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Chef zu gewinnen

Accenture – Frank Mang

„Ich bin kein Fan davon, sich zu schnell zu tief zu spezialisieren. Spezialwissen veraltet in der IT so schnell, da sind Sie mit einer breiten Basis besser bedient.“
Frank Mang - AccentureFoto: PR
Als Frank Mang in der zehnten Klasse war, eroberten die ersten Computer die Welt. Sein Mathe-Lehrer besaß ein monströses, wohl sündhaft teures Gerät, das noch mit Lochkarten funktionierte und nur ansatzweise den heutigen PCs ähnelte. Trotzdem war es ab da um Frank Mang geschehen. Sein Berufswunsch stand fest: „Irgendetwas mit Computern.“ Es dauerte nicht lange, bis der Teenager sein erstes nützliches Programm schrieb. „Ich wollte Samstag nach den Bundesligaspielen wissen, wo der FC Bayern in der Tabelle stand und dafür nicht erst bis zur Sportschau warten. In das Programm musste man nur die Spielergebnisse eintippen und erhielt die neue Platzierung. Damals war das praktisch. Heute geht man dazu mal eben auf die Webseite vom Kicker“, berichtet der 47-Jährige augenzwinkernd. Die Themen, mit denen er sich heute beschäftigt, sind denn auch um einiges komplexer als Bundesligatabellen. Nach dem Informatik-Studium startete Frank Mang 1990 bei der Technologie- und Managementberatung Accenture. Mittlerweile ist er Geschäftsführer für den Bereich Accenture Technology Solutions. Lange Jahre beriet er Banken zu Technologiethemen wie etwa dem elektronischen Kreditgeschäft
oder dem Onlinebanking. „Ohne IT kann eine Bank heutzutage gar nichts mehr machen“, stellt der Münchener fest. Vor zwei Jahren wechselte er die Branche
und betreut seither Projekte für Industrie-Unternehmen. Als Chef von 1 500 Mitarbeitern programmiert Frank Mang längst nicht mehr selbst. Ohnehin, so betont er, läge die Zukunft von jungen Informatikern hierzulande eher in Beratungsfunktionen, an der Schnittstelle zwischen Softwareschmieden wie SAP
oder Oracle und Unternehmen, die deren Programme einsetzen wollen und Accenture benötigen, um das neue System ins bestehende einzupassen. „Das reine Programmieren ist längst outgesourct, nach Indien oder China. In Deutschland brauchen wir Leute, die zwar viel von der Technik verstehen, aber auch von den Geschäftsprozessen in Unternehmen.“ Und ohne gute kommunikative Fähigkeiten gehe ebenfalls kaum etwas, sagt Mang. Um den IT-Nachwuchs besser auf die neuen Anforderungen vorzubereiten, bietet Accenture ab Herbst 2011 duale Studienplätze
für Wirtschaftsinformatik an.

Name: Frank Mang
Alter: 47 Jahre
Job: Geschäftsführer Accenture Technology Solutions
Karriere: Informatikstudium mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaft, 1990 Einstieg bei Accenture, verantwortlich für Technologieberatung für Banken, seit 2009 für den Bereich Products, Initiator des Fallstudienwettbewerbs Campus Challenge, Lehrbeauftragter für Softwareprojektmanagement TU München
Branche: Management-, Technologie- und Outsourcingberatung und -dienstleistung
Mitarbeiter: 5 400 (D), 215 000 (Welt)
Einstieg: Duales Studium, Praktika, Abschlussarbeiten, Direkteinstieg für Absolventen
Kontakt: www.entdecke-accenture.de
Dieser Artikel ist erschienen am 30.05.2011