBW mit Sitz in Karlsruhe.
BRANCHE: Energie
MITARBEITER: rund 20.000
BERUFSEINSTIEG: sieben technische und drei kaufmännische Ausbildungsberufe (u.a. Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik und Kaufleute für Büromanagement), zwölf duale Studiengänge (u.a. BWL-Industrie, Sicherheitsweisen/Strahlenschutz, Elektrotechnik und Energiewirtschaft). Werkstudententätigkeit, Praktika und Abschlussarbeiten sowie Trainee-Programm.
KONTAKT: www.enbw.com/karriere


ENBW:

Jede Menge neue Ideen stehen an den Tafeln des so genannten Black-Box-Raums auf dem Innovationscampus des Energieversorgers EnBW Baden-Württemberg. Hier arbeiten die Mitarbeiter von Frank Mastiaux an der Zukunft. Sie tüfteln gemeinsam an neuen Geschäftsideen – zum Beispiel im Bereich Elektromobilität –, forschen an Speichertechnologien sowie Heizungs- und Lichtsteuerung. "Mitarbeiter können sich für eine gewisse Zeit von ihrem eigentlichen Job freistellen lassen und hier in einem Startup-Projekt mitarbeiten", erzählt EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux.

Ihm gefällt der frische Wind, der auf dem Campus weht: "Hier gelten andere Spielregeln, ausgetrampelte Pfade sollen verlassen werden – man spürt den Gründergeist", sagt der promovierte Chemiker. Frank Mastiaux ist vor gut vier Jahren angetreten, den traditionsreichen Stromriesen EnBW erfolgreich auf die Energiewende und den bevorstehenden Atomausstieg vorzubereiten. Eine Mammutaufgabe, denn auch die fast 20.000 Mitarbeiter des Unternehmens müssen mitziehen. "Der offene Umgang mit neuen Themen im Innovationscampus ist auf den Rest des Konzerns übergesprungen", ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt.

Um diesen Geist in die Belegschaft zu tragen, hält Mastiaux engen Kontakt zu seinen Mitarbeitern. Regelmäßig isst er mittags in der hauseigenen Kantine oder gemeinsam mit Mitarbeitern in kleinen "social lunches"   – so oft es sein vollgepackter Terminkalender zulässt – oder sitzt mit Trainees und anderen Nachwuchskräften zusammen und führt persönliche Entwicklungsgespräche. Ein Chef mit Nähe zur Basis. Dass er Naturwissenschaftler ist, kommt dem 53-Jährigen an der Unternehmensspitze zugute:  "In der Chemie muss ich ständig Annahmen und Modelle auf ihre Plausibilität prüfen – das schult die Urteilsfähigkeit. Und genau die benötige ich ständig in meinem Alltag als Vorstandsvorsitzender", sagt Mastiaux. Schmunzelnd fügt er hinzu: "Das nötige betriebswirtschaftliche Wissen habe ich mir über die Zeit angeeignet. Es ist leichter, aus einem Chemiker einen Kaufmann zu machen als umgekehrt."                      

Foto: diebergerdesigner.de
Dieser Artikel ist erschienen am 06.04.2017

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