Irgendwann ein Rüstungsunternehmen oder einen Sanitärbetrieb im ostdeutschen Flachland beraten zu müssen, das wollte Anton Jurina nicht riskieren: "Man muss wissen, welchen Preis man zu zahlen bereit ist."
Also entschied er sich gegen eine Karriere in einer Strategieberatung - obwohl er sich mehrere angeschaut und bei einer seine Diplomarbeit geschrieben hatte. Auch sein Studium hatte er sich bei einer kleinen Beratung finanziert. Letztlich aber störte ihn die oberflächliche Arbeit. "Man bleibt immer der Gast, der nach einigen Wochen wieder zum nächsten Projekt verschwindet."Also gründete der 30-Jährige mit Martin Höfeler die Ökomode-Marke Armedangels in Köln. Seit 2007 verkaufen die beiden Mode aus Biobaumwolle und haben inzwischen sechs Mitarbeiter. Die Mode wird im Internet sowie bei Händlern wie Peek & Cloppenburg vertrieben, nach eigenen Angaben ist das Unternehmen seit Ende 2008 profitabel. "Auf der Ego-Seite wird man als Berater gepusht, und es wird signalisiert: ?Du bist super.' Aber das kann ja nicht alles sein."Andererseits könnte die Außenwirkung kaum unterschiedlicher sein. "Wenn man erzählt, dass man für BCG Großprojekte steuert, ist man für manche Leute gleich interessanter. Wenn ich sage: ?Ich hab mich selbstständig gemacht mit einem eigenen Modelabel', kommt einfach mal ein höfliches Aha." Trotzdem hat er seinen Entschluss nicht bereut. Sein Ziel: Jurina will sich die Frage beantworten, welchen Unterschied oder welche Verbesserung er abseits von den Performance-Kennzahlen erreicht hat. Und es reizt ihn, langfristig etwas aufzubauen und sich damit zu identifizieren. "Es erschien mir schwierig, diese Wünsche in einer Beratung umzusetzen."Zurück zum Text: Traumjob Berater?!
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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