Für Studenten

Raus in die Welt: Praktika im Ausland

Dorothee Fricke
Ein Auslandspraktikum ist Ihr Trumpf im Lebenslauf. Junge Karriere erklärt, wann die beste Zeit ist, wie Sie eine Stelle finden und was man bei kommerziellen Anbietern beachten muss.
Eva Bonnewitz lernte während ihres Praktikums in Indien, geduldiger zu werdenFoto: © PRivat
Während des Studiums ins Ausland zu gehen - das hatte Sascha Gres lange nicht vor: "Wenn der Auslandsaufenthalt kein verpflichtender Bestandteil meines Studiums gewesen wäre, dann wäre ich wahrscheinlich in Deutschland geblieben." Doch das, so glaubt der 28-jährige Wirtschaftsingenieur heute, wäre ein Riesenfehler gewesen. "Durch mein Praktikum in Tschechien bin ich ein viel offenerer Mensch geworden", sagt Gres. Von ähnlichen Erfahrungen berichten alle sieben derzeitigen und ehemaligen Auslandspraktikanten, die wir auf den folgenden Seiten vorstellen.
Wer ins Ausland geht, profitiert von dem interkulturellen Austausch, persönlich, aber natürlich auch beruflich. Auf diese Erfahrung legen Arbeitgeber inzwischen großen Wert. Ein Drittel der von Handelsblatt Junge Karriere und dem Research-Unternehmen Universum für das Hochschulranking 2008 befragten Personaler hält Auslandserfahrung für ein sehr wichtiges Einstellungskriterium. Ein Praktikum in der Ferne wird sogar noch lieber gesehen als ein Auslandssemester an einer Hochschule. Die Personaler empfehlen für einen Auslandsaufenthalt übrigens die USA, Asien und Osteuropa.Ideal für ein Auslandspraktikum ist die Zeit während des Studiums und nachdem man bereits erste Praxiserfahrungen in der Heimat gesammelt hat. "Die Unternehmen schauen bei der Auswahl der Stipendiaten sehr genau auf bereits absolvierte Praktika", sagt Marc-Philipp Unger, Leiter des Hochschulmanagements beim Finanzdienstleister MLP, der die Praktikumsinitiative "Join the best" koordiniert.Für Diplom- oder Magisterstudenten ist es ratsam, nach dem Grundstudium ins Ausland zu gehen. Bachelor-Studenten können sich etwas früher, etwa ab dem dritten Semester, aufmachen. Von Auslandspraktika nach dem Studium raten Experten ab. Auch die Zeit zwischen Bachelor und Master ist zwar beliebt für Auszeiten, aber problematisch. "Ohne Studentenstatus ist es in vielen Ländern schwierig, überhaupt ein Praktikum zu machen", sagt Günter Müller-Graetschel, Leiter des Referats Internationaler Praktikantenaustausch beim Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD). In den meisten europäischen Ländern ist ein Praktikum aufgrund gesetzlicher Bestimmungen, etwa zum Mindestlohn, nur als Bestandteil eines Studiums oder einer Ausbildung möglich. Wer es nicht anders einrichten kann: In Einzelfällen hilft eine Bescheinigung der Uni, dass man demnächst einen Master anstrebt und die entsprechenden Zulassungskriterien erfüllt.Die Planung für ein Auslandspraktikum sollte schon früh beginnen. "Ein Jahr vorher sollte man loslegen", rät DAAD-Mann MüllerGraetschel. Wer außerhalb der EU arbeiten will, sollte einplanen, dass er wahrscheinlich länger auf das Visum und die Arbeitserlaubnis warten muss. Im Sommer ist es zudem schwieriger als im Frühjahr oder Herbst, eine Stelle zu finden. Bei der Suche gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Angebote finden sich in Praktikumsbörsen im Internet, etwa auf Karriere.de und Praktika.de. Auf beiden Seiten kann man gezielt nach Angeboten in einzelnen Ländern suchen. Etwas mühsamer sind Initiativbewerbungen. Ratsam ist: vorab anrufen, das Anliegen erklären, den Ansprechpartner herausfinden. So stellt man sicher, dass die Bewerbung anschließend in den richtigen Händen landet.Praktika im Ausland - Sieben Erfahrungsberichte:T-Systems, Puebla: IT und Tequila 
SAP, Bangalore: Die indischen Uhren ticken gemächlicher
Hochtief, Port Macquarie: Arroganz kommt in Australien gar nicht an 
Skoda, Mladá Boleslav: Als Praktikant zum Model
Pierburg, North Carolina: Schnee legte alles lahm 
Baavar, Teheran: Der große Kulturschock blieb aus
Kuala Lumpur: Rückversicherung im Einklang mit der Sharia
Dieser Artikel ist erschienen am 01.01.2009

Thema des Tages

Allgemeinbildung

 

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport