Jörg Dräger, bisher Hamburger Wissenschaftssenator, wechselt zum 1. Juli in den Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Außerdem übernimmt der 40-Jährige zusammen mit Frank Ziegele die Geschäftsführung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE).
Junge Karriere: Als Wissenschaftssenator haben Sie sich in Hamburg nicht nur Freunde gemacht. Vor allem die Gebühreneinführung haben Ihnen die Studenten übel genommen. Ist der ständige Kampf gegen Windmühlen ein Grund für Ihren Abschied aus der Politik?
Jörg Dräger: Nein, ich habe immer gesagt, dass ich nicht als Politiker in Rente gehen will. Ich bin jetzt 40, da wird es Zeit für etwas Neues. Die Entscheidung, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen, habe ich bereits im letzten Jahr getroffen. Sicher war ich für die Hochschulen nicht immer bequem. Ein Interessenausgleich mit der Gießkanne, bei dem am Ende zwar alle irgendwie zufrieden sind, sich aber nichts verändert, ist nicht meine Sache.Welches ist die wichtigste Veränderung, die Sie verwirklicht haben?
Wir haben eine Hochschulreform aus einem Guss gemacht, die auch schon erste Erfolge zeigt. Zum Beispiel sind mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge dank besserer Betreuung die Abbrecherquoten deutlich gesunken.Was reizt Sie an Ihrem neuen Job in Gütersloh?
Ich freue mich darauf, in längeren Zeithorizonten und nicht mehr in den Vier-Jahres-Zyklen der Politik zu denken.Welche Akzente wollen Sie beim Centrum für Hochschulentwicklung setzen? Die Politik hat die Autonomie der Hochschulen gestärkt. Jetzt wollen wir den Hochschulen helfen, ihre Freiheit richtig zu nutzen. Außerdem wollen wir den Bereich Rankings ausbauen. Es gibt zum Beispiel Ideen für europäische Hochschulvergleiche.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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