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Chef zu gewinnen

Birkenstock | Oliver Reichert

Katja Stricker
"Wir haben noch jede Menge neue Ideen."




Oliver Reichert   
    

ALTER: 46
JOB: CEO Birkenstock Group
KARRIERE: Nach Abitur Einstieg beim Fernsehen unter anderem als Krisenreporter, danach Managementpositionen beim Deutschen Sportfernsehen (heute Sport1), zuletzt als Geschäftsführer. Seit 2013 ist Reichert Geschäftsführer bei Birkenstock in Neustadt/Wied.
BRANCHE: Schuhhersteller
MITARBEITER: 3.800
EINSTIEG: Ausbildung zu Industriekaufleuten und zur Fachkraft für Lagerlogistik; duales Studium Industrie- und Logistikmanagement
KONTAKT: www.birkenstock-group.com



BIRKENSTOCK:

Natürlich trägt der Chef Sandalen. Oliver Reichert, seit gut vier Jahren Geschäftsführer des Schuhherstellers Birkenstock, geht nie ohne Fußbekleidung aus dem eigenen Hause auf die Straße. Längst gibt es neben den klassischen Sandalen, Zehentretern und Clogs auch Sneaker, seriöse Schnürschuhe oder schicke Ballerina fürs Business-Outfit sowie Boots für Wind und Wetter. "Da ist für jede Gelegenheit etwas dabei", ist sich der 46-Jährige sicher.

Dass sich das Image von Birkenstock von der Öko-Schlappe zur stylischen Fußbekleidung gewandelt hat, ist nicht zuletzt auch Verdienst von Oliver Reichert. Der kam 2013 nach einer Karriere als Medienmanager zu Birkenstock. Doch Reichert ist nicht nur Quereinsteiger. Als erste Führungspersönlichkeit in fast zweieinhalb Jahrhunderten Unternehmensgeschichte stammt er auch nicht aus der Familie.

Unter seiner Führung wandelte sich der Schuhhersteller von einem mittelständischen Familienbetrieb zu einem globalen Markenhersteller. Weit mehr als 20 Millionen Paar Schuhe und Sandalen hat Birkenstock im vergangenen Jahr in Deutschland produziert – Tendenz weiter stark steigend. Denn die Produkte finden auf der ganzen Welt Absatz. Obwohl die Kapazitäten seit 2013 mehr als verdoppelt wurden, ist das Unternehmen im vierten Jahr in Folge ausverkauft.

Internationale Stars wie die Schauspielerinnen Jessica Alba und Naomi Watts oder Models wie Miranda Kerr schwören auf die Schuhe mit dem speziellen Fußbett. Doch damit nicht genug: "Wir wollen unter der Marke Birkenstock künftig auch andere Produkte verkaufen, die etwas mit dem Thema Gesundheit zu tun haben", gibt Reichert einen Ausblick in die Zukunft. Gerade hat das Unternehmen mit Sitz im rheinland-pfälzischen Neustadt/Wied eine eigene Bettenkollektion auf den Markt gebracht. "Schließlich ist der Weg vom Fußbett zum Bett nicht weit", sagt der zweifache Vater. Der charakteristische Kork aus den Birkenstock-Sohlen spielt dabei natürlich eine tragende Rolle. Demnächst sollen Naturkosmetik und Büromöbel folgen. "Wir haben noch jede Menge neue Ideen – und um diese erfolgreich umsetzen zu können, suchen wir ständig begeisterungsfähige Mitarbeiter", sagt der Birkenstock-Chef.

Foto: Birkenstock
Dieser Artikel ist erschienen am 06.04.2017

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