Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Chef zu gewinnen

Fischerwerke – Marc-Sven Mengis

Katja Stricker
"Ich konnte mich immer neuen Aufgaben widmen – und ständig mehr Verantwortung übernehmen."
Schon seit der Grundschule hatte Marc-Sven Mengis einen Traumberuf: Er wollte Förster werden. Kein Wunder, schließlich wuchs er im baden-württembergischen Zollernalbkreis auf – mitten auf der Schwäbischen Alb. Doch nachdem Mengis während eines Schülerpraktikums einen Förster bei seiner Arbeit begleitet hatte, stand schnell fest: "Das ist nicht das Richtige für mich", sagt der 37-Jährige heute. "Förster ist ein toller Job, aber sie sind oft alleine im Wald unterwegs – das ist ein sehr einsamer Job." Nichts für den kontaktfreudigen Schwaben.


Chef zu gewinnen Fischerwerke_2
Marc-Sven Mengis   
 

 Fischer
     ALTER: 37 Jahre
JOB: Geschäftsführer Personal weltweit der Unternehmensgruppe Fischer
KARRIERE: Duales Studium der Betriebswirtschaft an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit Praxisanteil bei der Unternehmensgruppe Fischer. Nach Abschluss im Jahr 2000 Einstieg als Personalreferent bei Fischer Automotive Systems, danach Positionen unter anderem als Leiter der Personalabteilung, Bereichsleiter Personalmanagement und Leiter des Gesamtbereichs Personal. Seit 2011 Geschäftsführer Personal weltweit.
BRANCHE: Befestigungssysteme, Automobilindustrie, Konstruktionsspielzeug, Prozessberatung
MITARBEITER: 4.160 (weltweit), 1.940 (in Deutschland), davon 116 Azubis
EINSTIEG: Zwölf technische und kaufmännische Ausbildungsberufe sowie elf duale Studiengänge rund um Wirtschaft und Technik.
KONTAKT: www.fischer.de/karriere

Heute hat Marc-Sven Mengis fast den ganzen Tag mit Menschen zu tun, denn als Geschäftsführer Personal bei der Unternehmensgruppe Fischer in Waldachtal ist der 37-Jährige für die weltweit mehr als 4.000 Mitarbeiter des familiengeführten Herstellers von unter anderem Befestigungssystemen zuständig. Zu seinen Aufgaben gehören Bereiche wie Entlohnung, Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern sowie das Personalmanagement. Eine große Verantwortung, die der studierte Betriebswirt bereits vor einigen Jahren übernommen hat – mit gerade mal 33 Jahren.

Dass Firmeninhaber Klaus Fischer ihm diese neue Position angeboten und zugetraut hat, kommt nicht von ungefähr: Schließlich war Mengis zu diesem Zeitpunkt bereits seit 14 Jahren bei Fischer tätig. Direkt nach dem Abitur hatte der gebürtige Schwabe ein duales BWL-Studium im Unternehmen angefangen. Damals waren dem Schulabgänger vor allem die klassischen Dübel und das Konstruktionsspielzeug Fischertechnik ein Begriff. "Ich bin mit drei großen Brüdern aufgewachsen – da stand Technikspielzeug natürlich hoch im Kurs", sagt der dreifache Familienvater.

Mittlerweile ist Fischer als global agierendes Familienunternehmen in 32 Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten, fertigt auch Innenraum-Komponenten für Automobilhersteller und berät andere Unternehmen beim Aufbau verschwendungsfreier Prozesse. Marc-Sven Mengis hat die Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen 18 Jahren begleitet – in verschiedenen Funktionen im Bereich Personal. Einen Grund, den Arbeitgeber zu wechseln, hat der Betriebswirt bisher nicht gesehen, obwohl er immer auch die Augen für Veränderungen offen gehalten hat: "Ich konnte mich immer neuen Aufgaben widmen – und ständig mehr Verantwortung übernehmen."
Dieser Artikel ist erschienen am 27.08.2015