Forschung

Über den Tellerrand schauen

William Maddux, Adam D. Galinsky
Die Kellogg School of Management stellt karriere.de verblüffende Forschungsergebnisse zur Verfügung. Lesen sie in unserem ersten Beitrag: Leben im Ausland fördert die Kreativität. Basierend auf einer Forschungsarbeit von William Maddux und Adam D. Galinsky.
Wer über den eigenen Tellerrand schaut, ist kreativerFoto: © MathieuViennet - Fotolia.com
Längere Auslandsaufenthalte können eine wertvolle Erfahrung sein. Neue Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, dass sie darüber hinaus auch unsere geistigen Fähigkeiten verbessern können.  Diese von der American Psychological Association veröffentlichte Studie ist die erste ihrer Art, die den Zusammenhang zwischen längeren Auslandsaufenthalten und Kreativität untersucht.
„Künstler, die auf der Suche nach neuen Inspirationen sind oder ihre Technik verfeinern möchten, betrachten das Eintauchen in fremde Kulturen schon lange als Patentrezept. Aber fördern längere Auslandsaufenthalte tatsächlich die Kreativität?”, fragt der Erstautor der Studie, William Maddux, Assistant Professor of Organizational Behavior (Organisationsforschung) an der Business School INSEAD und ehemaliger Visiting Assistant Professor und Postdoktorand der Kellogg School.„Wir glauben, dass wir mit dieser Forschungsarbeit nun erste Antworten auf diese alte Frage geben können.”
Maddux und Adam Galinsky - Morris and Alice Kaplan Professor of Ethics and Decision in Management an der Kellogg School - führten fünf Studien durch, um den Zusammenhang zwischen längeren Auslandsaufenthalten und Kreativität zu untersuchen. Die Ergebnisse erschienen in der Mai-Ausgabe des Journal of Personality and Social Psychology, das von der American Psychological Association herausgegeben wird.
In einer Studie wurden MBA-Studenten der Kellogg School darum gebeten, das sogenannte Kerzenproblem von Duncker zu lösen, ein klassischer Test zur Prüfung des kreativen Denkvermögens. Bei dieser Aufgabe werden den Versuchspersonen drei Gegenstände vorgelegt, die auf einem Tisch neben einer Pappwand platziert werden: eine Kerze, eine Streichholzschachtel und eine Schachtel Reißzwecken. Bei dieser Aufgabe soll die Kerze so an der Pappwand befestigt werden, dass sie ordnungsgemäß brennt, ohne dass Wachs auf Tisch oder Boden tropft. Die Lösung besteht darin, die Reißzwecken-Schachtel als Kerzenhalter zu verwenden - die Schachtel soll geleert und mit den Reißzwecken an der Wand befestigt werden und danach die Kerze hineingestellt werden.Diese Lösung wird als Maßstab für das kreative Denkvermögen erachtet, da sie die Fähigkeit erfordert, Gegenstände losgelöst von ihren typischen Funktionen wahrzunehmen (d. h. die Schachtel dient nicht nur zum Aufbewahren von Reißzwecken sondern kann auch als Standfläche verwendet werden). Die Ergebnisse zeigten, dass die kreative Lösung umso schneller gefunden wurde, desto länger ein Student im Ausland gelebt hatte.
Dieser Artikel ist erschienen am 03.09.2009

Thema des Tages

Allgemeinbildung

 

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport