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Chef zu gewinnen

Reinert Unternehmensgruppe – Hans-Ewald Reinert

Katja Stricker
"Ich wollte ein Produkt herstellen, das einen hohen Wiedererkennungsefekt und Spaßfaktor hat."
Wie bringt man Kinder dazu, ihr Wurstbrot beim Abendessen oder in der Schule nicht nur aufzuessen, sondern dabei auch noch Spaß zu haben? Die Antwort hat Hans-Ewald Reinert bereits Ende der 1990er-Jahre geliefert – und die Bärchen-Wurst erfunden. Seither hat die Wurst im markanten Teddy-Format einen festen Platz auf dem Speiseplan vieler Kinder erobert und ist mittlerweile auch als Bärchen-Salami, Bärchen-Streich und Bärchen-SchlaWiener im Supermarkt zu haben.


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Hans-Ewald Reinert
 

 Reinert_Chef zu gewinnen
     ALTER: 51 Jahre
JOB: Chef der Privat-Fleischerei Reinert
KARRIERE: Nach dem Abitur zunächst Ausbildung zum Fleischergesellen, anschließend Studium der Betriebswirtschaft an der European Business School in Oestrich-Winkel, Paris und London sowie Praktika in den USA, Frankreich und Hongkong. 1990 Einstieg ins elterliche Unternehmen, seit 2001 geschäftsführender Gesellschafter
BRANCHE: Lebensmittel
MITARBEITER: 1.500, davon ca. 1.300 in Deutschland
EINSTIEG: Industriekaufmann/-frau, duales Studium BWL (Bachelor of Arts), duales Studium Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (Bachelor of Science); Praktika und Betreuung von Bachelor-/Master-Arbeit, Direkteinstieg sowie Traineeprogramme
KONTAKT: www.reinert.de

Dazu inspiriert haben den Inhaber der Privat-Fleischerei Reinert aus dem ostwestfälischen Versmold seine eigenen Kinder: "Die waren damals noch im Kleinkindalter und ich wollte ein Produkt herstellen, das einen hohen Wiedererkennungseffekt und einen Spaßfaktor hat", erinnert sich der 51-jährige Firmenchef heute. Das ist ihm gelungen. Heute wird die Bärchen-Wurst nicht nur in Deutschland, sondern in acht europäischen Ländern vermarktet – darunter Rumänien, Schweden, Dänemark, Niederlande, Frankreich und UK.

Dass Hans-Ewald Reinert das elterliche Unternehmen übernehmen wird, stand für den ältesten Sohn bereits früh fest. "Mein Vater hat mich schon als Kind oft mit ins Unternehmen genommen – und mit 15 Jahren habe ich einmal in der Woche unserem Metzgermeister geholfen, Schweine zu zerlegen", erzählt Reinert, der nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Fleischergesellen gemacht hatte, bevor er an der renommierten European Business School in Oestrich-Winkel ein international geprägtes BWL-Studium absolvierte.

"Anfangs haben meine Kommilitonen mich belächelt, doch dann haben sie gemerkt, dass ich im Gegensatz zu den meisten von ihnen sehr genau weiß, was ich will – nämlich unser Familienunternehmen weiter ausbauen." Mittlerweile beschäftigt die westfälische Privat-Fleischerei, die 1931 von Reinerts Großvater gegründet wurde, 1.500 Mitarbeiter an sechs Produktionsstandorten und erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 350 Millionen Euro pro Jahr.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.08.2015