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Chef zu gewinnen

LMT - Olaf J. Müller

"Es ist kein Drama, den einen oder anderen Umweg zu gehen."
Wer irgendwo auf der Welt eine Tablette gegen Kopfschmerzen, Fieber oder Zahnschmerzen einnimmt, hat höchstwahrscheinlich das Endprodukt aus einer der Spezialmaschinen der LMT Group in der Hand. Denn fast jede zweite Tablette weltweit wird in den gigantischen Pillenpressen des mittelständischen Maschinenbauers mit Standorten unter anderem im baden-württembergischen Oberkochen und in Schwarzenbek bei Hamburg produziert. "In diesem Bereich sind wir klar Weltmarktführer", sagt Olaf J. Müller, Vorstandschef der LMT Group, nicht ohne Stolz. Auch die sogenannten Präzisionswerkzeuge des Unternehmens kommen überall zum Einsatz – beispielsweise, um Zahnräder für Autogetriebe oder Windräder herzustellen oder um exakte Löcher in die Korpusteile von Flugzeugen wie dem Airbus zu bohren, bevor diese miteinander vernietet werden.


Mueller; Olaf J._1
Olaf J. Müller   
Logo LMT
     ALTER: 50 Jahre
JOB: CEO der LMT Group
KARRIERE: Nach Abitur und vier Jahren bei der Bundeswehr Studium in Chemie-Ingenieurwesen an der Technischen Universität Karlsruhe. Parallel gründete Müller seine eigene Marketingagentur, für die er bis zu seinem Examen tätig war. 1997 bis 2008 war er für den Spezialmaschinenbauer GEA, anfänglich im technischen Vertrieb, dann in der Führung von Tochtergesell-schaften und zuletzt im weltweiten Management tätig. Seit 2009 bei der LMT Group, ab Juli 2013 als Vorstandschef.
BRANCHE: Spezialmaschinenbau und Präzisionswerkzeugtechnik
MITARBEITER: 2.200 weltweit, davon rund 1.300 in Deutschland
EINSTIEG: Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker/-in, Industriemechaniker/-in, Mechatroniker/-in, Fachlage-rist/-in/Fachkraft für Lagerlogistik, Fachinformatiker/in Systemintegration, Industriekaufmann/-frau sowie duales Studium Maschinen-bau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, BWL und Wirtschaftsinformatik.
KONTAKT: www.lmt-group.de/karriere


Technik und Naturwissenschaften – das hat CEO Olaf Müller schon als Schüler interessiert: "Vor allem was zwischen Molekülen und Atomen abläuft, hat mich schon früh fasziniert – denn mit Chemie lässt sich so ziemlich alles erklären, was auf der Welt passiert", erläutert der 50-Jährige, warum er sich nach dem Abitur und einigen Jahren bei der Bundeswehr für ein Studium im Bereich Chemie-Ingenieurwesen entschieden hat.

Bei der Berufswahl sei es wichtig, etwas zu finden, was man mit Leidenschaft und Begeisterung macht. "Wenn man mit 17 oder 18 Jahren die innere Stimme noch nicht gehört hat, bitte keine Panik bekommen", erzählt der Vater zweier Söhne, von denen einer das Abi gerade hinter sich und der andere gerade vor sich hat. "Es ist auch kein Drama, mal den einen oder anderen Umweg zu gehen."

Jugendlichen, die wie er selbst früher Interesse für Biologie, Chemie, Physik oder Mathe haben, möchte er Mut machen, sich auch für ein entsprechendes Studienfach zu entscheiden. "Auch wenn die Anforderungen oft hoch sind und man für gute Noten hart arbeiten muss, bieten sich künftig gerade in Industrieunternehmen wie der LMT Group viele Job- und Aufstiegschancen für junge Ingenieure und Naturwissenschaftler", sagt LMT-Chef Müller.
Dieser Artikel ist erschienen am 04.03.2016