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Chef zu gewinnen

Deichmann | Heinrich Deichmann

Katja Stricker
"Ich sehe es als unsere Pflicht an, einen Teil dessen, was wir verdienen, auch für die Ärmsten der Armen zu nutzen."




Heinrich Deichmann   
    
ALTER: 54
JOB: Vorsitzender des Verwaltungsrates der Deichmann SE
KARRIERE: Studium Betriebswirtschaft in Köln sowie der Theologie, Philosophie und Geschichte. 1989 Eintritt ins Familienunternehmen. 1999 übernahm Deichmann von seinem Vater den Vorsitz der Geschäftsführung und die Leitung der Hilfsprojekte.
BRANCHE: Handel
MITARBEITER: 38.200 (weltweit), mehr als 15.500 in Deutschland
BERUFSEINSTIEG: verschiedene Ausbildungsberufe, u.a. Kaufleute im Einzelhandel, für Büromanagement sowie für Spedition und Logistik, Handelsfachwirt und Fachinformatiker, Duales Studium Business Administration oder Wirtschaftsinformatik.
KONTAKT: www.deichmann-karriere.de



DEICHMANN:

Sein Familienname steht für Schuhe. Heinrich Deichmann führt den gleichnamigen Essener Schuhkonzern heute in dritter Generation. Angefangen hat alles vor mehr als 100 Jahren mit einem kleinen Schuhmacherladen. Den gründete Deichmanns Großvater: Sein Anspruch war es, gute Qualität zu günstigen Preisen anbieten zu können, damit sich jeder seiner Kunden und Nachbarn gute Schuhe leisten konnte. "Und das ist im Grunde auch heute noch unser Ziel", sagt Heinrich Deichmann, der 1989 ins Familienunternehmen einstieg und zehn Jahre später die Leitung übernahm.

Mittlerweile hat sich die Firma mit mehr als 3.800 Filialen weltweit und mehr als 38.000 Mitarbeitern in 24 Ländern zu Europas größtem Schuhhändler entwickelt. US-Stars wie Oscarpreisträgerin Halle Berry, Supermodel Cindy Crawford und "Let's Dance"-Moderatorin Sylvie Meis warben schon für den Essener Konzern und präsentierten eigene Kollektionen.

Rund 173 Millionen Paar Schuhe verkauft Deichmann im Jahr international. Doch dem 54-Jährigen, der damals neben seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre auch Vorlesungen in Philosophie, Geschichte und Theologie besuchte, geht es nicht nur um Gewinn. Wie sein Großvater und Vater lässt sich Heinrich Deichmann bei seinen Entscheidungen neben wirtschaftlichem Sachverstand auch von seinem Glauben leiten: "Als Christ sehe ich es als unsere Pflicht an, einen Teil dessen, was wir verdienen, auch für die Ärmsten der Armen zu nutzen – und an unserer Gesellschaft mitzuarbeiten", begründet Deichmann, warum das Unternehmen seit mehr als 30 Jahren große Entwicklungshilfeprojekte etwa in Indien, Afrika, aber auch in Europa unterstützt. Ob Obdachlosenhilfe im Ruhrgebiet, Landwirtschaftsprojekte in Afrika oder Schulen für Slumbewohner in Indien – dem zweifachen Vater liegt das soziale Engagement am Herzen. Aktuell ist die Flüchtlingshilfe ein Schwerpunkt: Neben der Unterstützung von Hilfsorganisationen, die im Irak und Griechenland aktiv sind, unterstützt Deichmann berufliche Eingliederungskurse für Flüchtlinge in Deutschland.

Foto: Ruediger Fessel/DEICHMANN
Dieser Artikel ist erschienen am 06.04.2017

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