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Chef zu gewinnen

Deutsche Bahn – Ulrich Weber

„Auch das Laufen in eine falsche Richtung ist hilfreich, wenn man dadurch den richtigen Weg findet.“
Ulrich Weber - DeutscheBahnFoto: Deutsche Bahn
Für „Chef zu gewinnen“ wird Ulrich Weber zum Wiederholungstäter: 2008 stellte er
sich in seiner damaligen Funktion als Personalvorstand beim Chemiekonzern Evonik
den Fragen einer Gelsenkirchener Klasse, diesmal ist der 61-Jährige als Personalvorstand der Deutschen Bahn mit dabei. Ulrich Weber ist ein Mann für die kniffligen Fälle, wie es scheint. Den Wandel des Ruhrgebiets weg vom Bergbau hat er ebenso begleitet wie die Entwicklung des Steinkohlekonzerns RAG unter anderem zu Evonik. Und auch bei der Deutschen Bahn hat er immer wieder die verschiedensten Verhandlungspartner unter einen Hut zu bringen. Jüngstes Beispiel
ist das langwierige, aber letztlich erfolgreiche Ringen mit den Bahngewerkschaften
um einen gemeinsamen Tarifvertrag für die Bahnbranche. „Ich habe wirklich Freude daran, Vertrauen zu schaffen, Interessen zusammenzubringen und für alle tragbare und gute Kompromisse zu finden“, erklärt der gebürtige Krefelder, der auf eine abwechslungsreiche und in ihren Anfängen recht bunte Laufbahn zurückblickt. Ursprünglich wollte er Sportreporter werden, schwenkte nach ein paar Semestern Sportstudium aber dann auf Jura um. Aus dem anschließenden Job als Rechtsanwalt wechselte er nach wenigen Jahren als Vorstandsassistent in die Industrie. Auch mit einer guten Portion Glück, wie Weber findet. „An meiner Startphase zeigt sich, wie wichtig es ist, nicht immer nur den typischen Weg zu gehen. Auch das Laufen in eine falsche Richtung ist hilfreich, wenn man dadurch den richtigen Weg findet. Bei meinem Übergang in die Industrie habe ich einen Menschen als Chef getroffen, der das wohl gut fand. Hätte der nur streng nach dem Abi-Zeugnis geurteilt, wäre es vielleicht anders ausgegangen“, stellt Weber fest. Dem Thema Wandel ist er auch weiterhin treu geblieben. „Ich hatte die Chance, ab und zu etwas anderes zu machen. Mir hat es geholfen, auch mal die Perspektive zu ändern.“ Ob ein Wechsel für einen überhaupt in Frage komme, müsse jeder für sich selbst entscheiden. Schließlich sei Treue zu einem Arbeitgeber ein Beleg für ein gutes Klima und eine gute Firmenkultur, erklärt Weber und macht noch ein bisschen Werbung für die Deutsche Bahn: „In einem so großen Konzern bietet sich für jeden Lebens- und
Karriereentwurf eine Vielfalt an Möglichkeiten. Bei uns können Mitarbeiter national wie international auch ihr ganzes Berufsleben verbringen und viele Bereiche kennenlernen.“

Name:Ulrich Weber
Alter: 61 Jahre
Job: Personalvorstand der Deutschen Bahn AG und der DB Mobility Logistics AG
Karriere: Einige Semester Sport, zwei Jahre Zeitsoldat, Soziologie-Ambitionen, Jurastudium, Tätigkeit als Rechtsanwalt, 1984 Wechsel als Assistent zur Ruhrkohle AG, danach Stationen u.a. bei Cubis, RWE Rheinbraun, RAG und Evonik, ab 1990 in
Geschäftsführungs-/Vorstandspositionen, 2009 Wechsel zur Deutschen Bahn
Branche: Transport und Logistik
Mitarbeiter: 190 000 (D), 291 000 (Welt),
Einstieg: Schülerpraktikantenprogramm Chance plus, 25 Ausbildungsberufe, duales
Studium, Praktika, Abschlussarbeiten, Stipendien, Rechtsreferendariat, für Absolventen Direkteinstieg oder Traineeprogramm
Kontakt:www.deutschebahn.com/karriere
Dieser Artikel ist erschienen am 30.05.2011