Bei ihren Referaten denken Studenten oft nicht, dass auch die Präsentation entscheidend ist. Ein lockeres Auftreten, freundliches Lächeln und eine gute Themen-Struktur können Wunder bewirken. Ein Rhetorik-ABC für bessere Vorträge.
Auftakt
Bei einem Referat ist es wie auf einer Bühne: Das Publikum merkt schon die leichteste Irritation - und das ausgefeilteste Manuskript hilft nichts, wenn der Referent nichts rüberbringen kann. Ein selbstbewusstes Auftreten dagegen hält die Kommilitonen bei der Stange. Wichtig ist eine gute Planung: Möglichst vor allen anderen Kursteilnehmern in den Vortragsraum gehen und in Ruhe den Beamer aufbauen, die Unterlagen sortieren und den Raum auf sich wirken lassen. Nicht ungeduldig werden, wenn die Zuhörer erst allmählich eintrudeln. Mit dem Vortrag beginnen, wenn Ruhe eingekehrt ist: Irgendwann aufstehen, in die Runde schauen und warten, dass sich die Aufmerksamkeit nach vorne richtet. Ganz wichtig ist es, während des Referats darauf zu achten, so ruhig und deutlich zu sprechen, dass es auch die Leute in den hinteren Reihen verstehen können.Blickkontakt
Vortragenden passiert es oft, dass sie nur einen Teil ihrer Zuhörer ansehen - etwa wenn das Rednerpult in der Ecke des Raums steht und sich die Referenten deshalb automatisch zu einer Seite drehen. Die Folge: Nur ein Teil der Studenten fühlt sich überhaupt angesprochen, die anderen schlafen ein. Den Blick also ruhig durch den gesamten Raum schweifen lassen und möglichst jeden mal angucken. Dauert der Blickkontakt einige Sekunden, fühlt sich eine Person angesprochen. Charisma
Entweder man hat es oder nicht - aber es gibt einige Tricks, um präsent aufzutreten. Vor allem sollten Referenten sich nicht dazu hinreißen lassen, sich hinter dem Pult zu verstecken. Präsenter sind sie, wenn sie frei stehen. Wer einen sicheren Stand beherrscht, wirkt überzeugender als jemand, der am Tisch sitzen bleibt. Am besten ist es, schulterbreit zu stehen - und zwar so, dass es nicht steif aussieht. Wer seine Position wechselt, sollte darauf achten, nicht allzu hektische Bewegungen zu machen. Viele glauben, dass es locker wirkt, wenn sie sich bei einem Vortrag viel bewegen. Das ist aber leider ein Trugschluss. Dauer
Ein Vortrag an der Uni dauert in der Regel zwischen 30 und 45 Minuten - und die Zeitvorgaben der Professoren und Dozenten sollten Studenten durchaus ernst nehmen. Am besten ist es, vorher zu Hause die Zeit zu stoppen. Und daran denken, dass der Vortrag im Hörsaal in der Regel etwas länger dauert als vorher gedacht. Wer geschickt plant, lässt am Ende außerdem noch genug Zeit für eine Diskussion, die bei einem guten Vortrag automatisch in Gang kommt. Erröten
Hektische Flecken am Hals oder ein roter Kopf: Die Nervosität findet schon ziemlich blöde Wege, sich am Körper bemerkbar zu machen. Viele schämen sich, wenn sich ihr Lampenfieber so offensichtlich zeigt. Leider hilft es in solchen Momenten nur, locker zu bleiben - sich krampfhaft gegen den roten Kopf zu wehren, macht es nur schlimmer. Manchmal ist es auch gut, die Situation offensiv anzusprechen: "Huch, da bin ich wohl nervös!" Ein entspannter Umgang mit den eigenen Schwächen wirkt doch sympathisch. Fremdwörter
Viele Studenten neigen dazu, einfache Sachverhalte kompliziert auszudrücken. Wie in dem gerne zitierten Beispiel: Der Intelligenzquotient eines Agrarökonomen verhält sich reziprok proportional zum Volumen der von ihm kultivierten Feldfrüchte. Das kann man auch einfacher darstellen: Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln. Es ist ja schön, wenn Studenten tolle Ausdrücke kennen. Besteht ein Vortrag allerdings nur aus Fremdwörtern, ärgern sich diejenigen, die vielleicht nur ein Fünftel der Begriffe verstehen. Sinn eines Referates ist es ja gerade, anderen ein kompliziertes Thema plausibel darzustellen. Fremdwörter sollten deshalb eher die Ausnahme sein.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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