MBA

Rote Zahlen und Chefsuche bremsen HHL

Stefani Hergert
Die HHL steht noch vor ganz anderen Problemen. Auf dem deutschen Markt wird sich in den nächsten ein bis zwei Jahren herauskristallisieren, welche deutsche Schule auch international mitspielen kann. Die HHL gehört zwar mit zu den Favoriten, doch sucht sie gerade einen neuen Chef, der zudem den Weg aus den roten Zahlen finden muss. Das könnte sie gegenüber Konkurrenten zurückwerfen, befürchtet ein Branchenkenner.Der Puffer zum Ausgleich der Verluste reiche noch JahreSechs Millionen Euro kann HHL-Rektor Hans Wiesmeth im Jahr ausgeben, doch seit Jahren macht die HHL Verluste. Auch 2009 überstiegen die Ausgaben die Einnahmen, die Krise und Zurückhaltung der Sponsoren hat sicher einen Teil dazu beigetragen. Doch die HHL habe einen Puffer und der reiche noch etliche Jahre, sagt Wiesmeth. Wie die meisten Business Schools in Deutschland ist auch die HHL erst spät auf den Zug lukrativer kurzer Weiterbildungsprogramme für Manager und Unternehmen - der Executive Education - aufgesprungen. Das Geschäft sei zwar mühsam, sagt Wiesmeth, doch trotz Krise hätten die Kunden keine Aufträge storniert. Auch 2009 rechne er mit einem Gewinn bei der HHL-Tochter, sagt Wiesmeth. Doch das reicht nicht, um die Schule aus dem Minus zu bringen.Erst 2012/2013 plant die Business School wieder schwarze Zahlen zu schreiben, vor allem mit höheren Einnahmen aus Studiengebühren. 40 Prozent machen die aktuell im Haushalt aus. Doch statt heute 300 sollen einmal 600 Studenten an der HHL lernen - ein ambitioniertes Ziel. Das muss allerdings ein neuer Chef in die Hand nehmen. Denn Wiesmeths Vertrag läuft fünf Jahre - und zum April 2010 aus. Bleiben wird er nicht. Obwohl er sich eine "Verlängerung schon hätte vorstellen können". Doch die Frage sei obsolet. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.Die HHL ist eine reine Graduate School, an keine Universität angedockt und hat als eine von wenigen privaten Hochschulen das Promotions- und Habilitationsrecht. Aushängeschild mögen Vollzeit- und Teilzeit-MBA sein, doch ihren guten Ruf hatte die Schule auch für den Diplomstudiengang, der 2006 auf den Master umgestellt wurde - und erst einmal die Studentenzahlen senkte. Denn Bachelorstudiengänge bietet sie nicht an. Rektor Wiesmeth hat momentan auch nicht vor, das zu ändern.Der MBA dauert länger als bei der KonkurrenzUngewöhnlich im Markt ist auch der MBA. An der HHL dauert das Vollzeitstudium bis zu 18 Monate und damit länger als an vielen anderen deutschen Schulen. Wiesmeth begründet das mit der deutschen Regelung für die Vergabe der Kreditpunkte, der die HHL gerecht werden wolle. Ein Nachteil sei das nicht. "Bis jetzt gibt uns die Nachfrage recht", sagt Wiesmeth. Zwar ist auch in Leipzig - wie an den anderen renommierten deutschen Schulen - die MBA-Klasse mit aktuell 39 Studenten klein, doch wächst sie. Und ist mit einem Ausländeranteil von rund 70 Prozent bunt gemischt. Für die Studentin El-Khatib könnte dennoch die internationale Perspektive im MBA-Studium etwas größer sein. Doch die Entscheidung an die HHL zu gehen, hat sie nicht bereut. Schließlich stehe die Schule für starke Werte und eine klare Ausrichtung.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.02.2010

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